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gedehnten Verwaltungsbezirkes und lohnender Handelsbezieh-ungen, die zweite Residenz der Landshuter Herzoge, welchenach Landshut, München und Ingolstadt die be-deutendste Stelle unter den bayerischen Städten einnahm. 1 Inaller Mund aber war der einen Teil des hochragenden Schlossesbildende Turm mit den Schatzgewölben, in denen die Lands-huter Herzoge ihre mit Geld gefüllten Pässer aufgespeicherthatten, von denen sie den Namen „die Reichen" führten.
Für einen Geschichtsforscher war die alte Herzogsstadtkein ungünstiger Boden, und es war dort Manches zu finden,das einem solchen zustatten kommen konnte. Unter anderemwar in Burghausen eine Handschrift entstanden, die denText zweier älterer Fortsetzungen der sächsischen Weltchronikmit einer Anzahl auf Ludwig den Bayern bezüglicher Zu-sätze enthielt, 2 und im Jahre 1466 war hier eine Abschriftdes Chronikons generale von Andreas von St. Mang zumAbschlüsse gekommen/' Auch war die Stadt in geringereroder grösserer Entfernung von einem Kranz alter Klöster um-geben, nach denen der grosso Avontin, der etwa ein Jahr-zehnt nach Ebrans Tod als Prinzenerzieher auf der Burg weilte,erfolgreiche Streifzüge zur Auffindung von Quellen unternahm. 1
Als Hofmeister hatte Ebran in Verbindung mit derHofmeisterin alle auf die Obhut über die Fürstin sich erstreck-enden Verpflichtungen zu üben und, unterstützt von dem aufdem Schlosse eine wichtige Stellung einnehmenden Küchen-meister, die Oberleitung dos fürstlichen Haushaltes und dieAufsicht über das zahlreiche Hofgesinde, das edle und unedle,in Küche, Keller, Kammer und Marstall zu führen."' Eine aufdie kleinsten Einzelnheiten des täglichen Dienstes eingehendeHofordnung sorgte dafür, 1 ' dass sich das Leben auf der Burg
' Kl uck h oli n , Ludwig der Reiche (1865) S. 2li, Rumpier beiOefele I. S. 127 ff.
- >S. hiezu Riezlors Aventinausgabc, Bd. III S. 546, 587;Riezler, Gesch. Baierns III >S. 885.
'■' S. Oef ele, 1.c. Bd. I S. 7 ; Loidi nge r, Andreas S. XXI nro. 4.
4 ßiezlcrs Aventinausgabe, III, 5tö.
"' Vgl. bei Seliger, Das deutsche Hofmeisterarat im spaterenMittelalter (Innsbruck 1885) S. 45 ff., die auf die „Frauenhofmeister"sich beziehende Stelle. — Ueber das Hofgesinde in Burghausens. Huber, 1. c. 8. 134 ff.
8 8. Herzog Ludwigs Ordnung für die Eysenhoferin,Hofmeisterin seiner Gemahlin, „was sie im Frauenzimmer anrichten, undwie sie sich mit den Jungfrauen und Andern halten soll"; Herzog-Ludwigs Haus- und Hofhaltungs-Ordnung für den Hof seiner Ge-mahlin etc., beide aus den im Münchener Reicbsarchiv liegenden Neu-burger Kopialbüchera mitgeteilt im Obcrb. Archiv, Bd. .'Sü (München1877) S. 28 ff, 34 ff.