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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
Entstehung
Seite
LXVI
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Ist die „Bearbeitung", die sicli der König shofenscheText durch Ebran gefallen lassen musste, auch nicht überallso durchgreifend wie hier, so kann die oben citierte Äusser-ung Hegels, dass unser Chronist „meist wörtlich" aus jenemschöpfte, doch nur für die wenigsten Fälle als zutreffend be-zeichnet werden.

Und nun kommen wir zu der dritten HauptquelleEbrans, aus der er wohl mehr entnahm als aus Otto undKönigshofen zusammen, zu der Chronik von denFürsten zu Bayern, der von Andreas von Regens-burg selbst gefertigten Übersetzung seiner Chronica deprincipibus terrae Bavarorum, dem einzigen der zahl-reichen Werke des Chorherrn von St. Mang, das unser Autorkannte. Er sagt darüber in seiner Vorrede: „Es hat auchBruder Andre, convers des Cl osters Sand langenzu Regenspurg, auf Begern des hochgebornenFürsten, Hertzog Ludbigs von obern Beyrn,der Königin Bruder von Frankreich, vil vondiesem Gesch lacht, - von den Grafen von Schoyernund von Witteisbach — geschrieben, zu den Zeitn,als herrschen was im römischen Reich KeisorSigmund, auch Kinig zu Hungarn und Beliemund Graf zu Lützelburg; dem ich vil hab nach-gefolgt, 1 doch seine Capitl je lenger oderje kurtzer gesetzt, als du, Leser, findest, sodu bed Samung der History gelesen hast."Ebran benützt diese Chronik schon fast an der ersten Stelle,an der er von der Geschichte des bayerischen Landes undVolkes handelt, als Quelle und behält sie als solche und alseine Art Leitfaden bei bis zu dem Teil seines Werkes, in dem erüberhaupt aufgeschriebene Quellen verzichtet. Wie Königs-hofen für die Kaiser- und Reichsgeschichte, so ist ihmAndreas für die bayerische Geschichte der hauptsächlichsteGewährsmann, und zwar in viel höherem Masse, als er sichdessen bewusst gewesen sein mag. Das Stoffliche, das er beiAndreas vorfand, war ganz das, was er brauchte, und auchdie Form, in die dies dort gefasst war, scheint ihm sehrwohl behagt zu haben, denn wir können einige Male ganz

1 In der ersten Redaktion (H, Bl. l b ) sagt Ebran: Andreas . . ■„deme i ch auch in etlichen Worten nachgcvolgt hab". Erhat sich also in der zweiten Redaktion in diesem Punkte „gebessert";

aber selbst die hier gebrauchte Redewendung lässt nicht im entferntesten

ahnen, wie viel er Andreas verdankt.