344
Byzantinismus — Bzura.
derholt wurde. Als sie mm immer näher rucktenu. 1431 schon Thessalonich erobert hatten, suchteJohannes das Reich durch eine Bereinigung derGriechischen u. Lateinischen Kirche zu retten. Aberdieselbe kam nicht zu Stande, n. die Erhebungder Magyaren, Polen, Deutschen n. Walachengegen Sultan Murad II. endigte mit der großenNiederlage bei Varna, 10. Nov. 1444. Johannließ das nnn ans Morea, das Gebiet von Con-stantinopel n. einige Städte Griechenlands einge-schränkte, hilflose Reich seinem Bruder ConstantinXII. Dragases, der bisher in Morea regiert hatte.Immer drohender wurden die Fortschritte derTürken. Mohammed II. (seit 1451) baute un-weit Constantinopel auf der europäischen Seitedes Bosporus ein festes Schloß, u. seine Trup-pen streiften bis vor die Mauern der Stadt. Ver-stärkt von 2000 Genuesen (die seit Ausrichtungder den Venetianern abgeneigten Herrschaft derPaläologen, welche noch dazu die Flotte vernach-lässigten , als Bundesgenossen der Byzantiner er-scheinen, unter denen der tapfere Giustiniani war,erwartete Constantin den Angriff der Türken,die 6. April 1453 mit 400,000 Mann vorConstantinopel sich lagerten. Der heldenmüthigsteKampf entspann sich nun, auf beiden Seitenzeigte sich die höchste Tapferkeit, vor Allen bewiessich Constantin als Held. Alle Anstrengungenwaren indeß fruchtlos, u. nach einer Belagerungvon 50 Tagen fiel Constantinopel 29. Mai 1453durch einen allgemeinen Sturm. Constantin fandauf der Bresche seinen Tod. Mit ihm endigte dieReihe der oströmischen Kaiser; ans dem griechi-schen Constantinopel wurde das türkische Stambnl.Die Besitzungen des christlichen Abendlandes ansgriechischem Boden sind bis 1566, das byzantini-sche Gebiet in Morea bis 1460, das Reich vonTrapezunt bis 1461 in die Hände der Osmanengefallen. Alle weiteren Schicksale der Länder, ausdenen einst das Byzant. R. bestanden hatte, wieauch die bis heute nur zum kleinsten Theil ge-glückten Versuche der Neugriechen, einen Theildes alten Griechenreiches zu erneuern, gehörender türkischen u. der neugriechischen Geschichte an(s. Türken u. Griechenland, neuere Gesch.).
Die Geschichte des Byzant. R-es erzählen dieByzantinischen Schriftsteller, unter ihnen vonConstantin d. Gr. bis zum Untergange besondersZonaras, Niketas Akominatos, Nikcphoros Gre-goras und Laonikos Chalkondylas; die anderendie Geschichte einzelner Kaiser. Außerdem vgl.E. du Fresne du Cange, viskoria Lz^antina,Par. 1680, 2 Thle., Fol., Ven. 1729; Le Beau,vmtoirs ckn Las-smxirs, Par. 1757—1811, 27Bde., n. A., 1824—33, 21 Bde., deutsch, Nürnb.1757—1811, 22 Bde.; Gibbon, vistory ok tbecioolins anck fall ok tirs Roman Vmxirs, Lond.1782—88, 6 Bde., u. L.; G. Finlay, Historzcok bbs Lz^ankiiis anä Oroeic Vmxirss, 2 Bde.(1. von 716—1057, London 1854, und 2. von1057—1453), Lond. 1854; PH. Krug, KritischerVersuch zur Aufklärung der byzantinischen Chro-nologie, Petersb. 1810; Muralt, vssai cio ebro-noArapbis R^antins, Petersburg 1855; Krause,Die Byzantiner des Mittelalters, Halle 1869.
Hertzberg?
Byzantinismus bezeichnet den Inbegriff derFehler, Schwächen u. Unthaten, welche dem By-zantinischen Reiche den Untergang brachten, alsonamentlich Despotismus, Grausamkeit, Üppigkeit,Kriecherei re.
Byzantium (Byzanz), s. Constantinopel.
Bzowski, Abraham, katholischer Kirchenge-schichtschreiber, geb. 1587 in Prosczovice in Polen;war Prior der Dominicaner in Krakau; starb1637 in Rom; er sehr, eine Fortsetzung derAnnalen des Baronius, 13.—21. Bd., Köln1616—30, Rom 1672; Riatoria eoelesiaskioa(Auszug aus Laronii annalss), Köln 1651, 3Thle., Fol.; Vs rebns Asstio swmmornm pon-lüllonm, Köln 1619; Xomsiwlator oaiiotornmprokessions msäioorum, Nom 1612, 1621, Köln1623, Fol., u. m. a.
Bzura (Bsnra), Fluß in Russisch-Polen;entspringt bei Zgierc in Masovien, nimmt dieRawka u. a. ans und fällt links bei KamionkaWyszogrod in die Weichsel. Übergang Dom-browskis über die B. 1809; s. Österreich. Kriegvon 1809.
C.
Bei der Schreibart mit C und K sind im Wesentlichen folgende Grundsätze beobachtet worden:
1) Mit K sind geschrieben: a) deutsche oder im Deutschen durch den Gebrauch einge-bürgerte Wörter, z. B. Kaffe, Kammer, Kasse, Kanzlei; b) griechische und aus dem Grie-chischen stammende Wörter und Eigennamen, so: Kyros, Kimon, Kyklopen.
Als Ausnahmen hiervon sind mit dem C geschrieben: a) naturhistorische Namen, diezwar ans dem Griechischen stammen, aber in Systemen und naturhistorischen Schriften mit demC geschrieben werden, so: CalophyllnA, Cytisus; b) Namen aus der Medicin, Chemie undNaturkunde, welche mit einer lateinischen Endsilbe geschrieben und mit dieser gewöhnlicher sind.
2) Mit C werden geschrieben: alle Wörter aus der lateinischen und den romanischenSprachen und solche, die aus diesen Sprachen stammen, sofern sie im Deutschen noch nicht voll-ständig eingebürgert sind.
3) Verweisungen von C ans K, und umgekehrt, sind nur bei wichtigeren Gegenständen gegeben.Daher bitten wir, Artikel, die man nicht unter C findet, unter K zu suchen.