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Chloroformircn.
grimm Farbe erkennbar, welche die Flüssigkeitbeim Versetzen mit einer Mischling von Kalium-bichroinat u. Schwefelsäure annimmt. Es darfPflanzensarben (Lackmus) nicht verändern undsalpetersaures Silberoxyd nicht fällen. Clören.
Chloroforiniren, durch EinathmenvonChloro-form betäuben. Von Professor Sir James ASimpson in Edinburgh 1847 zuerst in die ärzt-liche Praxis eiugeführt, verdrängte es bald wegenseiner schneller und leichter eintretenden Wirkungden 1846 von Jackson zu dem gleichen Zweckeangewandten Äther. Die „Begeisterung, mit derdas Chloroform von den Ärzten ausgenommen u.dem Äther vorgezogen wurde, verwandelte sichaber bald in Mißtrauen, als von allen Seitenher von Todesfällen bei Anwendung des Chloro-forms berichtet wurde. Erst allmählich, als sichherausstellte, daß dieselben nur der falschen An-wendung — Abschließen der Luft, Einathmen zuconcentrirter Chloroformdämpse — zuzuschreibenseien, gelangte es wieder in Änsehen u. wird jetzrbei allen größeren Operationen — chirurgischensowol, wie augenärztlichen u. geburtshilflichen — inDeutschland wenigstens fast ausschließlich angewandt.Bon einigen Autoren wird ihm allerdings wegen an-geblich größerer Ungefährlichkeit der Äther, von nochanderen eine Mischung von Äther u. Chloroformvorgezogen. Es ist aber noch nicht erwiesen, daßdas Chloroform den Äther an Gefährlichkeit über-treffe; einer allgemeineren Anwendung des Äthersals Betäubungsmittel anstatt des Chloroformsstehen die technischen Schwierigkeiten bei der An-wendung des ersteren entgegen. Vor allen Din-gen ist bei der Anwendung des Chloroforms auchdarauf zu achten, daß dasselbe chemisch rein sei(das Chloroform wird im Handel sehr verfälscht),denn bei einer Anzahl der infolge des Ch-s ein-getrctenen Todesfälle hat eine genaue Untersuch-ung des angewandten Chloroforms ergeben, daßdasselbe verunreinigt war u. diesen Verunreinig-ungen die Unglücksfälle znzuschreiben waren. Diebald nach Einführung des Chloroforms construir-ten complicirten Apparate zum Einathmen des-selben sind wieder verlassen, u. man bedient sichjetzt meist einer zusammcngefalteten Compreffeoder Serviette, oder der von Skinner zuerst an-gegebenen, später vielfach modificirten Körbe ausMetalldrahtgeflecht, die mit dünnem Flanell über-zogen sind. Äuf diese gießt man das Chloroformu. hält sie dann dem Patienten vor Mund undNase, muß dabei aber stets auf das Sorgfältigstebeachten, daß man nicht zu viel Chloroform aufeinmal aufgießt u. der atmosphärischen Luft ge-nügenden Zutritt gestattet. Die Quantität desbenutzten Chloroforms ist sehr verschieden u. richtetsich nach der Constitution, dem Alter u. Geschlechtsder Patienten. So vertragen starke, an den Ge-nuß geistiger Getränke gewöhnte Männer zuweilenaußerordentlich große Dosen, während bei Kindernoder schwachen Personen die Betäubung schon inkurzer Zeit eintritt. Die zur Betäubung hin-reichende Dosis beträgt bei letzteren zuweilen nur3—5 §, während bei ersteren zuweilen 20—50 §zur Verwendung kommen, bevor die Betäubungeintritt. Dabei ist aber wohl zu berücksichtigen,daß ein Theil des angewandten Chloroforms sich
unbenützt verflüchtigt, die Menge des wirklich ei»,geathmeten also nie genau angegeben werden kann.In äußerst seltenen Fällen tritt selbst nach länge,rer Zeit ('/--1 Stunde) fortgesetzten Ch-s keineBetäubung ein (ja, der chloroformirende Arzt itvielleicht selbst eher betäubt, als der Patient), undist dann von weiterem CH. Abstand zu nehmen.Sobald die Betäubung eingetreten ist, muß dasChloroform entfernt werden. Hört die Betäubungvor Beendigung der Operation, wegen deren minisie unternahm, oder vor Erreichung des bei ihr-rEinleitung beabsichtigten Zweckes wieder auf, sochlorosormirt man wieder von Neuem u. kann sodie Betäubung auf mehrere Stunden ansdehnen.Neuerdings wird zur Unterstützung und längerenDauer der Betäubung die Einspritzung einerschwachen Dosis Morphium unter die Haut (sub-cntane Morphium-Jnjection) niit vielem Erfolgeangewandt. Vor der Änwendung des Chloroformsmuß der Patient genau auf den Zustand seinerBrustorgane (Herz n. Lunge) untersucht werden,da bei verschiedenen Krankheiten dieser Organedas Chloroform nicht benutzt, oder nur mit deräußersten Vorsicht angewandt werden darf; danndarf der Patient in den letzten Stunden vor demCH. nichts essen, da er sonst das Genossene wäh-rend oder nach der Betäubung wieder ausbrechenwürde; ferner muß er in eine bequeme Lage —am besten horizontale Rückenlage mit mäßig er-höhtem Kopfe — gebracht, u. alle die Brust u.den Unterleib drückenden, also das Athmen be-hindernden Kleidungsstücke müssen gelockert oderentfernt werden. Zu vermeiden ist das CH. beiallen leichteren Operationen u. bei solchen, beidenen mangelndes Bewußtsein des Patienten Ge-fahren bringen könnte (z. B. bei Operationen imMunde, bei denen der Kranke das Blut auswerfenmuß). Dagegen empfiehlt sich seine Anwendungbei allen größeren u. länger dauernden, besondersaber bei sehr schmerzhaften Operationen. Diefrüher von verschiedenen Seiten gegen die An-wendung des Chloroforms in der geburtshilflichenPraxis, sowol bei natürlichen, als bei künstlichenGeburten, vorgebrachten Gründe, daß durch dasCH. die die Geburt befördernden Wehen gar leichtgestört würden und der Arzt bei künstlichen Ge-burten durch CH. u. Aufheben des Gefühls derKreißenden den Wegweiser für seine leicht ver-letzenden Instrumente verliere, haben sich als nichtstichhaltig erwiesen, da ein mit der nöthigen Vor-sicht geleitetes CH. keinen irgend wie erheblichstörenden Einfluß auf die Wehen ansübt (ja, mansieht nicht selten, da heftige Schmerzen das ge-hörige Verarbeiten der Wehen verhindern, nachdem Gebrauche des Chloroforms die Wehen weitwirksamer werden indem ein kräftigeres Mit-pressen der Kreißenden eintritt), u. ein Arzt beider Anwendung seiner verletzenden Instrumentesich nicht auf das Gefühl der Kreißenden verlasse»darf, sondern seinem eigenen Gefühl und demResultat seiner Untersuchung vertrauen muß. Beischwierigen Geburten ist selbst in vielen Fallenwegen der damit verbundenen äußerst heftige»Schmerzen eine genaue Untersuchung ohne CH.nicht möglich, wieviel weniger eine Operation!Als Zeichen der cingetretenen Wirkung des Ch-s