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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
Entstehung
Seite
XIII
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Welch vortrefflichen Rufes sich der von E b r a n geleiteteHof erfreute, zeigt eine Stelle in der Z i m ra e r n seh e n Chronik,aus der zu ersehen ist, dass Herzog Georg für die Erziehungeines jungen Adeligen, der ihm besonders wann empfohlen war,nicht besser glaubte sorgen zu können, als dass er ihn in dieZucht des Burghauser Hofmeisters gab.' Es war diesGottfried Werner von Zimmern, der dem herzoglichen„Frauenzimmer" als Page zugeteilt wurde. Drei Jahre langunterwies ihn Ebran „mit allen Trewen" . . . „so böst ermöcht," wobei er sich besonders viel Mühe gab, seinen Zöglingauch in religiöser Beziehung auf gute Wege zu führen undzur Sittsamkeit zu erziehen. Er mochte deshalb sehr erzürntsein, als er trotzdem eines Tages eine unerlaubte Annäherungdes Jünglings an eines der Hoffräulein entdeckte,-' und solieb ihm das Junkerlein geworden, suchte er es nun vonseinem Hofe auf gute Art weg zu bringen, indem er ihm „zurBeförderung" an den des Markgrafen Georg von Branden-burg behilflich war. Die Eindrücke aber, die der jungeFreiherr von dem „weisen, alten, gottesfürchtigen Ritter" em-pfangen, waren unverwischbar. „Nachdem er zu seinem Alterkommen," sagt der Verfasser der Zimmernschen Chronik,„hab ich ihn vielmals solcher Leer," wie sie ihm von Kbranzuteil geworden, „volgen sehen" . . . „deshalben nit schadenmag, das die Jungen von gotzförchtigen Breceptoren und Hof-meistern uferzogen und gelernet werden; denn, wie manspricht, was in der Jugendt gewonet, das behangt und bleibtmersteils im Alter". :!

Der Grundzug in Ebrans Wesen ist echt mittelalterlicheFrömmigkeit mit ihren Licht- und Schattenseiten. Sein Wahl-spruch, den er über seinen Namen setzte, war „Dein undgot Ebig". 4 Was er that, begann und endete er unter An-

' Zimmern sehe Cliron., ed. Barack, Bd. II (Tübingen 18S1IS. 378.

2 Kumpler berichtet ein anderes in die Zeit Ebrans fallendes,allerdings bedenklicheres Geschichteben, dessen Schauplatz das Scbloss inBurghausen war; es geliel Huber so, dass er es ziemlich breit inseiner Gesch. von Burghausen nacherzählte. (1. c. S. 135 ff.)

:l Zimmern sc he Chron., 1. c. S. :S78.

' Kr lindet sich unter einer für die Wärter des Georgsthores inder Burg Burghausen erlassenen „Ordnung" vom 3. Febr. 1494 („Ver-raerekt, wie das thor, genant sand Georgen thor, aus bevelhmeines gen cd igen herren her tzog Georgen etc., dir, ThomanMaynbcrger, und dir, Hanns Vogler, bevolhen wordenist." (Orig. Urk., Keichsarchiv München. Die Unterschrift lautet:Bein vnd got Ebig. H. E. tzv b. hofmaister. Vgl. Hu bor, Gesch.v. B. S. 121.