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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Seite
778
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773 Chiquimula -

Chiquimüla, Hauptstadt des gleichnam. Dep.der central-amerik. Republik Guatemala, nordöstl.vonNeu-Guatemala, iu schöner Umgebung; großeKirche: Mais- u. Banauenbau, Cochenillezucht;3000 E>m

Chiquitos, Volk der amerikan. Race in dergleichnam. Provinz des Dep. Sauta-Cruz der süd-amerik. Republik Bolivia, au der Grenze gegenBrasilien; ihr Land bringt Bananen, welche dasHauptnahrungsmittel liefern, Baumwolle, Kaffe,Cacao, Zuckerrohr, Honig, Wachs, Gummi, Balsam,Häute, mit welchen Erzeugnissen von EuropäernHandel getrieben wird. Die CH. sind wild u.kriegerisch u. behaupteten ihre Freiheit gegen dieSpanier, bis Missionäre sie im 17. Jahrhundertzum Christenthum bekehrten u. zugleich zur Unter-werfung brachten; sie sind groß u. stark, wohnenin backofensörmigen Hütten, gehen fast nackt,sammeln Honig u. Wachs der Waldbienen u. ver-stehen auch Baumwolle zu weben. Sie werdengeleitet von ihren Geistlichen, den einzigen Euro-päern der Provinz, doch werden deren Missionenvoni Staate wie eine Art von Staatsdomänen ver-waltet. Die Zahl der CH. soll nach d'Orbignygegen 15,000 betragen. Kolpe.»

Chiragon (v. gr. olreir, Hand, n. a^orn,führen), Hilfsvorrichtnng zu Schreiben für Blinde.

Chiriigra (gr.), Gicht in den Händen.

Chiriqui, 1) Fluß iin gleichnam. Dep. desStaates Panama der südamerikanischen RepublikColumbia; mündet in den gleichnam. Golf desStillen Oceans. 2) Vulcan ebd., in den Cor-dilleren, 3441 rn hoch. 3) Das westliche Depar-tement des Staates Panama, bis 1856 zu Costa Ricagehörend; 17,070 (340 sDM); 17,280 Ew;

Hauptbeschäftigung der Einw. ist Ackerbau u. Vieh-zucht, doch auch Handel mit Landesprodncten;Klima gesund. Hanptst. David. Im nördlichenTheil des Dep. sind neuerdings reiche Stein-kohlenlager entdeckt worden. Die NKüste wurde1502 von Columbus entdeckt.

Chirisinus (Chirisis, Chirisma, gr.), Behan-deln mit der Hand, Magnetisiren.

Chirk, Dorf in der engl. Grafschaft Denbigh(Wales), an der Eisenbahn von Chester nach Bir-mingham u. am Ellesmere-Kanal, der hier 16 mhoch über das Thal des Leiriog führt; 1630 Ew.;in der Nähe Steinkohlenminen u. Kalkbrllche.Hier wurde Sir Thomas Middleton, einer derhervorragendsten Generale der Parlamentsheere,u. die Gräfin von Warwick, später die Gattin desDichters Addison, geboren.

Chirnstde, Dorf in der schott. Grafsch. Berwick;1203 Ew.; Humes Geburtsort.

Chirogrammatomantie (v. Gr.), die Kunst,den Charakter, die Neigungen, Fähigkeiten u.Eigenschaften eines Menschen aus seiner Hand-schrift zu benrtheilen; besonders von Adolf Henzein der Leipziger Jllustrirten Zeitung geübt. Wennauch ohne Zweifel die Handschrift des Menschen,gleich allen Äußerungen desselben, durch seinenCharakter mit bedingt wird, so fehlt es doch nochan festen Merkmalen, welche den Zusammenhangbeider in einzelnen Fällen Nachweisen, n. es istunsicher, ob solche gesunden werden können.

