Druckschrift 
Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
Seite
794
Einzelbild herunterladen
 

794 Chlorvsamid

vielen bunt gefärbten Algen aber ist ein im Wasserlöslicher Farbstoff, Phykochrom, Rhodophyll od.Melanophyll, mit einem anderen in Alkohol lös-lichen Farbstoff verbunden, der ein Gemengevon CH. n. einem gelben Farbstoff, Phyko-xanthin, Larstcllt. (Ausführlicheres über diesenGegenstand in Kraus, Zur Kenntniß der Chloro-phyllfarbstoffe, Stuttgart 1872 .) Unter dem Ein-fluß des Sonnenlichtes bilden sich im Innern derChlorophyllkörper Einschlüsse von Stärkekörnchen,die dann oft so stark anwachsen, daß die Substanzdes Chlorophyllkorns selbst nur noch einen sehrdünnen Überzug bildet. Auch der grüne Farbstoffselbst kann nur unter Mitwirkung des Lichtes ent-stehen, denn man beobachtet bei Pflanzen, die imFinstern cultivirt worden, daß wol die Chloro-phyllkörper sich aus der übrigen Masse ausscheiden,Laß sie aber gelb sind u. erst unter dem Einflußdes Lichtes grün werden; diese Wirkung des Lichteskommt vorzugsweise den minder brechbaren Strah-len zu. Endlich ist auch zur Entstehung des Chlo-rophyllfarbstoffes nothwendig, daß der Pflanzen-theil gewisse, wenn auch sehr geringe MengenEisen bei seiner Ernährung ausnehme. Engler.

Chlorosannd, Product der Einwirkung desChlors auf Salicylsänre (s. d.).

Chloröse (Chlorosis, gr.), Bleichsucht.

Chlorospinell (Min.), grasgrüne Varietät desSpinells; Strich gelblich weiß, im Bruch glänzend,Glasglanz, an den Kanten durchscheinend; Härteu. spcc. Gewicht wie Spinell; chemische Zusam-mensetzung 57 ,^ Thonerde, 14 , Eisenoxyd, 27,4gMagnesia, 0,«2 Kupferoxyd; findet sich eingewachssnin Talkschiefer in Begleitung von kristallinischemMagneteisenstein u. gelbem Granat, bei Slatoustam Ural.

l!blorox>lon D6., Pflanzengatt, ans der Fam.der Rntaceen, Baum mit paarig-gefiederten Blät-tern, kleinen, end- oder achselständige Rispen bil-denden, ötheiligen Blüthen; Blumenblätter genagelt,10 Staubblätter, am Grunde der hypogynischenScheibe eingefügt; Fruchtknoten llfächcrig mit 8aufsteigenden Eichen in jedem Fache; Frucht einelängliche, lederartige, fachspaltig aufspringende,3 klappige Kapsel. Einzige Art: 6b. 8rvistsniaÄ< 7 .; (Atlasholzbaum), auf dem Himalaja; liefertreichliches Harz, welches wahrscheinlich auch alsDammaraharz in den Handel kommt; das grünlich-gelbe Holz nimmt eine schöne Politur an und istals Seiden- oder Atlasholz bekannt. Engler.

Chlorpikrin (Nitrochloroform, Chem.), farb-loses, bei 112° siedendes, nicht brennbares Öl,von der Formel 6(862)613, von äußerst durch-dringendem, zu Thränen reizendem Geruch; spec.Gewicht l,gg; entsteht bei der Destillation vonAlkohol oder Holzgeist mit Salpeter u. Schwefel-säure, sowie bei der Destillation vieler Nitrover-bindungen (Pikrinsäure) mit Chlorkalk. Mit Essig-säure n. Eisenfeile erhitzt wird es in Methylaminverwandelt. Clären.

Chlorriiuchernng, Desinfection mittels Chlor(s- d.).

Chlorsalpetcrsiiurc, chemische Verbindungvon Chlor, Stickstoff u. Sauerstoff, deren Formel8O26I ist. Sie bildet eine rothbraune, bei 5 "siedende Flüssigkeit, die mit Wasser sofort in Chlor-

- Chlorsüuresalze.

