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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
Entstehung
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Am Stephanstage des Jahres 1463 war Ebran zumherzoglichen Rate ernannt worden, 1 und wir kennen einpaar Fälle, in denen er als solcher mit einer wichtigerenKommission betraut war. Das eine Mal handelte es sich umdie unter bayerischer Kastenvogtei stehenden RegensburgerKlöster Obermünster, Niedermünster und SanktPaul, deren adelige Insassinnen sich der klösterlichen Zuchtentzogen hatten und auf Betreiben des Herzogs Ludwig undseines Vetters Albrecht IV. reformiert werden sollten. Beiden deshalb mit der Stadt und dem Bischof gepflogenen Unter-handlungen wurde auch Ebran vorwendet, der sich im Jahre1470 mehrmals nach Regens bürg verfügen musste. 2

Der zweite Fall spielt ebenfalls in Regensburg undbetrifft den jüdischen Vorsänger Kaiman, der sich den An-schein gab, zum Christentum übertreten zu wollen, dann aberauf Andrängen seiner Freunde und Verwandten bei seinem(Hauben beharrte.Und wenn er ein Christ werden miisste",soll er nun gesagt haben,so würde er es nicht länger sein,als bis er wieder auf freien Fuss gestellt würde." Man legtedieses Verhalten als einen Versuch aus, die Grundsätze undGebräuche der christlichen Religion auszuforschen, und er-blickte darin eine Lästerung des Christentums, die nicht unge-straft bleiben dürfte. So wurde die Sache an das in solchenDingen zuständige Propstoigericht verwiesen, und vor diesemerschien nun Ebran im Namen seines Herzogs, dem dieR ege ns b urger Juden von dos Reichs Pfandschaft wegen ange-hörten, um die Anklage gegen den Unglücklichen zu erheben.

1 Neuburger Copialbuch Nro. 82, Bl. 16 a (Keichaarchiv München):Anno 1463 an sand Stephans tag ist her Pauls Hawn-perger meines gnedigen horrn rate worden und den ge-schworen in forma eonsuota, praesentibus magistroMartino Mayr und Christophoro Dorner, cancellario.Hanns Ebran hat auch den rat gesworn."

'-' Dio Schriftstücke, aus denen wir die von Ebran in dieserSache im Auftrage des Herzogs Ludwig und seines Kanzlers Dorncrentfaltete Tätigkeit entnehmen, haben sich im Nenburgor Kopial-buch Nro. 27 (Kcichsarchiv München) erhalten. Es sind dies In-struktionen vom 31. März 1470 (an Ebran und an Kaspar Westen-dorf er, den Pfarrer von St. Jobst in Landshut, gerichtet), vom23. April 1470, vom 2. Mai 1470 (nebst Memorial), drei Schreiben anEbran vom 4. Mai, vom 8. Mai und vom 11. Mai 1470, ein SchreibenEbrans und des Straubinger Vizedoms an den Herzog vom7. Mai 1170. Die Instruktionen vom 23. April und vom 4. Mai sindaufgeführt bei Geiss,zur Regierung Herzog Ludwigs von Bayern-Landshut" im Oberb. Archiv, Bd. TX (1848) S. 111 - S. zur SacheGemeiner, 1. c. III S. 443 ff.; Janner, Geschichte der Bisch, vonIiegensburg, Bd. III (1880) S. 540 ff.; Biezler, Gesch. Bayerns,III S. 838.