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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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diroin^s -

Bergamo 1578; De la Chambre, 8ur lg, slriro-mantia, Par. 1653; Joh. Prätorius, Rdssanrusolürowantis, Jena 166164; dessen 6olls§inmouriosum Privatissimum piiMoAnm.-eiiiromaut.-mstoposeop.-antdropoi-Aioum, Fkf. u. Lpz. 1699,1713, mit Kupfern; Phil. May, l,a clüromarttismsäioals, Haag 1665; Hözing, Institntionosdiiromautioas, Jena 1674; dessen Clrirom. lrar-moviea, ebend. 1677; G. B. della Porta, Voiiaoiiiroüsiouomia, Neap. 1677; Nie. Pompeji,krasoexta eliiromant:., Venedig 1680; JohannJngebert, Ldiromantia, mstoposeoxia st plr^-sioAnomia ouriosa-praotioa, Frkf. a. M., 1689,4. Ausg., 1729; Gocklenius, Chiromantische n.physiognomische Betrachtungen, Hamburg 1692;Abu Haly Ben Omar, Lstrolo§ia tsrrestris, ansdem Arab., Freystadt 1703; Penschel, Abhandl.der Physiognomie, Metoposkopie u. Chiromantie,Leipz. 1760. /X

Obiromxs, so v. w. Fingerthier.

Chiron (Cheiron), Sohn des Kronos und derPhilyra, einer Tochter des Okeanos, der gerech-teste der Kentauren, obwol er mit diesen nurdie Gestalt gleich hatte, halb Pferd, halb Mensch,im Übrigen aber ihnen fernstand, denn sie warendie Nachkommen desJxion u. der Nephele. SeineGestalt erhielt er aber daher, daß sein Vater, alser die Philyra entführte, aus Furcht vor dereifersüchtigen Rhea sich in ein Pferd verwandelthatte. CH. lebte in einer Höhle am Berge Pclionin Thessalien, wo ihn die Argonauten besuchten,wo er den Nestor, Theseus, Achilleus, Asklepios,Herakles, die beiden Homerischen Ärzte Podaliriosund Machaon und viele andere edle Griechenerzog u. bildete, wo er mit dem Orpheus einenWettgesang einging u. von woher er die gewaltigeEsche seinem Freunde Pelens als Lanze sandte.Nach seinem freiwilligen Tode er war jaeigentlich unsterblich wurde er unter die Sterneversetzt. Er vertritt die Wissenschaft der Heil-and Sternkunde, die Wahrsage- und Tonkunst;er war berühmt als Kenner heilsamer Kräuter;die Magnesier opferten ihm, als dem Urheber derArzneikunst. Unter den Heilpflanzen, deren Kennt-niß er besessen haben soll, wurde eine nach ihm(lbironinm genannt, wahrscheinlich §sruia> Opox-anax; auch das Osutaurenm hat von ihm seinenNamen. Dioskorides unterscheidet zwei Arten, einegrößere, die unserer Lsrttanrsa entspricht, undeine kleinere, die man, indeß mit Unrecht, fürLr^Urrasa Osntanrinm hält (Hecker). Nach ihn;wurden auch jene kräuterkundigen, geheimnißvollund unentgeltlich heilenden Männer von PelionChironiden genannt. Fernergab erden chno-nischen Geschwüren den Namen. Er war nämlichvon Herakles zufällig in einem Kampfe, den diesermit den Kentauren hatte, durch einen vergiftetenPfeil verwundet worden; die Wunde heilte nicht,sondern wandelte sich in ein unheilbares Geschwürum, weshalb er sich, wie schon bemerkt, freiwilligden Tod gab. Daher wurden später alle hartnäckigenGeschwüre Chironische genannt, so z. B. nochvon Paul v. Ägina, während Andere eine ganz be-stimmte Form darunter verstanden. CelsuS z. B.bezeichnet als solche: veraltete, große, an u. fürsich gefahrlose Geschwüre mit harten, angc-

- Chirurgie.

schwollenen, schwieligen Rändern, spärlichem, übel-riechendem Ansflusse, mäßigen Schmerzen undMangel jeder Neigung zur Heilung. Thamhayn.

Chiroplastik (v. Gr.), die Kunst, mit denHänden aus weichem Material Kunstgegenständezu formen.

elüroptsrs, Handflügler (s. d.); Ordnung derSäugethiere, wohin z. B. die Fledermäuse gehören.

Chrrorrheuma, rheumatische Schmerzen inden Händen (s. Rheumatismus).

Chirotheca (Chir.), so v. w. Panzerhand-schnh; ein Verband zum Einwickeln der Finger,z. B. nach Verbrennungen, um das Verwachsender Finger zu verhüten.

Chirotherrnm (Petref.), das Thier, dessenFährten man 1834 aus Platten von buntemSandstein bei Hildburghausen entdeckte. DieseTritte haben große Ähnlichkeit mit Handeindrücken,u. es wechseln größere mit kleineren regelmäßigab, woraus folgt, daß Vorder- u. Hinterfüße desThieres verschieden gewesen sein müssen.

Chirurg (v. Gr.) ein praktischer Arzt, dersich hauptsächlich auf die Behandlung der in dasGebiet der Chirurgie (s. d.) gehörigen Krankhei-ten legt. In früheren Zeiten (s. Chirurgie, derenGeschichte) bildeten die Ch-en einen eigenen Standfür sich u. wurden allgemein Wundärzte genannt.Man unterschied sie in Wundärzte I. n. Wund-ärzte II. Klasse. Nach den neueren Gesetzen habendie Wundärzte I. Klasse (auch wol früher Me-dico-CH-eu genannt, da sie auch berechtigt waren,innere Krankheiten zu behandeln, was die Wund-ärzte II. Kl. nicht dursten) das Recht, sich prak-tische Ärzte zu nennen, u. ist ihnen gleichzeitigdie volle Ausübung der ärztlichen Praxis gestattet.Die Wundärzte II. Kl. hatten nur Las Recht,äußere leichtere Krankheiten n. Verletzungen zubehandeln, mußten in schwierigeren Fällen einenWundarzt I. Kl. od. einen prakt. Arzt zu Racheziehen u. durften nach den Bestimmungen derGesetze wenigstens keine inneren Krankheiten be-handeln, was sie aber doch oft thaten. Viele vonihnen waren zu gleicher Zeit Bader u. Barbiere,u. sie nahmen wol dieselbe Stellung ein, wiezu unserer Zeit die Barbiere, die zu gleicherZeit approbirte Heildiener sind. Beide Klassenvon Wundärzten sind jetzt auf den Aussterbeetatgesetzt, d. h. es werden jetzt keine Wundärzte I.u. ll. Kl. mehr approbirt. Wer sich jetzt alsvom Staate approbirter Wundarzt oder CH. nie-derlassen will, muß vorher wenigstens inDeutschland das ganze medicinische Staats-examen bestanden haben, also gleichzeitig prakti-scher Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer sein.

E. Berns.

Chirurgie (Glrirnr^ia, gr. Wundarzneikunst)bezeichnet den Theil der ärztlichen Wissenschaft,welcher uns mit den pathologischen u. therapeu-tischen Verhältnissen aller der Krankheiten bekanntmacht, die zu ihrer Heilung besonders den kunst-gemäßen Gebrauch der Hände erfordern und zu-lasten, eine Erklärung, die freilich nicht allseitigzutrifft, sich aber eben nicht besser geben läßt, soviel man sich auch abgemüht hat, etwas Bessereszu finden. Diesen Theil der ärztlichen Wissen-schaft streng von dem sog. medicinischeu abzwei-