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dass ein Mann, der in so vielen und wichtigen Dingen ein„Wissender" war, die Tugend des Schweigens gar zu strengübt. Aber die Gründe, die ihn dazu veranlassten, kennenwir ju. 1
Auch in den auf schriftlichen Quellen aufgebauten Teilenseines Werkes zeigt sich Ebran redlich bemüht, uns nurWahres zu berichten, d. h., was er als wahr erkannt zu habenglaubt, und er lässt sich, um das Richtige zu treffen, nichtdie Mühe verdriessen, seine Notizen und Erzählungen öfteraus mehreren Vorlagen zu combinieren.
In einer Sache, in der sich verschiedene Ansichten gegen-überstehen, entschliesst er sich nicht leicht zu einer Entscheidung,sondern zieht es meist vor, die strittigen Stellen einfach mitzu-teilen und es dem Leser zu überlassen, sich selbst eine Meinungzu bilden ; wo ihn seine Quellen im Stich lassen oder ihm keinesichere Handhabe zu bieten scheinen, sucht wo nicht still-schweigend darüber hinwegzugleiten oder gar die Lücke durchein Phantasiegebilde auszufüllen, sondern bekennt offen, erhabe über diesen Punkt nichts Gewisses geschrieben gefundenoder „erfahren mögen." Dann und wann lässt er sich införmliche Auseinandersetzungen mit den Autoren seinerQuellen ein, an einer Stelle sogar mit Otto von Frei sing.Doch so gross ist seine Ehrfurcht vor diesem, dass er, gleich-sam über seine Kühnheit erschreckend, am Schluss des gegendiesen erhobenen Bedenkens in die Worte ausbricht: „0, duhochgepreister Fürst Otto de Freising, mir ziemetnicht, dir zu widersprechen, ich wills befehlenden Bessern!" 2 Bei Andreas nimmt er sich schon mehrheraus, indem er dabei sichtlich den Abstand zwischen demgebornen Fürsten Otto und dem „Bruder" Andreas auchauf deren Eigenschaft als Autoren übertrug. Schon bei Be-sprechung der Urgeschichte der Bayern, wo Ebran dieFrage aufwirft, wer wohl nach den Fürsten Boamundusund I ngerom andus Bayern beherrscht habe, gibt er zuerkennen, dass er, soweit die älteste Geschichte des Landesin Betracht kommt, kein rechtes Vertrauen auf die Kenntnissedes Regensburgers hat, „Bruder Andre, Convers,'8a gt er hier, „setzt in seiner Histori, so er gesambtha t, dass nach Boamundus und Ingeroman d uszwen Hertzogen gewesen sein i n Bairn, Adelger us
S. oben S. LH ff.Bl. 50».