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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Bramlschweig - Bcvern.

(Brannschweigcr Wurst), Honigkuchen rc. DerHandel besteht im Verkaufe dieser Erzeugnisseu. im Transits; er wird auch durch die 2 Messen(1492 gestiftet), nach den Leipziger u. Frankfurterdie bedeutendsten in Deutschland, gehoben. DieWintermesse fällt am Montag in der Woche, inwelcher Maria Lichtmeß, die Sommermesse (diebedeutendste) in die Woche, worin der Lorenztagist (daher auch Laurentiusmesse). Jede dauert 14Tage; der Umsatz, bes. in Leder, Tuch, Baum-wollen- u. kurzen Maaren, wie der Besuch frem-der Kaufleute u. Fabrikanten, ist sehr bedeutend.Die Bank, 1853, die Kreditanstalt u. die Hypo-thekenbank, beide 1871 errichtet, sind die wich-tigsten Finanzanstalteu. 21 Buchhandlungen, 1VVerlags- u. 11 Sortimentsbuchhändler, 12 Bnch-bruckereien, Schriftgießereien. Unter der Regier-ung des Herzogs Wilhelm seit 25. April 1831,hat sich B. zu bedeutender Ausdehnung empor-geschwungen. Nach der Volkszählung vom 1. Dec.1871 zählte B. in 3799 Wohnhäusern 57,782 Ew.,nach der polizeilichen Zählung vom Jahre 187465,346 Ew. B. ist Geburtsort von Meibom, Henke,Lafontaine, Gauß, des russ. Generals Bennigsen rc.Bei B. liegt noch Richmond, Park mit Schloß,u. die neue herzogliche Villa, von der Ocker be-wässert, u. Watenbüttel, wo Jürgen 1534 dasSpinnrad erfand. — B. wurde angeblich um 860von Bruno, Sohn Ludolfs von Sachsen, gegrün-det u. nach demselben Brunswik genannt. Seinsagenhafter Bruder Dankward soll das Schloßerbaut haben u. dies nach ihm Dankwarderodegenannt worden sein. Heinrich der Vogler ver-größerte den Ort und umgab ihn mit Mauern.Ludolf HI. gründete 1030 die St.-Magnus-Kirche,später die Ulrichskirche, u. 1031 kommt die VillaBrunswik in Urkunden zuerst vor. Seit 1090wurde die Stiftskirche St. Cyriaci gebaut und1112 das Ägidienkloster gestiftet. Heinrich der Löwevergrößerte u. befestigte die Stadt, gab ihr Pri-vilegien u. gründete die-Kathedrale St. Blasii;sein Sohn Otto baute die Stadt mehr aus. 1229verkauften die beiden Töchter des Herzogs Hein-rich, der zugleich Pfalzgraf ani Rhein war undohne Söhne starb, B. anHeinrich, den Sohn desKaisers Friedrich II., doch erkannte ihr OheimOtto dies nicht an, rückte mit 2000 Reitern vordie Stadt n. nahm sie ein. Da ihm dies durchHilfe der Bürger gelungen war, beschenkte er die-selben mit großen Freiheiten. Die Stadt schloßsich dem Hansabnnde an u. wuchs an Macht undReichthum durch seine Handelsverbindungen. 1267wurde, nach Trennung der Linie B.-Lünebnrg,die Residenz nach Wolfenbüttel verlegt; die StadtB. unterstützte die Herzöge zu ihren Kriegszügenmit Geld, wofür diese ihr als Gegenleistung Pri-vilegien ertheilten, oder Güter verpfändeten. 1492wurden die Messen durch Heinrich denÄlteren ge-stiftet. Da dieser die verpfändeten Güter einlösen,B. sie aber nicht heransgeben wollte, so belagerteder Herzog 1493 B., n. die Stadt ergab sich ihm1494 unter günstigen Bedingungen. Als Freundinder Reformation, die hier 1528 eingeführt wurde,kam B. 1540 in den Bann. Herzog Heinrich vonWolfenbüttel belagerte sie 1550, mußte aber aufkaiserlichen Befehl die Belagerung aufheben. 1615

