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bis schwärzlich-grünen Farbe wegen so genannt.Die hexagonalen Krystalle sind Lurch Vorherrschender Basis taselsörinig u. meist zn Wulst- od. kegel-sörmigcn Gruppen vereinigt, häufig erscheinen sieanderen Mineralien als feine Schüppchen aufge-strcut. Ost tritt der CH. auch als Pseudomorphoseans, so nach Orthoklas, Turmalin, Hornblende,Quarz, Granat, Kalkspath u. a. Er ist durch-scheinend bis durchsichtig, schimmernd, wachsglän-zcnd, schwer schmelzbar, von splitterigem oder er-digem Bruch: Härte 1 bis 2; spec. Gewicht 2„gbis 2,gz; enthält Thon-, Kiesel- und Bittererde,Eisenoxydul u. Wasser. Am häufigsten als Chlorit-schiefer (s. d.); erdig kommt er als sogenannteGrünerde (Ch-erde) in hell- oder dunkelgrünen,erdigen, absärbenden Massen bei Verona am MonteBaldo, Zweibrücken, in Norwegen und anderenOrten vor; wird als Malerfarbe benutzt.
Lehmann.*
Chloritschiefer (Geogn.), ein schieferiges Ge-menge von Quarz n. Chlorit aus der llrschrefer-sorrnation, der in Tirol u. in den Alpen häufigauftritt; er enthält häufig Magneteisenstein undKupferkies u. tritt gewöhnlich in Begleitung vonGneis und Glimmerschiefer auf, häufig wird erdurch zahlreiche Quarz- u. Kalkspathgänge durch-setzt, wie namentlich der CH., auf welchem Katha-rinenburg steht. Am Ural in der Nähe von Be-resow enthält er Gold, welches in dem gangför-mig auftretenden Quarz eiugesprengt ist.
Chlorjod (Jodchlorid, Jodchlorür) ist eine che-mische Verbindung von Chlor und Jod nach derFormel 61fl. Es bildet eine rothbranne, starknach Chlor u. Jod riechende Flüssigkeit, die sichbei Einwirkung von trockenem Chlorgas auf trocke-nes Jod bildet. Bei längerer Einwirkung entstehtdreifach Chlorjod (Jodsuperchlorid Ü61g), einschön gelber, kristallinischer, zerfließlicher, leichtschmelzbarer Körper. Hetzer.
Chlorkali (Dan äs flavslls) ist im Wesentli-chen eine Auflösung von unterchlorigsaurem Kaliin Wasser, die als Bleichflüssigkeit (Fleckwasser)dient. Man stellt sie dar, indem man Chlor durcheine kalte Auflösung von Kali oder kohlensanremKali leitet, oder indem man einen wässerigenChlorkalkauszug mit kohlensaurem oder schwefel-saurem Kali'fällt u. filtrirt. Hetzer.
Chlorkalium, s. n. Kalium.
Chlorkalk (Bleichkalk, Lalsaria okrlorata, Oirlo-rurs äs skiu-ux, OKIoriäs ok lims, LIsaoüinA pvtv-äer), ein Körper, der bei Einwirkung von Chlor auffeuchtes Kalkhydrat entsteht u. als wesentliche Be-standtheile unterchlorigsauren Kalk, Chlorcalciumn. Kalkhydrat zu enthalten scheint. Er bildet einweißes, zusammenballendes Pulver von chlorähn-lichem Gerüche, welches von kaltem Wasser thcil-weise unter Zurücklassung von Kalkhydrat gelöstwird. Der CH. (sowie sein wässeriger Auszug)entwickelt unter dem Einflüsse schwacher Säuren,selbst der Kohlensäure der Luft, stark bleichendeunterchlorige Säure; stärkere Säuren (Schwefel-säure, Salzsäure) zersetzen ihn unter Bildung vonChlor. Beim längeren Liegen an der (immerkohlcnsäurehaltigen) Luft wird er, namentlich beiGegenwart von Feuchtigkeit, allmählich vollständigzersetzt; Tageslicht befördert die Zersetzung. Man
- Chlorkalk.