Wasserstoff u. Salpetersäure sich umsetzt. Sie ent-steht bei Einwirkung von trockenem Chlorgas aufflüssige Untersalpetersäure. Dabei entsteht gleich-zeitig die bei 5 ° siedende chlorsalpetrige Säure( 8061 ). Diese letztere kann auch aus Königs-Wasser, sowie durch Einwirkung von Chlor ausStickoxydgas neben Chloruntersalpetersäure(8O6I2) erhalten werden. Alle drei Verbindun-gen scheinen dem Chlorwasserstoffe analog gebildetzu sein, indem sie an Stelle des Wasserstoffes dieRadicale Stickoxyd, resp. Untersalpetersäure ent-halten. H-tzer.

Chlorsalpetrige Säure, s.Chlorsalpetersäure.

Chlorsäure, chemische Verbindung von Chlor,Wasserstoff n. Sauerstoff, deren Formel 8610 z.Die concentrirte wässerige Lösung derselben istfarblos, syrupdick, geruchlos u. von stark sauremGeschmack; sie röthet anfangs blauen Lackmus,bleicht ihll aber dann vollständig. Papier, Lein-wand rc., in die Säure getaucht ü. vorsichtig getrock-net, entzünden sich von selbst u. verbrennen unterFnnkensprühen. Beim Erwärmen zersetzt sie sichsehr leicht, bei ihrer Darstellung muß deshalbjede Erwärmung vermieden werden. Man zerlegtentweder chlorsanres Kali durch Kieselfluorwasser-stoffsäure, oder chlorsauren Baryt durch verdünnteSchwefelsäure u. conceutrirt die verdünnte Lösungdurch Verdunsten unter dem Recipienten der Luft-pumpe. Hetz".

Chlorsäurcsalze (Chlorate, chlorsaure Salze)sind chemische Verbindungen, welche dadurch ent-stehen, daß der Wasserstoff der Chlorsäure (s. d.)durch eine entsprechende Menge eines Metallsersetzt wird. Sie sind alle in Wasser löslich;das Kalium-, Baryum- u. Silbersalz krystallistren,das Magnesium- u. Calciumsalz sind zerfließlich.Beini Erhitzen geben sie allen Sauerstoff ab undverwandeln sich in Chlormetalle; mit brennbarenKörpern (Schwefel, Phosphor, Kohle, Zucker:c.)gemengt, detoniren sie beim Schlagen, Reiben od.Erwärmen sehr heftig, weshalb dergleichen Ge-menge stets mit größter Vorsicht behandelt werdenmüssen. Durch Schwefelsäure werden sie unterstarker Erhitzung zersetzt, wobei sich stark bleichendeUnterchlorsäure bildet. Das wichtigste Salz istdas chlorsaure Kali (chlorsaures Kalium, Kalium-chlorat, L 6 I 0 g). Es bildet farblose, perlmutter-glänzende Krystallblättchen von bitterlichem Ge-schmack, die in kaltem Wasser schwer, in heißemleicht löslich sind. Bei vorsichtigem Erwärmenschmilzt es ohne Zersetzung, bei stärkerem Erwär-men zerlegt es sich in Sauerstoff u. Chlorkalium,besonders leicht, wenn man es mit Braunstein,Eisenoxyd od. Kupferoxyd gemengt hat. Gemischevon chlorsaurem Kali mit brennbaren Substanzen(Schwefel, Schwefelantimon, Kohle, Zucker rc.),die man durch vorsichtiges Mischen der seingepul-verten Ingredienzien auf einer weichen Unterlagedarstellt, brennen beim Stoßen u. Reiben, sowiebeim Erwärmen außerordentlich heftig, oft unterstarker Explosion ab u. werden deshalb zur Dar-stellung von Ziindrequisiten (Zündhölzern, Zünd-pillen, Zündspicgeln), sowie zu Feuerwerkssätzen(s. Buntfeuer) benutzt. Außerdem dient das chlor-saure Kali zur Darstellung von Sauerstoff (1 üzliefert 273 ,s I Gas), ferner als kräftiges Oxyda-