unterwarf sich B. dem Herzog Friedrich Ulrichund huldigte ihm 1616, nachdem er alle Privi-legien bestätigt hatte. Fast das ganze 17. Jahrh.kämpfte die Stadt mit den Herzögen um ihreSelbständigkeit, wurde aber endlich 1671 mitWaffengewalt vom Herzog Rudolf August be-zwungen, worauf die 5 Weichbilder der Stadt,Altstadt, Neustadt, Sack, Hagen u. Altenwiek,vereinigt wurden. Unter Herzog Karl 1753 warddie Residenz nach B. verlegt. 1807 kam B. andas Königreich Westfalen, wurde zur zweiten Re-sidenz erklärt u. das Schloß auf Kosten der Stadtzur königlichen Hofhaltung umgebaut, doch hatKönig Jeröme hier niemals residirt. Am 25.Sept. 1813 wurde B. von den Preußen über-rumpelt und kam darauf wieder an seinen altenFürstenstamm. 7. Sept. 1830 allgemeiner Auf-stand, bei dem das Schloß in Flammen aufgingu. der Herzog Karl entfloh. 1833—36 wurde dasSchloß wieder aufgebaut, brannte aber in derNacht vom 23. zum 24. Febr. 1865 wieder bisaus den rechten Flügel ab u. wurde nach dem frühe-ren Plan wieder ausgcbaut. Am 25. Apql 1856feierte B. das 25jähr. Regierungs-Jubiläum desHerzogs Wilhelm u. 19., 20. u. 21. Ang. 1861das 1000jährige Bestehen der Stadt unter großenFestlichkeiten. Vgl. Ribbentrop, Beschreib, von B.,1789—91, 2 Bde.; Olfens Geschichtsbücher derStadt B., heransgeg. von Vechelde, 1832; Lach-mann, Geschichte der Stadt B., 1816; Schröderu. Aßmann, Die Stadt B., 1841; Urkundenbuchder Stadt B., Braunschw. 1861 f.; Dürre, Ge-schichte der Stadt B. im Mittelalter, 1861; Heu-singer, Geschichte der Residenzstadt B. von 1806bis 1831', 1861; Führer durch die Stadt B.,1858, 1861, 1873. Geogr. u. S, X. in Bram,schweig.

Braunschwcig-Bevern, apanagirte Neben-linie des Hauses Braunschweig-Wolfenbüttel, nachdem Tode des Herzogs August 1666 von dessenjüngstem Sohne Ferdinand Albrecht I. gestiftet n.1735 durch Ferdinand, seinem jüngeren Sohne, er-neuert; darunter bedeutend: 1) August Wilhelm,der Ältere, preuß. General, Ernst Ferdinands äl-tester Sohn, gcb. 1715 zu Braunschwcig; trat inpreuß. Kriegsdienste, wohnte 1744 dem Feldzugeam Rhein bei, zeichnete sich im 1. u. 2. Schle-sischen Kriege aus, ward General, schlug die Öster-reicher im Siebenjährigen Kriege 1756 bei Lowositz,nahm 1757 das verschanzte Lager bei Neichenbergu. war bei den Schlachten von Prag n. Kollin,befehligte dann in der Lausitz n. Schlesien, konntejedoch Len Fall von Schweidnitz nicht verhindernu. ward bei Breslau 22. Nov. 1757 geschlagen.Um Friedrichs II. Zorn für den Augenblick zuentgehen, ließ er sich von den Österreichern ge-fangen nehmen. 1758 ausgewcchselt, ward erCommandant von Stettin, erhielt 1762 den Ober-befehl über ein Corps bei Reichenbach und schlugdie Österreicher 7. August 1762. Nach dem Hu-bertusbnrger Frieden lebte er größteutheils zuStettin; er st. daselbst 1782. 2) Friedrich

Karl Ferdinand, jüngster Bruder des Vor.,geb. 1742; machte erst in holländischen u. preuß.Diensten die Schlesischen Kriege u. als preußischerGeneralmajor den Siebenjährigen Krieg mit, wardaber von Friedrich II. vernachlässigt u. ging 1760