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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chioggia Chios.

gedrückte, 2kernige Steinfrucht. 68 Arten, imtropischen Amerika; wichtig Oll. auAuikuAa Fckart.(Oll. raoomoos. H. L.), mit lanzettförmigenBlättern, blaßgelben Blüthen und weißen Stein-früchten; liefert die Ca'incawurzel (Uaäix Oainoas s.Lorxsntaiias drasilisnsis), welche frisch nach Kaffe,darauf ekelhaft schmeckt u. kräftig purgirend wirkt;in Europa hat man sie gegen Wassersucht ange-wendet, während sie in Amerika eine viel ausge-dehntere Anwendung findet. Oll. raoomoss. ckaeg.(Oll. soaucksns ckirecksk), kletternd, in Brasilienheimisch, wird von Anderen als die Stammpflanzeder wahren Ccnncawurzel angesehen. Engler.

Chioggia (Chiozza), Districts-Hauptort derital. Prov. Venedig, auf der gleichnam. Insel,am SEnde der Lagunen, nahe der Mündung derEtsch u. Brenta; Bischofssitz; Gymnasium, Semi-nar, Erziehungsanstalt für Mädchen; Waisenhaus;Kathedrale, Ursnlinerinnenkloster, Castell; derHafen liegt nördlich davon, ist der tiefste in denLagunen u. außer den beiden Forts Caroman u.San Felice noch durch Batterien geschützt; CH. istauf Pfähle gebaut, wird durch einen Kanal mitder Etsch u. durch eine 235 rn lange Brücke mitder Insel Brondolo verbunden; Seesalzwerke;Schiffbau u. Schifffahrt; Fischerei; 26,336 Ew.CH., ursprünglich §0883. Olauäis., seit dem 4. Jahrh.OIuAia genannt, wurde bes. seit den Einfällen derGermanen in Italien bevölkert, indem Viele hier-hier flohen; dann bemächtigten sich die Venetianerder Stadt und ließen sie durch einen Tribun ver-walten; 672 wurde das Tribunal in ein Gua-staldat verwandelt u. 706 sogar ein Podesta ein-gesetzt. 809 wurde CH. vom König Pipin nieder-gebrannt, aber 811 wieder anfgebaut; 1100 nahmder Bischof von Malamocco seinen Sitz hier. 16.Aug. 1379 wurde CH. von den Genuesen erobert,aber 24. Juni 1380 von Venedig wiedergenom-men (Krieg von CH., Lellnm Oloäianum); s. u.Venedig.

Chiolith (Min., vom gr. elliön, Schnee), kry-stallisirt in tetragonalen Pyramiden, gewöhnlichin dichten weißen Massen; spec. Gew. 2,z2,^;enthält Fluornatrium u. Fluoraluminium; findetsich in Sibirien.

Chion, aus Herakleia am Pontos, Schüler desPlaton; erschlug 353 v. Chr. den Tyrann seinerVaterstadt u. wurde von dessen Leibwache ge-tödtet. Die ihm zugeschriebenen 17 Briefe gehöreneiner späteren Zeit an; Ausgaben in der Samm-lung griechischer Briefe von Aldus, Venedig 1499,1606; Orelli, Leipzig 1816.

ctnonantbus ck-. (Schneeblume), Pflanzengatt,aus der Fam. der Olsaosas-Olsiuss.« (II. 1),Bäume oder niedrige Sträucher mit einfachen,gegenständigen Blättern u. einfachen oder zusam-mengesetzten, end- u. achselständigen Blüthenstän-den; Kelch klein, sowie die Blumeukrone 4theilig;2 festsitzende Staubblätter; Fruchtknoten mit zwei-lappiger Narbe; Frucht eine Steinfrucht; aus N-Amerika. In Deutschland kommt als Zierstrauchim Freien leicht fort: Oll. virKursea ck)., mit lan-zettlicheu Blättern, endständigen weißen Blüthen-rispeu u. röthlichen Steinfrüchten. Engter.

