OTTO HEICHERTVetertnenverlammlung
Das „Pfarridyll", eine Familienscene, die Heichert ganz im Freien malte, brachte ihm auchcoloristisch die vollständige Befreiung von der traditionellen Malweise der Sohnschule, und in denfolgenden Bildern ging er nun immer energischer auf die impressionistische Gesammtwirkung los.So bei dem pflügenden Bauernpaar: „Im Schweifse deines Angesichts sollst du dein Brot essen",„Holzsammlerin" u. s. w. Seine vorletzte grofse Arbeit „Veteranenversammlung", die in lebens-grofsen Figuren voller Bewegung und Ausdruck, wenn auch freilich ohne den bei dem DüsseldorferGenrebild einstmals unerläfslichen erzählenden Humor, eine Sammlung lebendigster Charakterköpfegiebt, wurde von der Verbindung für historische Kunst angekauft.
„Pflügende Mönche" zeigt bei allem Realismus der im blühenden Gemüsegarten den Pflugziehenden Kuttenmänner wieder den etwas nachdenklichen, ernsthaften Zug, der Heicherts Kunsteigen ist, und ihn in fast symbolistischer Weise den Menschen in einer gewissermafsen gegen-sätzlichen Beziehung zur Aufsenwelt darstellen läfst.
Dafs Heichert bei seinem hervorragenden Charakterisirungsvermögen nebenher eine grofseZahl trefflicher Porträts schuf, mag nicht vergessen sein. Er ist einer der wenigen jüngerenMaler, der nicht einmal hier dem landläufigen Geschmack des Publikums Concessionen macht.Leider hat auch er noch vor Kurzem Düsseldorf verlassen, um einem ehrenvollen Ruf als Professoran die Königsberger Akademie Folge zu leisten.
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So mag mit dieser Aufzählung jüngerer, hier und da noch nach vollendeter Ausbildungringender Maler die flüchtige Besprechung des letzten Jahrzehnts neuer Düsseldorfer Malereiabgeschlossen sein.
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