Kirche, als Protectorin der Kunst, umgeben von den Gestalten der grofsen italienischen, deutschen,niederländischen Künstler und Kunstmäcene. Fast noch reizvoller als in den grofsen Bildern sinddie Schicksale der Kunst in den 16 Lünetten behandelt. Hier zeigt sich der feine illustrativeSinn des Malers in den geistreichen Beziehungen und Anspielungen aufs vortheilhafteste.
In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigten Gehrts aufserdem noch Concurrenzarbeitenfür eine ebenfalls monumentale Malerei in dem Rathhause zu Hamburg, die aber infolge seinesAblebens nicht über den Entwurf hinausgekommen sind.
Carl Gehrts wurde durch einen vorzeitigen Tod der Düsseldorfer Kunst entrissen; dafürschlofs sich der Monumentalmalerei ein Künstler an, der, erst seit Kurzem nach Düsseldorf berufen,mit gröfstem Erfolg hier den von seinem bisherigen Schaffen so verschiedenen Weg betrat. ClausMeyers Name und Thätigkeit sind bekannt. 1856 in Linden bei Hannover geboren, studirte er inNürnberg nnd München und schuf sich im engsten Anschlufs an die niederländischen Genremalerdes XVII. Jahrhunderts einen Genrestil, der, auch hierin dem W. Sohnschen ähnlich, geradezu schule-machend wirkte. Von München wurde er nach Karsruhe berufen und von da im Jahre 1896 nachDüsseldorf an die Akademie als Nachfolger von W. Sohn. Hier gewann er im Frühjahr 1898durch seine hervorragenden, von durchaus monumentalem Geiste erfüllten Entwürfe die Concurrenzum die wiederum vom Kunstverein veranstaltete Ausmalung des Rittersaales des neurestaurirtenSchlosses Burg an der Wupper. Die umfangreiche Arbeit, die Scenen aus der bergischen, aufdas Schlofs Burg bezüglichen Geschichte darstellt, ist noch nicht ganz beendet.
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CLAUS MEYER
Auszug der Freiwilligen des Bcrgischen Landes zur Zeit der Freiheitskriege
Wandgemälde im Hestsaal des Schlosses Burg an der Wupper
Allen diesen Künstlern, so verschieden sie auch unter sich sein mögen, ist Eines gemeinsam,das sie bei allem Realismus ihres Naturstudiums von der sogenannten modernen Kunst, wie sie sichbei den meisten Jüngern und Jüngsten an der Hand der Landschaftsmalerei entwickelte, scheidetund sie eher mit der älteren Düsseldorfer Kunst einerseits, der Sohnschule andererseits verbindet,und das ist die alte, specifisch rheinische Hinneigung zur Historie und zur Romantik, die in derLust zum Erzählen und Fabuliren, in dem Interesse an vergangenen Zeiten, die man wie mit FaustsSchlüsseln wieder zu erschliefsen strebt, in der Freude an bunten Gewändern, an den vielen Wundern,die in alten Mären erzählt sind, sich ausspricht und durch allen Realismus der Formengabeoder gelegentlichem Naturalismus zwischenfallender Motive nicht auf die Dauer zurückdrängen läfst.
Und wie diese romantische Simmung trotz Allem auch bei einigen jüngeren Figurenmalernimmer wieder hervorbricht, ja in der Kühnheit ihrer Phantastik eher stärker geworden zu seinscheint, das ist einer der kräftigsten Beweise für die Gesundheit der Düsseldorfer Malerei, dieniemals in dem Mafse der öden, jetzt eigentlich überall schon längst überwundenen Wirklichkeits-malerei verfallen war, wie das anderwärts der Fall gewesen ist.
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