ChirograPtzarisch(v.Gr.),was anfeinerHand-

- Chiromantie.

schrift (ChirogrLphum) beruht; daher: chiro-grapharischer Gläubiger (OkiroAr-rpkarius, Ost,orsäitor), der seine Forderungen nur aus einemschriftlichen Vertrage, nicht aus einem dienstlichenRechtsverhältnisse herleitet; s. u. Gläubiger; 6k.äebitor, ein Schuldner, der durch eine ausge-stellte Handschrift verpflichtet ist; chirographarischeKlage (OkiroArapkaria aotno), Klage, durch dieein Gläubiger oder dessen Erben von dem Schuld-ner oder dessen Erben die Erfüllung der in derandschrift enthaltenen Verpflichtung verlangen;kiroIrapbarin, ouutüo, Handschrift, Obligation;OK. poonnin, Geld, das gegen eine solche Hand-schrift ausgeliehen worden. Grotesend.'

Chirologie (v. Gr.), Fingersprache, bes. fürTaube.

Chiromantie (v. Gr.), Weissagung aus derHand; die angebl. Kunst, aus den 5 Hauptlinienu. 7 Nebenlinien der inneren Hand, aus denzwischen diesen Linien befindlichen Stellen(Räumen),aus den fleischigen Theilen unter den ersten schein-baren Gelenken (den 5 Bergen) der Finger, ausden unter dem kleinen Finger liegenden erhabenen,fleischigen Theilen der inneren Hand (dem Mond-berge), aus den Nägeln der Finger n. s. w. denkörperlichen, intellektuellen u. sittlichen Zustandeines Menschen zu erkennen u. sein Schicksal zuprophezeihen. Diese Kunst soll eine Erfindungder Chaldäer, von diesen auf die Ägypter, vonden Ägyptern auf die Zigeuner übergegangen sein,die sie noch heute professionsmäßig üben. DieGriechen erlernten sie von den Ägyptern. Aristo-teles lehnte die Meinung nicht ab, daß nach demUmfange der Lebenslinie die Lebensdauer einesMenschen bestimmt werden könne. Eine zusammen-hängende Darstellung der CH. findet sich zuerstin dem Tranmbuche des Artemidoros Daldianos(s. d.) um die Mitte des 2. Jahrh. n. Chr.Später vereinigte sich diese Kunst mit der Astro-logie. Ihren Höhenpunkt erreichte sie unter deneuropäischen Völkern des 16. u. 17. Jahrhunderts.Den Glauben an sie förderten Cardanns undTheophrastns Paracelsus. Dieser gab ihr jedocheine Ausdehnung, die ihren ursprünglichen Be-griff weit überschritt, indem er unter ihr die jedemArzte unentbehrlicheKnnst verstand, aus den äußerenSignaturen n. Lineanienten der Menschen, Thiere,Pflanzen, Mineralien rc. deren innere Qualitätzu erkennen. Noch im Anfänge des 18. Jahrh.wurden auf den meisten deutschen Universitätenchiromantische Vorlesungen gehalten. Bei den In-dern steht die CH. heute noch in Blüthe. Daßsie auch in gebildeten europäischen Kreisen unsererTage noch Glauben findet, beweisen die Erfolgeeiner Lenormand in Paris u. so mancher anderenminder berühmten Priestern: dieser Kunst. Vgl.außer Artemidoros: Cocles, Okiromunbia. oto.,Bonn 1517, Fol.; dessen Olrirom. anuxkr., ebd.1523, Folio, u.ö.; dessen Okiromuntüns ocmrxen-äium, Straßb. 1534; Joh. ab Jndagine (Johannvon Hagen) Introcluetionso uxotslssmatieao slo-gantss iu tfllriromantiam, Dk^sioAnomiam, L.stro-lo^iam nadnralom sto., Frankfurt a. M., ohneJahreszahl, wahrscheinlich 1522, Straßb. 1522,mit Holzschnitten, deutsch: Künst der CH-, das.1523, Folio; Aut. Piccioli, Do munns iusxootioos,