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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chlor.

land aus. Von 180811 focht er rühmlich, in-zwischen 1809 mit einem Brigade-Commando be-traut, unter Suchet in Spanien n. darauf 1812gegen Rußland bei Smolensk u. an der Moskwa,wo er schwer verwundet wurde. Wiederherge-stellt, schloß er sich von Neuem Napoleons Heeran, nahm aber, weil er sich zurückgesetzt glaubte,seinen Abschied u. ging nach Paris. 1814 nachPolen zurückgekehrt, wurde er vom Kaiser Alexan-der zum Divisionsgeneral in der neu gebildetenpolnischen Armee ernannt, verließ jedoch nacheiner Zwistigkeit mit dem Großfürsten Constantinden Dienst u. lebte in Warschau. An den späte-ren politischen Umtrieben u. revolutionären Ver-bindungen in Polen nahm er keinen Antheil, auchnicht an der Erhebung von Warschau 29./30. Nov.1830, mußte aber doch dem Drängen schließlichfolgen, dem Administrationsrathe beitreten u. 5.Der. die Dictatur übernehmen. Gesetzmäßigkeitu. den Weg der Versöhnung mit Rußland offenzu erhalten, war sein Streben in dieser Stellung,u. ofsen gab er seine Ansicht zu erkennen, daß ersich von einem Kampfe mit Rußland auf die Dauerkeinen Erfolg verspreche, vielmehr nur auf demWege der Vermittelung mit dem Kaiser eine sichereGewähr für genaue Beobachtung der Constitutionzu erlangen sei. Deshalb von den demokratischenClubisten angefeindet, legte er 18. Dec. nach Er-Lssuung des Reichstages die Dictatur nieder, mußtejedoch, da der größte Theil des Volkes, das Mi-litär u. der Adel auf seiner Seite war, schon am20. Dec. dieselbe, u. zwar mit ausgedehnteren Be-fugnissen wieder übernehmen. Jnüeß wegen sei-nes Fcsthaltens an seinen Principien und seinerStrenge gegen die anarchischen Bestrebungen vomPatriotischen Verein zur Rechenschaft gezogen, legteer 23. Jan. 1831 die Diciatnr wiederum nieder,trat aber, zum Erweise seiner vaterländischen Ge-sinnungen, im Februar als Soldat in die Armeeunter dem neuen Generalissimus Fürsten MichaelRadziwill, mit dem Versprechen, denselben mitseinem Rathe zu unterstützen. So war CH. dieSeele der wichtigsten Kriegsoperationen, bei denener sich durch persönliche Tapferkeit auszeichnete.Seine Unerschrockenheit zeigte er namentlich beiWawer 19. u. 20. Febr., wo ihm hauptsächlichdie Behauptung des Schlachtfeldes zu danken war,u. als 25. Febr. der Angriff der Russen unterDiebitsch erneuert wurde, commandirie er denrechten Flügel, Bataillon für Bataillon ins Feuerführend. 2 Pferde waren schon unter ihm ge-fallen, als er einen Angriff auf das Erlengehölzanordncte; hier tödtete eine Granatkugel sein 3.Pserd u. warf ihn selbst, an beiden Füßen schwerverwundet, zu Boden. 10. März ließ er sich zurWiederherstellung seiner Gesundheit nach Krakaubringen, wo er in stiller Zurückgezogenheit lebtebis zu seinem Tode, 30. Sepl^ 1854. Lag-» "Chlor (lat. Oblornm), chemisches Element,dessen Zeichen 61, dessen Atomgewicht 35,5 ist.Es ist ein Gas von schwach grünlich-gelber Farbeund eigenthümlichem, durchdringendem Geruch.Selbst in kleinen Mengen eingeathmet, wirkt esauf die Athmungswertzeuge äußerst schädlich einu. verursacht heftigen Husten, Erstickungszufälle,Blutspeien rc. Gegen diese Zufälle schützt man

