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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
Seite
793
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Chloromclan -

ist die vollständige Empfindungslosigkeit gegenäußere Reize selbst Berührung der Hornhautdes Auges ruft keine Bewegung der Augenliedermehr hervor u. die vollständige Erschlaffungsämmtlicher Muskeln anzusehen, der aber stetsein je nach der Individualität verschiedenes, län-geres oder kürzeres Stadium mehr oder minderstarker Aufregung vorhergeht. Bei den ineistenPersonen stellt sich während oder nach dem CH.Erbrechen ein, besonders wenn sie kurz vorherEtwas gegessen haben, wcßhalb dies zu vermeidenist (s. o.). Die Vortheile des Ch-s sind also, wiesich aus dem Gesagten ergibt, sowol sür den Arzt,wie für den Patienten in manchen Fällen sehrroße. Dem Patienten wird nicht nur der Schmerzei der Operation, sondern auch die Angst vorderselben erspart; daher entschließt sich jetzt auchmancher Kranke früher zu einer Operation, undhiervon hängt in manchen Fällen das Gelingenderselben (besonders bei bösartigen Geschwülstenn. Neubildungen, wie Krebs fBrustkrebss rc.)hauptsächlich ab. Der Arzt kann kühnere Ein-griffe machen, braucht sich nicht zn überstürzen,sondern kann alles mit der größten Ruhe u. Um-sicht ausführen n. wird durch die SchmerzenSänßer-ungen u. die Unruhe des Patienten nicht in seinerThätigkeit gehindert. Außerdem kann er jetztOperationen machen, an die man früher wegender damit verbundenen heftigen Schmerzen nichtdenken konnte (z. B Ausmeißeln eines Stückesaus einem Knochen rc.). Die Nachihsile des Ch-s(ein äußerst unangenehmes, dem sogen. Katzen-

> jannner gleiches, aber meist noch viel größeres! ffbelbefinden, das mehrere Tage anhalten kann,

Erbrechen während oder kurz nach der Operation,das bisweilen äußerst heftig auftritt u. mehrereTage dauert, so daß der Patient nichts genießenkann, Asphyxie (s. d.) oder Tod kommen hier-gegen nur wenig in Betracht; die beiden erstge-nannten schwinden bald nach der Operation, ohneüble Folgen zu hinterlassen, u. die beiden letzt-genannten lassen sich durch vorsichtiges Überwachendes Ch-s meist vermeiden. Die Statistik inEngland hat auf 35,000 Chloroformirte 11 Todes-sälle ergeben, also 1 Todesfall durchschnittlich aufM00, ein Procentsatz, mit dem wir wohl zufriedensein können in Anbetracht der Vielen, denen ohneCH. vielleicht nicht mehr zu helfen gewesen wäre.Außer bei Operationen hat man das CH. noch inverschiedenen, besonders krampfhaften od. schmerz-

> hasten Krankheiten mit vielem Erfolge angewandt,

! I» z. B. bei den Krämpfen (Lelampoia) ders Schwangeren od. Kreißenden, dem nervösen Asthma,

- dann bei Hundswnth rc. In den letzten Jahren1 ist es bei diesen Krankheiten durch die neuerdingsj m Aufnahme gekommenen Einspritzungen von

Morphium unter die Haut u. durch das Chloral-hydrat mehr und mehr verdrängt worden. Eine' besonders auch für die gerichtliche Medicin nicht un-wichtige Verwendung des Chloroforms zur Entdeck-ung sogenannter simnlirter Krankheiten, zumaläußerer Gebrechen, hat schon öfters, u. zwarsicher und schnell, Aufschluß und Entscheidunggegeben, denn in der durch CH. bewirkten Be-hebung hört alle Simulation, zumal äußerer»den und Gebrechen, auf. Vgl. Koch, Über.

Chlorophyll.

das Chloroform u. seine Anwendung in der Chir-urgie, Lpz. 1874. E. Berus.

Chloromelän (Cronstedit, Min.), rhvmbod-drische, meist, zu radialstengeligen Aggregaten ver-einigte Krystalle, von rabenschwarzer Farbe; mitdunkelgrünem Strich, glasglänzend und undurch-sichtig; Härte: 2,^; spec. Gewicht 3,, bis 5,z,enthält Kieselsäure, Eisenoxyd, Eisenoxydul undWasser; Przibram in Böhmen, Cornwall in Eng-land. Lchmann.

Chlorometrie, s. Chlorimetrie.

Lblorom>ron T'si's., s. Vertieiltaria Kurs.

Chloropäl, unreiner Opal von serpentin-artigem Ansehen, von Unghwar (Unghwarit) undMnnkacz in Ungarn n. a. O.

Chlorophän (Min.), die in der Hitze phos-phorescirendcn Varietäten des Flußspathes.

Chlorophyll (Blattgrün). Die grüne Färbungder meisten Pflanzentheile rührt von mikroskopischkleinen, grün gefärbten Körnchen, den Chloro-phyllkörnern, her, welche dem Protoplasma ein-gebettet sind; auch ist bei einigen niederen Algendas ganze Protoplasma grün gefärbt, u. beieinigen Conjugaten, wie LlouAsotia, 8piro§/rn,2xFNöma u. a., haben die grün gefärbten Proto-plasmapartien die Gestalt von Platten, Spiral-bändern u. Sternen. Bei den Chlorophyllkörnernfindet sehr häufig eine Vermehrung durch Zwci-theilung statt. Alle Chlorophyllkörper bestehen auseiner farblosen Grundsubstanz, welche nur durchihre Form von dem Protoplasma verschieden ist,u. ans Chlorophyll, welches durch Lösungsmittelwie Alkohol od. verdünnte Essigsäure sehr leichtextrahirt werden kann. Das Absorptionsspektrumeiner weingeistigen, unveränderten Lösung zeigtnach Kraus 7 Bänder, von denen 4 schmale inder ersten, 3 breite in der zweiten Spectralhälfteliegen; die 4 ersten Bänder liegen in Roth, Orange,Gelb u. Lichtgrlln; das erste ist allein scharf be-grenzt u. eine totale Absorption, alle anderen sindschattenartig begrenzt. Alle Kormophyten u. Chlo-rophyll-Algen geben das gleiche Spectrum, u. zwarstimmt das Spectrum der Lösung in allem We-sentlichen mit dem des lebenden Blattes überein.Das Chlorophyllspectrnm ist ein Combinations-spectrnm, es entsteht durch Übereinanderlagerungder Spectra wenigstens zweier Farbstoffe, einesgelben u. eines blau-grünen, von denen der crsterenur Absorptionen in Blau u. Violett, der letzterein diesem u. vorwiegend in Roth bis Grün besitzt.Demnach sieht Kraus das Chlorophyll als einFarbstoffgemisch wenigstens zweier Pigmente an.Schüttelt man eine alkoholische Chlorophylllösungmit Benzol, so erscheint in letzterem blau-grünerFarbstoff, Kyanophyll, u. im Alkohol gelberFarbstoff, Tantophyll; der crstere verursacht dieBänder des CH. in Roth, Orange, Gelb n. Grünu. besitzt außerdem 3 Bänder in Blau u. Violett;der anvere besitzt 3 Bänder in Blau u. Violett.Das Tantophyll ist identisch mit dein Farbstoffetiolirter Pflanzen n. einem großen Theil desAnthoxantins, des Blnmengclbs. In vielen Fällenwird die grüne Farbe der Pflanzentheile durchandere Farbstoffe verdeckt, welche sich im Zellsaftegelöst vorfinden, so z. B. beim wilden Wein,.bei der Blntbuche, vielen Amarantacecu. Bei