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5. Die Weimarer Handschrift J.
Während die Ebransehe Chronik in der Fassung derMünchen er Handschriften von jeher bekannt war,wurde J erst vor einigen Jahrzehnten für die Wissenschaftwieder ans Licht gezogen. Es ist dies bekanntlich ein Ver-dienst Kluckhohns, der bei seiner Suche nach Quellen fürdie Geschichte Ludwigs des Reichen auf eine Notiz in demPrellerschen Katalog der Woimarschen Handschriftenaufmerksam wurde, in dem unser Codex (Pap. Fol. nro. 78)ohne Nennung des Autors erwähnt wird. 1 Da Kluckhohndie Münchener Handschriften der Ebranschen Chronikkannte, war es ihm nicht schwer festzustellen, dass ihm indiesem eine neue Handschrift derselben vorlag.
Auf der ersten beschriebenen Seite steht unten am Rande:Hannss Ernst Jageman, Jhogor capitain. Münchenam h. pfingstabendt (19. Mai) a. etc. 1632 — ein viel-sagendes Datum: am 1(5. Mai waren die Schweden inMünchen einmarschiert. Wie die Chronik nach Weimarkam, ist damit angedeutet. 2
Der in Pergament gebundene Codex ist von alter Hand fehler-haft paginiort, von neuer mit 1 — 112 foliiert und enthält nichts alsdie Chronik, in schöner, grosser, regelmässiger Schrift, die einenberufsmässigen Schreiber verrät. Die meisten Überschriften, viele
W hat in der Datierung dos sog. kleinen österreichischen Privilegs-.15. Kleto - sie habuit exemplar« - statt Kaiende (in JBl. 71M; II und W lassen an Stolle des Wortes Pompeyus (J) ßl. 12»)eine Lücke; \l und W hat die sinnlose Ueberschrift: Philippus, amRomer, landvogt in Bairn nach der er erst Ohrist Kaiser(J Bl. 27''). Aber es findet sich eine ganze Anzahl von Stellen,die ganz deutlich auf verschiedene Vorlagen hinweisen wenn manni cht, was doch etwas willkürlich wäre, annehmen Will, dass derVerfertiger der einen Handschrift Korrekturen, die in die Vorlageangetragen waren, berücksichtigte, der andere aus Unachtsamkeitoder mit Absicht über diese hinwegging. Wir führen als Beispielean:H: Trier ist erbaut nach der Sintflut sieben hundert und fünf-zig iar W- «m iiriin T Bl 6°); H: die zehen und am halb ge-schieh t,' W:' Jy ^. ( g schlecht in .1 Bl. »»); H: die ail fthalbongCBchl'echt/w: die zehen (in J Bl. 23 ); H:mit den fünfiorchen, W: fünf adlern oder lerchen. (J. Bl. 16 ).
' S. Kluckhohn, „lieber die bayrischen GeschichteschreiberHans Ebran von Wildenberg und Ulrich *utrer « in denForschungen zur Deutschen Geschichte, Bd. Vit (Göttingen 1867) S. 206
2 Bei der Anwesenheit der Schweden in München erlitt sowohldie kurfürstliche Bibliothek als die K.instka.iimer eine Plünderung -^e man wohl annehmen muss, auf Befehl Gustav Adolfs. (SezierGesch. Baierns Bd. V S. 417, 418.) Dabei blieb auch natürlich manches»n den Händen der ausführenden Organe.