muß ihn deshalb in gut verschlossenen Gesäßen(im Großen in dichten Fässern von trockenemHolze) aufbewahren, aber selbst dann tritt manch-mal aus bis jetzt noch nicht ermittelten Gründeneine freiwillige Zersetzung desselben ein. Der CH.ist wegen seiner massenhaften Verwendung zumBleichen (s. d.) eines der wichtigsten Producte derchemischen Industrie; in England allein beläuftsich die jährliche Production auf annähernd 2 Will.Ctr. Fast überall ist seine Fabrikation mit derSodasabrikation nach dem Leblancschen Verfahrenverbunden, weil man bei der letzteren große Men-gen von Chlorwasserstoff, resp. Salzsäure als Ne-benprodukte erhält, aus denen man durch Erwär-men mit Braunstein, oder nach dem Deaconsche»Verfahren (s. u. Chlor) das erforderliche Chlorerzeugt. Zu seiner Darstellung verwendet maneinen möglichst reinen gebrannten Kalk, den manauf einer mit hohen Rändern versehenen, sieb-artig durchlöcherten Schaufel einige Zeit in Wassertaucht u. auf Haufen wirft. Das so entstehendefeine Pulver von Kalkhydrat, welches noch etwa6—8 pCt. Wasser enthalten muß, wird auf einemCylindersiebe von allen größeren Stückchen befreitu. in die Absorptionskammern gebracht. Dieselbe»bestehen ans Bleiplatten, od. aus getheerten Mauer-steinen od. Sandsteinplatten u. enthalten niedrigeBänke aus getheertem Holze oder Steinen, auswelchen der Kalk in dünner Schicht ausgebreitetwird. Das aus den Entwicklern kommende Chlor-gas passirt vor seinem Eintritte in die Kammereinige leere Steinzeng- oder Bleigefäße, in wel-chen es abgekühlt n. möglichst von Wasserdampfbefreit wird. Die Absorption desselben geht raschn. unter Wärmeentwickelung von Statten, wes-halb der Gasstrom von Zeit zu Zeit ermäßigtwerden muß. Das fertige Product wird aus de»Kammern heransgczogen, durch einander geschau-felt und in Fässer verpackt. Über die chemischeZusammensetzung des Ch-s herrschen verschiedeneAnsichten. Früher betrachtete man ihn allgemeinals eine Mischung von Kalkhydrat mit Chlorcal-cium und unterchlorigsaurem Kalk, welche ihreBleichkraft der durch schwache Säuren daraus frei-werdenden unterchlorigen Säure verdankt, wäh-rend stärkere Säuren, z. B. Schwefelsäure, auchdas Chlorcalcium unter Bildung von Chlorwasser-stoff zersetzen und so, da unterchlorige Säure ».Chlorwasserstoff sich sofort in Wasser und freiesChlor umsetzen, den ganzen Chlorgehalt des Ch-es(etwa 20—30 pCt.) zur Wirkung bringen. Nachneueren Versuchen scheint aber die bleichende Ver-bindung ans Calcium, Sauerstoff u. Chlor nachder Formel 6a00l2 zusammengesetzt zu sein. Aus-führlicheres über diesen Gegenstand s. in DinglersPolytechnischem Centralblatt OOXI. S. 31. DerCH. dient hauptsächlich zum Bleichen von Leinen,Baumwolle rc. (s. u. Bleichen), ferner zur Zer-störung von Riechstoffen u. Miasmen, indem manihn in flachen Gefäßen, wol auch nach dem Be-sprengen mit Essigsäure, verdünnter Schwefelsäureoder Salzsäure, in die zu desinficirenden Räumestellt; in Fänlniß begriffene Körper (Cadaver rc.)bestreut man mit CH., oder benetzt sie mit einerAuslösung desselben. Immer ist dabei zu berück-sichtigen, daß Chlor u. unterchlorige Säure die