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sonderer Auszeichnung kämpften; wie die übrigenIonier, wurden aber auch die Chier bis zum I.494 den Persern wieder unterworfen. Als nach-mals die Niederlage der Perser unter Terxes derenMacht inJonien für mehrereJahrzehnte erschütterte,trat Chios seit dem I. 476 in den neuen maritimenBund der Athener, in welcher Symmachie die see-mächtige Insel eine sehr bedeutsame Stellung cin-nahm. Der erfolgreiche Versuch, sich der all-mählich zu einer drückenden Herrschaft gewordenenHegemonie der Athener im I. 412 (während desPeloponnesischen Krieges) wieder zu entziehen,entfremdete die Insel für lange Zeit der letzteren,mst seit der Gründung des mit dem I. 378 sichbildenden zweiten Athenischen Bundes tritt CH. mitAthen wieder in Symmachie, um sich nachher inoem 357 entbrennenden Bnndesgenossenkriege fürimmer von Athen zu trennen. Seitdem theilte§h. in der makedonischen, hellenistischen u. perga-menischen Zeit die Schicksale der Inselwelt anKleinasiens WKüste. Die Unabhängigkeit der' Insel wurde 189 v. Chr. durch die Römer aner-j sannt; CH. behielt die Freiheit im römischenSinne auch bei Errichtung der Provinz (129);dieselbe wurde im I. 80 v. Chr. (nach Ablaufdes großen Krieges gegen Mithridates d. Gr.) wiederbestätigt. Auch während der Kaiserzeit blieb CH.als Theil der Provinz ^sia dem Namen nachfreie Stadt, bis diese Stellung überhaupt die alteBedeutung verlor. Als bei Äusgang des drittenJahrhunderts n. Chr. Kaiser Diocletianns dasRömische Reich neu organisirte, fiel die Insel CH.zu der neuen Provinz der Insel, die zu der Diö-cese Lnlana der Präfectur des Orients gehörte;seitHeraklios u. Leo III. kam CH. zu dem Themades Agäischen Meeres. Bereits im 5. Jahrhundert^ erscheint CH. als ein Bisthum der Anatolischcn; Kirche. Lange im Besitze der Byzantiner, er-' scheint CH. seit dem Vordringen der Osmaneni bis zum Agäischen Meere zu Anfang des 14. Jahr-s Hunderts als ein Sitz türkischer Piraten. Imi Einverständniß mit den Byzantinern occupirte nun! im I. 1304 der genuesische Fürst von Thasos,
> Benedetto I. Zaccarin, die Insel, die in dem Be-sitze seines Hauses bis 1329 blieb. Zunächst wiederbyzantinisch, wurde CH. dann im 1.1346 bleibend
j durch genuesische Abenteurer, die Giustinini, er-
> obert. Dieselben behaupteten, obwol die Inselschon 1390 einmal durch die Türken unter Bajesidverheert u. seit der Mitte des 15. Jahrhundertsdenselben tributär wurde, CH. bis 1566. Damalswurde CH. von den Türken erobert n. ein Aga dorteingesetzt. Am 12 . August 1613 schlug ein sici-lianisches Geschwader bei CH. ein türkisches. Im
l 17. Jahrhundert waren hier Streitigkeiten zwischenden griechischen und römischen Katholiken; durch; Bestechung des Kaimakam, Kara Mustapha, er-! hielten die Griechischen 1685 mehr als 60 Kirchen' der Römischen zugesprochen. 1681 verfolgten dieFranzosen tripolitanische Raubschiffe nach CH. u.beschossen sie in der Stadt; der französische Ge-sandte Guilleragues glich durch ein Geschenk von69,000 Piaster die Sache aus. 1694 landetendie Venetianer hier und nahmen 21. Sept. dieStadt, doch wurde die Insel im Febr. 1695 vonden Türken wiedererobert. Am 5. Juli 1770
bei CH. Sieg der russischen Flotte über die tür-kische; 1822 empörte sich auch CH. gegen diePforte, wurde aber von den Türken wieder ge-nommen n. fast alle Einwohner erschlagen; s.Griechischer Freiheitskampf. 1827 versuchte derOberst Fabvier mit einem Corps Griechen dieInsel den Türken wieder zu nehmen, wurde aberbei der Belagerung des Schlosses von den TürkenVertrieben. lGeogr.) He»„e-Am Rhyn. (Gisch.) Hertzbcrg.
Chipicani, Vulcan in den Cordilleren Boliviasin SAmcrita, der nach Pcntlands Messungen 5790m hoch ist.
Chippenham, Stadt u. Parlamentsflecken inder englischen Grafschaft Wiltshire, am Avon, überwelchen hier eine schöne Brücke von 22 Bogenführt, Station der von London nach Bristol füh-renden Eisenbahn mit Abzweigung nach Devizes;schöne alte gothische Kirche mit hohem Thnrme,Kapellen für Baptisten, Wesleyaner, Independen-ten u. Primitiven, Methodisten; herrlich angelegterGottesacker; verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten;zahlreiche Tuchfabriken, die aber jetzt bis auf einezusammengeschmolzen sind; nur der Kleinhandelist blühend; im Ortsbez. 3936 Ew. (1871); inder Nähe die bekannten Stcinbrüche von Box,aus denen der Bath-Stein kommt. CH. sendet einenAbgeordneten ins Unterhaus;
Chippewa , Connties in den nordamcrik.Unionsstaaten: 1) in Michigan, u. 46° n. Br. n. 85°w. L.; 1689 Ew.; Conntysitz: Sault St. Mary;2) in Minnesota, u. 45° n. Br. n. 95° w. L.;von der Sl.-Paul- u. Pacific-Eisenb. durchzogen;höchst fruchtbar; 1873 noch erst 1740 Ew., seit-dem bedeutend vermehrt; 3) in Wisconsin, u. 45°n. Br. u. 91° w. L.; 8211 Ew.; Conntysitz:Chippewa City. 4) Fluß im nordamerik. Unions-staate Wisconsin; entspringt in der Nähe des südl.Ufers des Oberen Sees und mündet nach etwa406 icm langem Laufe in den Mississippi.
Chippewa Falls, Stadt im County Brown desnordamerikanischen Unionsstaates Wisconsin, amChippewa, der in der Nähe bedeutende Fälle bildet;2507 Ew.
Chippcways (Ojibways), verschieden von denChippewyans, Jndianervolk in NAmerika, zu derNation der Algonkin gehörig; wohnte einst umden Oberen, Huron- und Michigan-See herum.Zu ihnen gehörten die Pottowatomics südlich vomMichigan-See in der Gegend des heutigen Chicago;die Ottawas zwischen Michigan- u. Huron-See;die Saulteux am NOUfer des Oberen Sees, u.die Missinsig am NOEnde des Ontario-Sees'jetzt sind sie sehr znsammengeschmolzen.
Chippewyans (Cheppeyans), Jndianervolkim britischen NAmerika; gehören zu deni Volksstamme der Athabasken u. wohnen im äußerstenO. des Verbreitungsbezirkes derselben, indemsie südl. bis an den Churchill- u. westl. bis an denAthapaska-Fluß reichen; ihr Land ist reich anRenthieren, die ihnen Kleider n. Nahrung ge-währen; sie haben ihre eigene Sprache u. berech-nen das Jahr nach dem Laufe des Mondes.
Chipping Barnet, s. Barnet.
Chipping Norton, Stadt in der engl. Graf-schaft Oxford, Station der NWBahn; Teppich-u. Shawlfabrikation; 3641 Ew.