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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Braunschwcia (Stadt).

з. Aufl., Helmst. 1847; A. Lambrecht, Das Her-zogthnm B. geographisch, geschichtlich u. statistischdargcstellt, Wolsenbünel 1863; Havemann, Gesch.der Land. B. n. Liincbiirg, Gotting. 1853—57,3 Bde.; Sudendorf, Ilrknndcnbnch zur Gesch. derHerzogth. B. u. Liinebnrg, Hann. 1859—72, Bd.I.—VII.; v. Malortie, Beitr. zur Gesch. des B.-Lünebnrgischen Hauses u. Hofes, ebd. 1860—66;v. Bülow, Der Aufstand in B. 6. und 7. Sept.1830, Leipz. 1858 u. 60; Die B-isch-Hannover.Angelegenheiten u. Zwistigkeiten rc., Berl. 1863,n. s. w. Zur Erbfolgefrage s. die Schriften vonWcdekind, Bohlman u. Zachariä rc.

2) (Stadt) Hauptstadt des Herzvgthums, an derOcker, mit direcler Bahnverbindung nach Magde-burg, Hannover und über Kreiensen mit Kasseln. a. Öffentliche Plätze: der Burgplatz, aufwelchem der eherne Löwe Heinrichs des Löwenseit 1172 (n. A. 1166) steht, der Schloßplatz mitdem Schlosse,. der Altstadtmarkt mit gothischemSpringbrunnen, der Hagenmarkt mit dem Denk-mal Heinrich des Löwen, nach dem Entwürfe desStadtbaumeisters Winter, die Statue modellirt vonA. Breymann, der Bronzeguß von G. Howaldt,n. der Bankplatz; meist krumme u. enge Straßen.Die alten Festungswerke sind seit 1797 abgetragenund in Promenaden verwandelt; ans ihnen stehtzwischen dem August- u. Steinthore das 1822 er-richtete Monument der beiden 1806 u. 18l5 imKampfe gegen die Franzosen gefallenen HerzögeKarl Wilhelm Ferdinand u. Friedrich Wilhelm,ein 60 Fuß hoher eiserner Obelisk; daneben liegtder Windmühlenberg mit herrlicher Umsicht. Sie-ben Thore führen ins Freie. Unter den 10 Kir-chen ist bemerkenswerth die Dom- (Stifts-, St.°Blasins-Mrche, von Herzog Heinrich dem Löwen1173 gegründet, mit den Denkmälern desselben

и. seiner Gemahlin u. mit der Fürstengrust derspäteren braunschweigischen Herzoge, u. U. desHerzogs Ferdinand, des Feldherrn im Siebenjähri-gen Kriege,-des Prinzen Leopold, der bei Frank-furt a. d. Oder ertrank, des Herzogs Karl Wil-helm Ferdinand, der 1806 bei Auerstädt tödtlichverwundet wurde, und Friedrich Wilhelms, der1815 bei Quatrebras blieb, der Königin Carolinevon England rc.; die St.-Andreas-Kirche mit 107mhohem Thnrine, die Brüder- und Martinikirche,beide in gothischem Stil, die Katharinenkirche,die im Innern prachtvolle, zu großen Concertenu. Ausstellungen benutzte Ägidienkirche im reinstengothischen Stil, die kathol. St.-Nikolaus-Kirche u.die rcsormirte Kirche; die Synagoge ist 1875 imgothisch-maurischen Baustil neu erbaut. Unterden übrigen öffentlichen Gebäuden zeichnensich ans das Schloß (sonst der Graue Hos), mittenin der Stadt, eines der prachtvollsten Residenz-schlösser in Deutschland, mit der berühmten, nachRietschels Entwürfe von G. Howaldt in Kupfergetriebenen Brunonia u. den beiden ebenfalls vonHowaldt in Kupfer getriebenen Kolossal-Reiter-standbildern der Herzöge Karl Wilhelm Ferdinandn. Friedrich Wilhelm, nach Ponningers u. Häh-nels Modell; dabei ein kleiner Park mit schönerAllee; das Mosthaus in der Burg Daukwarde-(Tanquarde-)rode, sonst Residenz der Herzoge,jetzt Kaserne; Las Lanbschastsgebäude; die herzog-

