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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Menge Stoff u. Gelegenheit zur Ausbildung.Wenn trotzdem der Erfolg nicht immer der ent-sprechende war, so lag dies hauptsächlich in denwiderwärtigen, schon erwähnten Rangstreitigkeitender Facnltät n. des Collegiums der Chirurgen,auS denen 1656 die erstere als Siegerin hervor-ging. Berühmte Chirurgen dieser Zeit warenBerth. Saviard (16561702), Joh. Vigier (1659),I. A. Lambert (1656), der sich namentlich umdie Knochenkrankheiten verdient machte, De laVauguyon (1698), der die operative CH. undVerbandlehre mit Beifall bearbeitete, Franz Pou-part (1695), der neben der gesammten CH. be-sonders die Bruchlehre würdigte; der glänzendsteaber, Peter Dionis, zu Ende des Jahrh. Auchdie Niederlande blieben in der Erhebung derCH. nicht zurück, auch sie stellten ein ansehnlichesContingent. Aber noch war im Allgemeinendie CH. wenigstens in Deutschland mit dem Bar-bierthum zu innig verbunden, noch hatte sie sich hierkeines besonderen Lehrstuhls zu erfreuen, u. dieFacultäten blickten mit Hochmuth ans sie herab.Aber die Noth trat bald für sie ein. Das Bcdürf-niß der Kriegsheere zwang die Regiernngcn, vor-zügliche Lehranstalten zu gründen, mit denen dieUniversitäten im eigenen Interesse wetteifern muß-ten. 1685 wurde in Berlin das Oolloxium ms-äisnm geschaffen, 1713 u. 1724 zu einer Lehr-anstalt erweitert u. unter Friedrich II. noch wei-ter ausgedehnt. 1795 folgte das Medicin.-chirurg.Fricdrich-Wilhelms-Jnstitnt. In Österreich er-richtete Joseph II. 1780 eine Medic.-chirurg,Akademie für das Militär, u. in Dresden wurde1815 das OollsAium msäioo-obirnrssio. zur Medic.-chirurg. Akademie erhoben. Zahlreiche chirurgischeSchulen folgten diesen größeren Anfängen. InFrankreich wurde der alte Streit in einerehrenvollen Weise durch Gründung der ^.oaäsmisroyale äs obirniFis 1731 geschlichtet, u. nun be-gann an dieser Petit seine Arbeiten, die sich einesbleibenden Ruhmes erfreuten. Ihm zur Seitestand Auel, dessen Behandlung der Pulsader-Ge-schwülste Aufsehen erregte, Morand, Le Dran,La Faye, Ravaton u. v. A., sowie die späterenDefault (174495), Sabatier (17371811),Percy, Dupuytren, Larrey, Chopart, Boyer,Delpech, Roux, Lallemand, Begin, Civiale,Amufsat, die für die einzelnen Zweige, wie fürdie Gesammtheit ganz Vorzügliches leisteten. DieNiederlande folgten es sei nur Campergenannt, und von den Neueren E. Sandifort,A. Bonn, Rich, Logger, Hendriks. In Englanderfreute ein Cheselden durch seine klassischen Lei-stungen namentlich auf dem Gebiete des Blasen-steinschnittes und der künstlichen Pupillenbildungdie Zeitgenoffen; Sharp, Pott, White, I. Hun-ter, B. Bell, später Abernethy, A. Cooper, Law-rence, Brodie, S. Cooper, Cline, Hennen,Guthrie, Erichsen stehen als Heroen der CH. da.Italien eiferte gleichfalls, nicht zurückzubleiben,u. that es darin Spanien zuvor; es stellte Lan-cisi (1728), Marini u. zu Anfang des 19. Jahrh.Scarpa, Vacca Bcrlinghieri, Paletta rc.; Spa-nien den Gimbernati. In Deutschland undÖsterreich war es Lorenz Heißter (16831758),Schüler von Rnysch u. Boerhave, Professor in

