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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
Entstehung
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IX
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des berühmten Ritters Hans von T r e n b e c k ' und AV i 1 h o 1 mTruchtlingers 2 leiten sollte."'

Dass gerade er zu dieser Stellung ausorsehen wurde, istein Zeichen, wie hoch Herzog Ludwig seine Verlässigkeit, Ge-schäftstüchtigkeit und seinen höfischen Takt zu schätzen wusste.Und vielleicht hatte der Herzog noch einen Hintergedanken,nämlich den, sich durch Bbrans Vorsetzung nach Burg-hausen einen unbequemen Zeugen seines Treibens vom Halsezu schaffen,' 1 denn dieser war bekannt als ein sittenstrenger,ernster Mann, der von den Pflichten eines Landesherren einehoho Auffassung hatte. „(), ihr Fürston", ruft Bbran in der Vorredezu seiner Chronik aus, „o, ihr Fürsten, geistlich und weltlich,wendet die grossen Sünden, dass nicht der Zorn Gottes aufdie Christenheit falle. Ihr müsst wahrlich dafür Antwort gebenvor dem letzten Gericht, so Himmel und Erden vor demernstlichen Richter erzittern"! Ein Mann von so strengenAnschauungen, mochte der Herzog meinen, passe besser indas ernstere Burghausen als in die fröhliche Dreihelmestadt.

im übrigen war Burghausen damals kein stiller undentlegener Ort wie jetzt, sondern der Mittelpunkt eines aus-halle noch unmittelbar vorher, während des Krieges, riihronde Beweiseihrer Teilnahme für die Geschicke ihres Gemahles an den Tag gelegt:„Sua (Ludovici) uxor dovotissima Omelia hac lenipestatoplures jioregrina ti oncs nu d i s pedibus ardentcr u na cumaliis Deo devotis perfecil" (sc um für ihren Gatten den Sieg zuerflehen). Arnpeck ebenda.

1 Jlans von Trenbeck, der Erzieher Herzog Ludwigs.S. über ihn die Aufzeichnungen seines Dieners Wenzel Gruebcr heiFreyberg, Sammlung bist. Schriften und TIrk. Bd. lli (Stuttg. undTab. 18:«)) S. 72;i ff. Vgl. Huber, (fesch, der Stadt Burghausen (Burg-liausen 1861) S. 88 ff.

Wilhelm Trucli tlingo r als Hofmeister der GemahlinLud w i gs aufgeführt in einem Spruchbrief des Jahres 1469, durch welchenein um das Schloss Wasen zwischen den Ebranen und dem ge-nannten Tr uch tun gor geführter Prozess zu gunsten des Letzterenentschieden wird. E braus eher Familienakt im Reichsarchiv zuMünchen. Vgl. Koller 8. 04.

8 Wir wissen nicht, welche Stellung Ebran unmittelbar nach seinemAusscheiden aus seinem L a ndsh u te r Oberrichteramt einnahm. Doch wirder bereits im Jahre 1474 als Hof meistor bezeichnet (in einer im Geh.b. Hausarchiv aufbewahrten Beschreibung der Hochzeit des- PfalzgrafenPhilipp), 1175 ausdrücklich als der Hofmeister der Herzogin Amaliagenannt (Wes ten rieder, Beitrage zur vaterländischen Historie etc.Bd. II S. 148); ebenso erscheint er im Ncub. Kopialbuch uro. 90, Bl.260 (Reichsarehiv München) unter dem Jahre 1178, also vor HerzogLudwigs Tod, als Hofmeistor in Burghausen. Wir glauben daherannehmen zu dürfen, dass P^bran bald, vielleicht sofort nach seinemWeggänge von Landshut nach Burghausen kam, und zwar alsHofmeister der Herzogin Amalia.

1 Vgl. Riozler, Gesch. Baicrns, fll S. 910, wo aber auf HerzogGeorg Bezug genommen ist.