sich beim Arbeiten mit CH. durch gleichzeitigesEinathmen von Ammoniak (Cigarrenrauch), odervon Weingeistdampf, indem man einen mit ver-dünntem Weingeist befeuchteten Schwamm vorMund und Nase bindet, oder auch nur ein mitWeingeist befeuchtetes Stück Zucker in den Mundnimmt. Das spec. Gewicht des Ch-s auf Luftbezogen ist 2,^, 11 desselben wiegt 3,g A. Durchstarken Druck (4 Atmosphären) u. starke Abkühl-ung (bis 40" 0.) wird es zu einer gelblich-grünen Flüssigkeit von 1,5s spec. Gewicht verdichtet,die mit Wasser sich nicht mischt u. auch bei denniedrigsten Tcmperaturgraden nicht gefriert. DasCH. ist in Wasser löslich, u. zwar nimmt 1 Vol.Wasser bei 10" 3 Vol. CH., bei 30" nur 1,55 Vol.auf. Die Lösung, CH-Wasser (Lgua eblorata,lägnor Oblori, Oblorum volnbnm), besitzt Farbeu. Geruch des Ch-s, zersetzt sich aber am Tages-lichte sehr schnell u. muß deshalb im Dunkeln auf-bewahrt werden. Bei etwa 0° scheidet sich ausihm eine Verbindung von CH. u. Wasser, Ch-hydrat (61 -l- 5H.5O), in gelben Krystallcn aus,die sich bei gewöhnlicher Temperatur unter Auf-brausen in CH. u. Ch-wasser zersetzt. Das CH.ist nicht brennbar und unterhält weder die Ver-brennung, noch die Athmung; es verbindet sichaber direct mit fast allen Elementen, namentlichgern mit den Metallen, oft unter Feuererschein-ung; so entzünden sich Phosphor, Bor u. Siliciumin Ch-gas von selbst, ebenso gewisse fein zertheilteMetalle (Antimon, Arsen, Wismuth, unechtesBlattgold rc.); sehr dünne Drähte von Eisen,Messing u. Nensilber verbrennen unter Funken-sprühen, wenn sie erhitzt in Ch-gas eingetauchtwerden. Besonders stark ist die Verwandtschaftdes Ch-s zum Wasserstoff. Ein Gemisch aus glei-chen Raumtheilen beider Gase bleibt im Dunkelnunverändert, im zerstreuten Tageslichte geht dieVereinigung langsam, im direkten Sonnenlichte,sowie in dem Lichte des brennenden Magnesiumsu. eines brennenden Gemenges von Schwefelkoh-lenstoffdamps und Stickoxydgas augenblicklich un-ter heftiger Explosion von Statten; ebenso wir-ken der elektrische Funke u. die Berührung miteinem brennenden Körper. Auf diesem energischenVereinigungsbestreben beruht die zersetzende Wirk-ung des Ch-s auf wasserstoffhaltige Körper; esentzieht ihnen den Wasserstoff ganz, oder wenig-stens theilweise, u. veranlaßt dadurch die Entsteh-ung verschiedenartiger Zersetzungsproducte. Istgleichzeitig Sauerstoff vorhanden, so wird dieserals stark oxydirendes Ozon in Freiheit gesetzt, n.das CH. wirkt dann mittelbar als kräftiges Oxy-dationsmittel. Beispielsweise wird schwefeligeSäurebei Gegenwart von Wasser durch CH. in Schwefel-säure, schwefelsaures Eisenoxydul in schwefelsaurcsEisenoxyd verwandelt. In ähnlicher Weise wirktdas CH. aus organische Körper; so werden allestickstofffreien organischen Farbstoffe durch CH. raschgebleicht, d. h. unter Bildung von wenig gefärbtenZersetzungsproducten zersetzt, und alle Riech- u.Ansteckungsstoffe (Miasmen) zerstört. Hierauf be-ruht die umfangreiche Anwendung des Ch-s zumBleichen u. als Desinsectionsmittel. Da aber dasCH. weder als Gas, noch in Lösung leicht trans-portabel ist, so benutzt man jetzt zu diesen Zwecke

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