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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
Entstehung
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stein, aus dem er die Namen römischer, in Bayern ein-gesetzter ,,Landvögte" entnimmt (Bl. 27 1 '), von einem Bildwerkim Gotteshause zu Maurkirchen, das den König Heinrich I.und dessen Hauptmann zum ewigen Angedenken an dieglückliche Schlacht gegen die „Polen" darstelle (Var. zu Bl. 51''),und von zwei festen Türmen, die Kaiser Otto II. bei einemHeerzuge gegen Gapua dort habe errichten und mit seinemBildnis schmücken lassen (Bl. 55 b ); doch sind dies nur An-regungen, die er dem Zufall verdankt und nicht weiter verfolgt.

Zum Glück verschmähte er es nicht, auch aus der leben-digen Quelle der Volkstradition zu schöpfen, aus der ernicht Arnpeck, wie irrtümlich angenommen wurde - unszwei der verbreitetsten Sagen übermittelt hat: wir meinen dieSage von dem Feldhauptmann Seyfricd Sc h wepper ma n nin der Schlacht bei Mühldorf (Bl. 78 a ) und dorn RitterAlbrecht Rindsinaul, der in dieser Schlacht den unglück-lichen Friedrich von Österreich gefangen genommenhaben soll (Bl. 77 a ); ausserdem gehört hieher die Notiz vonHerzog Otto dem Brandenburger und der Müllerin in derGreth lmühle (Bl. 82"), die Gründung des Klosters Seligen-tha 1 durch Ludmilla (Bl. 74''), die Gemahlin Ludwigsdes Kelheimers (Bl. 74''), und manches Andere.

Von der Stelle an, wo Ebran über die der achten„Staffel" angehörenden Witteisbacher berichtet, beruht seineDarstellung die Witte 1 sbach er in Holland ausge-

nommen 1 — für die fünf ersten Jahrzehnte des XV. Jahrhundertswohl einzig auf mündlicher Überlieferung, für das Folgendezum guten Teile auf eigener Kenntnis der Dinge. Und daswill sagen, dass wir hier aus sehr guten Quellen unterrichtetwerden, denn unser Chronist war durch seine Familienver-bindungen, seine hohe Stellung als Hofmeister, die örtlich-keiten — Landshut und Burghausen —, in denen erden grössten Teil seines Lebens verbrachte, in der Lage, sichüber alles, was er wissen wollte, bei zuverlässigen Gewährs-leuten zu erkundigen, und er selbst war ja Zeuge, zum Teilesogar Mitwirkender bei wichtigen geschichtlichen Ereignissen.Dem entsprechend erweist sich alles, was Ebran in diesemTeile seiner Chronik mitteilt, von wenigen untergeordnetenFunkten abgesehen, als richtig und zutreffend, und wenn mansich über etwas beklagen wollte, so könnte es nur das sein,

1 S. oben S. LXX.