Chionides, Komödiendichter der alten attischenKomödie, Vorgänger des Aristophanes, der An-

nahme nach um 455 v. Chr. Die wenigen Frag-mente seiner Komödien: Die Bettler, Die Helde»,finden sich in Meinekcs Fragmentensammlnng, Bd.2.

Chios, 1) Insel des Ägäischen Meeres, 60Stadien von der asiatischen Küste (Lydien), zwi-scheu Samos u. Lesbos, mit dem Hafen PhanL;steinig, aber gut bewässert; schönes Klima; be-rühmt durch seine Producte (s. u.). Die ur-sprünglichen Einwohner waren Leleger, später vor-züglich Ionier; die Frauen waren wegen ihrerSchönheit bekannt; in der Mitte der Insel der hohePelinnäos (j. Eliasberg) mit Tempel des Zeus;

CH. hatte auch bacchischen u. Apollondienst. CH.heißt jetzt bei den Osmanen Saki Adassi (d. h.Mastix-Insel), bei den Hellenen Skio, jetzt ein Lima(Salys) des türk-asiat. Vilajets der Inseln desWeißen Meeres; 950 Hjlcm (19 s^W); ungef.

40.000 Ew., theils Griechen, theils Türken. DieInsel ist gebirgig n. von den früher fast allein hierlebenden Griechen auf das Schönste angebaut, miteiner Stadt, 68 Dörfern, vielen Kirchen; Producte:viel Wein (Chiischer Wein) von treffl. Qualität, ^Mastix (Gummiharz, welches von den türk. Frauen -gekaut wird u. zum Räuchern u. Firnissen dient,auch zu Branntwein verarbeitet wird), in einem be-sonderen, aus 24 steuerfreien Dörfern bestehendenMastixdistrict gewonnen, Südfrüchte, Seide, Mar-mor (meist schwarzer); Verfertigung von Seiden-

u. Baumwollenwaaren; Handel damit u. mit einge-machten Früchten, Wein, Getreide, Vieh u. Salz.

Die Insel hatte vor der großen Verwüstung durchdie Türken im Jahre 1822 130,000 meist griechischeEw., welche unter einem vom Kapndan Paschaeingesetzten türkischen Aga standen, aber außerdemmanche Vorrechte hatten, ihre Behörden selbstwählen u. Glocken auf den Kirchen führen durften.

2) Einzige Stadt auf CH., auf der OSeite; beiden Alten zur Zeit des Jonischen Bundes sehrwichtig; Vaterstadt des Theopompos, Jon u. Theo-kritos; stritt mit um die Ehre, Homeros' Geburts-ort zu sein; auf ihren zierlichen Münzen einegeflügelte Sphinx; heißt jetzt Kastro; Sitz desAga und griechischen Erzbischofs; Castell, Hafenmit 2 Leuchtthürmen, gute Rhede; dorfähnlich,doch mit einzelnen schönen Straßen, Landhäusern,Kirchen und Kapellen, Moscheen, Bädern, Hospi-tälern; Fabriken in Baumwolle und Seide; Han- -del; unterseeische Telegraphen verbinden CH. mit !Smyrna, Kreta u. den Dardanellen; vor 1822:

30.000 Ew., jetzt: 15,000 Ew. 15 Lm nördlichvon da die sogen. Homerosschule, eine in Felsengehauene runde Bank, in der Mitte ein viereckigerL>itz; war wahrscheinlich einst ein Altar der Kybele.

Geschichtliches. Ursprünglich von Lelegernbewohnt, zu denen auch kretische und karischeElemente kamen, gewann Chios seine Blüthe u.historische Bedeutung in der Alten Welt erst durchdie ionische Colonisation im 11. Jahrhundert vorCH. Reich und üppig, wie die ionischen Chierschließlich geworden waren, kamen auch sie endlichohne Kampf gegen d. I. 540 v. Chr. unter dieHoheit der Perser, als die Heere des GroßkönigsKyros Kleinasien unterwarfen. Als nachher imI. 500 Aristagvras die Ionier zum Aufstande gegenPersien fortriß, folgten ihm auch die Chier, derenKriegsschiffe in der Schlacht bei Lade 497 mit be-