Helmstädt, der den neuen Aufschwung veranlaßtund durch die Gründlichkeit n. Vielseitigkeit seinerLeistungen einen unglaublichen Einfluß auf seinVaterland u. nach außen hin ausübte. Ihm folg-ten: Guenz, Platner in Leipzig, deren elastischgeschriebene Werke noch heute reellen und histo-rischen Werth haben, Bilguers, Kaspar v. Sie-bold, Theben, Schmucker, vor Allen A. G. Rich.ter, der als Stern erster Größe glänzte, dannBernstein, Loder, Mnrsinna. Alle diese Meisterkonnten ihren Zweck nur dadurch erreichen, daßsie die CH. aus dem Zwange einseitiger philoso-phischer Systematik Herausnahmen u. zur Natur-Beobachtung zurückkehrten, daß sie vor Allem dieAnatomie u. Physiologie allseitig heranzogen, alleHilfswissenschaften redlich benutzten u. ein natur-gemäßes Heilverfahren anstrebten. Auf diesem Bo-den u. unter den begünstigenden äußeren Momen-ten konnte sich erst der Zweig der CH. zu einemlebensvollen kräftigen Baume gestalten, erst jetztkonnte er als Früchte die hervorragenden Leistun-gen der neueren deutschen Chirurgen zur Reifebringen, die Leistungen eines Gräfe, Walther, Rust,Dzondi, Textor, Chelius, Roser, Schuh, Pitha,des herrlichen Stromeyer, u. wie sie Alle heißen.Der geniale Dieffenbach brachte die plastische CH.zu hoher Vollendung, sowie die Schieloperationenund die unterhautlichen Sehnen- u. Muskeldurch-schneidungen (Myotomie und Tenotomie), worinihm namentlich Burow nachfolgte; MiLdeldorpsführte den galvanischen Strom in den chirurgi-schen Heilschatz ein und benutzte den durch ihnglühend gemachten Platindraht namentlich zur Ab-schnürung von Geschwülsten; Burns lehrte Kehl-kopfgeschwülste von innen heraus entfernen underleichterte die Diagnose derartiger Erkrankungendurch die Construirung trefflicher Beleuchtungs-apparate; Esmarch erwarb sich das Verdienst derEinführung des unblutigen OperationsversahrenSmittels elastischer Binden; eines der segensreich-sten Erfolge aber darf sich R. Bolkmann rühmen,der in Deutschland Listers wunderbare Methodeder Wundverbände eingeführt hat. Neben diesendeutschen und englischen Leistungen seien übrigensdie französischen Neueren nicht vergessen. Mal-gaigne hat durch wissenschaftliche Untersuchung dernormalen u. pathologischen Verhältnisse des mensch-lichen Körpers den verschiedenen Operationsmetho-den vielfach sicheren Grund u. Boden verliehen u.eine sichtende, scharfe Kritik geübt. Ferner habenCiviale, Heurteloup, Amuffat die Lehre von derZertrümmerung der Blasensteine außerordentlichbereichert u. wissenschaftlich begründet. Die Be-nutzung der Betäubungsmittel, namentlich durchDieffenbach eingeführt, hat selbstverständlich derAusdehnung der operativen Eingriffe wesentliche»Vorschub geleistet. S. die Arbeiten v. Ammon,Bernstein, Hecker, Jsensce, Sprengel. Thamh-y->.

llkirurgien (fr.), Wundarzt; 6b. mag'or, inder franz. Armee Öber-(Regiments-)Chirurg; Ob.sn obsk, Generalstabsarzt; Obirurgisns äs robslonAus und äs robs oourbs, Bezeichnung fürdie Mitglieder des durch Pitard gegründeten Col-legiums der Chirurgen in Paris (s. Chirurgie,Gesch.), welche den Rang der LlaAistri inpbz-sisa hatten u. deren lange Kleider trugen,