liche Kammer; Las Zeughaus, Ausbewahrungsortfür Kunstschätze u. Wafsenvorrälhe, früher Kirchedes Panlincr Klosters; die neue Kaserne vordemFallcrslcberthore u. der Bahnhof, beide von-Ott-mer erbaut; das im gothischen Stil gebaute, mitden Statuen der sächsischen Kaiser und hiesigenHerzöge gezierte Allsiadtrathhaus, mit dem jetzthergestcllten Autorshose; das Ncustädter Rathhausmit dem seit 1861 errichteten städtischen Museum.(ethnographische, germanische Münzsammlungen,Brunsvicensien); das im Jahre 1861 erbaute im-posante neue Theater im Park ain Steinwege; fernerLas Gerichtshans, PosthanS, Leihhaus, Gewand-haus u. Bankgebäude; außerdem liegen mehrereschöne Gärten aus der Promenade und vor derStadt, so der Hollandsche an dem Lessingplatze,neben welchem Rietschels Lessingstatne steht (seinGrabmal wurde Novbr. 1874 ausgerichtet), derEbelingsche u. der Löbbeckeschc in der Nähe desPetrithores u. vor dem Angustthore der Vieweg.sche. Wissenschaftliche u. Kunstanstalten:dasMuseum im 2. Stocke des Zeughauses, enthältviele Antiken, Majoliken, Kunstsachen (der be-rühmte, im I. 1830 von dem Herzog Karl II.auf seiner Flucht mitgenommene Onyx, das sog.Mantuanische Gefäß, ist nach dein am 19. Aug.1873 erfolgten Tode des Herzogs von der Erbindesselben, der Stadt Genf, ausgeliefert und demMuseum wieder übergeben), Kupferstiche u. Hand-zeichnungeu in 1500 Bänden, besonders aber altewerthvoüe Gemälde aus dem zur westfalischenZeit abgebrochenen Schlosse zu Salzdahlum, fer-ner einige Privatgcmäldesammlnngen; 3 össent-Bibliotheken im 6oIIoNum O-rrolinnm, auf derHerzoglichen Baudirection u. die mit dem Stadt-archiv verbundene Stadtbibliothek, welcher diean Jncnnabeln u. alten seltenen Drucken reicheBibliothek dss geistlichen Ministeriums und diefrühere Rathsbibliothek cinverleibt sind. B. istResidenz des Herzogs, Sitz des Geheimen Rathes,der Kammer, einer Äaiserl. Oberpostdirection undeines Kaiser!. Postamtes, des Lotteriedirectoriums u.desObersanitätscollegiums, desCommandosder40.Inf.-Brigade. Freimaurerloge: Karl zur gekrön-ten Säule. Bildung sanstalten: das Col-legium Carolinum, 1745 gestistet, höhere technisch!Bildungsanstalt, Gymnasium, Realgymnasium.Schullehrerseminar, Bürgerschule, höhere Töch-terschule, Taubstummenanstalt. Milde Stift-ungen u. Wohlthätigkeitsanstalten: Ägi-dienkloster und Krenzkloster, beide protestantischjedes mit 1 Domina, 1 Propste u. 11—14 Conventualinnen (die Stifte St. Blasii (1173 voiHeinrich dem Löwen gestiftet) u. St. Cyriaci si»iin der westfälischen Zeit 1810 aufgehoben), 1tBeguinenhäuser, 3 Hospitäler, großes Waisenhaii!(Lsatas Nur. Vir§. (für 250 Kinder)) wsSchule u. kleines Waisenhaus sür 20 Mädchen,großes Krankenhaus mit Acconchiranstalt, Militäi-krankenhaus, gute Armenanstalleu unter eigenciDirektorium rc. Die Industrie B-s arbeinbes. in Cichorien, Tabak, Zucker, Wollen- u»Baumwollenzeugen, Watte, Stärke, Gold u. Siberwaaren, Papiertapetcn, Papiermache, Papieformen, Leder, lackincnMaaren, Porzellan, Spiekarten, Essig, Branntwein, Bier (Mumme), Wms