1 '
!!
Chinoidm —
Beim Erwärmen schmilzt es unter Wasserverlustzu einer harzartigen Masse u. zersetzt sich beihöherer Temperatur. Das CH. ist eine tzgrke Base,die sich mit Säuren zu neutralen u. sauüd'n Salzenvereinigt, von denen die meisten Irystallisirbar sind.Dieselben schmecken intensiv bitter u. werden durchAlkalien, Platinchlorid, Oxalsäure u. Gerbsäuregefällt. Die Lösung eines Ch-salzes mit Chlor-wasser u. hierauf mit Ammoniak versetzt, färbtsich grün, eine zur Erkennung des Ch-s dienendeReaktion. Das wichtigste Salz ist das neutraleschweselsaure CH.
es krystallisirt in langen, glänzenden Nadeln, welchean der Luft verwittern u. zu weißem Pulver zer-fallen. Es ist in kaltem Wasser schwierig (in780 Thln.) löslich, leichter in schweselsäurehaltigem,sowie in Alkohol. Die Lösungen zeigen prachtvollblaue Fluorescenz. Erhitzt schmilzt es, färbt sichroth u. verkohlt zuletzt. Versetzt man eine Lösungdes Salzes in Essigsäure mit einer alkoholischenJodlösung, so scheiden sich große dünne Tafeln ab,eine Verbindung von schwefelst CH. mit Jod, welcheim durchfallenden Lichte fast farblos, im auffal-lenden schön grün metallglänzend erscheinen u. dasLicht wie Turmalinplatten polarisiren. LetztereEigenschaft macht sie unter dem Namen Horapa-thit zu optischen Versuchen geeignet. Das saureschwefelst CH. O^^N-O^II^Oi-I-782O kry-siallisirt in durchsichtigen, vierseitigen Prismen, istleichter löslich u. reagirt sauer. Salz sauresTh. (einfach saures) -p-
krystallisirt in langen, seidenglänzenden Prismen, inMaster ziemlich leicht löslich. Mit Salzsäure ver-einigt es sich zu dem schwierig krystallifirendenzweifach-sauren Salz, welches durch Wasser in daseinfach-saure Salze u. in Salzsäure zerlegt wird.Das CH., sowie namentlich seine Salze gehörenzu den wichtigsten Arzneimitteln u. lassen sich alsfiebervertreibende Mittel durch keine anderen er-setzen. Während früher die Chinarinde selbst alsMedicament angewandt wurde, werden jetzt aus-schließlich nur reine Präparate, u. namentlich dasschweselsaure CH. in der Medicin benutzt, weil aufdiese Weise der Arzt die Größe der Dosis genauerbestimmen kann, was bei dem ungleichen Gehalteder Rinde an Alkolo'id nicht möglich war. Clären.
Chinoidin, eine imHandel vorkommende braune,harzartige Masse, ein Nebenprodukt der Chinin-sabrikation, welches durch Fällen der letzten Mutter-lauge (s. Chinin) mit Alkalien erhalten wird, alsbilligeres Fiebermittel Anwendung findet u. haupt-sächlich zwei dem Chinin und Cinchonin isomereBasen, das Chinidin u. Cinchonidin, enthält, zuderen Darstellung es auch benutzt wird. Clären.
Chinolin (Leucolin, Chem.) OgH^dl, eine zuden Chinolinbasen (s. d.) gehörende, nicht natürlichvorkommende organische Base; bildet eine farblose,bei 238" siedende, durchdringend aromatisch rie-chende Flüssigkeit von 1,o„5 sp- Gew., in Wasserunlöslich, in Alkohol u. Äther löslich, welche mitSäuren krystallisirbare Salze bildet. Clären.
Chinolinbasen, eine Anzahl von Basen, welchesich bei der Destillation von Chinin, Cinchonin,Strychnin u. anderen nicht - flüchtigen Basen mitKali als eine ölige Flüssigkeit bilden. Dieses De-stillat, welches basische Eigenschaften besitzt, wurde
- Oiüoooecn. 775
früher für eine einzige, Chinolin genannte Basegehalten, während es jetzt als ein Gemenge vonmehreren, einander ähnlichen, unzersetzt destillir-baren Basen erkannt ist, welche unter sich einehomologe Reihe bilden. Unter den zuerst über-destillirenüen Antheilen befinden sich die BasenPieolin, Lutidin, Collidin; über 200° gehenChinolin, Lepidin, Cryptidin über. Clären.
Chinon (Benzochinon, Chem.) ent-
steht bei der Behandlung von Chinasäure (s. d.)mit Braunstein u. Schwefelsäure; ferner bei derOxydation aromatischer Verbindungen, z. B. desPhenols. ES bildet goldgelbe, bei 118° schmelzendePrismen, die schon bei gewöhnlicher Temperatursich verflüchtigen, durchdringend riechen u. zuThränen reizen. In kaltem Wasser ist es wenig,in heißem, sowie in Alkohol u. Äther leicht löslich.Durch Reduktionsmittel geht es in Hydrochinonüber, aus dem es umgekehrt durch Oxydation er-halten werden kann. Clären.
Chiuon, Hauptort des gleichnam. Arr. imfranz. Dep. Jndre-et-Loire, an der Vienne; Ge-richt erster Instanz; Hospital; Gefängniß; Handelmit Getreide, Wein, Branntwein, Pflaumen, Honigu. Wachs; 6553 Ew.; Geburtsort von FranzRabelais. In CH., welches im Mittelalter OaotrumOgino hieß, st. 1189 König Heinrich II. von Eng-land; hier hielt sich Karl VII. von Frankreich auf,u. hier suchte ihn Jeanne d'Arc auf. Von demSchlosse, welches beide Könige bewohnten, stehennoch imposante Ruinen.
Chinovagerbsäure kommt vor in der Odins,novg u. der Tormentillwurzel. Mit verdünntenSäuren behandelt, zerfällt sie in Zucker u.Chinovaroth, welch letzteres mit Kali zusam-mengeschmolzen Protokatechusäure u. Essigsäureliefert. Clären.
Chinovasäure, s. Chinovin.
Chinovin (Chem.) O-goll^Og, Glukosid, in derChinarinde, besonders in der unechten Art (Odins,novs.), enthalten, weiße, amorphe, in Master unlös-liche Substanz. Beim Einleiten von Salzsäuregasin seine alkoholische Lösung wird es in Mannitan,eine Zuckcrart, u. Chinovasäure O^IIzgOz ge-spalten, welche sich als weißes, in Wasser unlös-liches, in kochendem Weingeist schwer löslichesPulver abscheidet. Clären.
Chintz, Städtchen im Arr. Arlon der belq.Pro». Luxemburg, am Semoy; 1500 Ew. — Ch.war früher Hauptstadt einer Grafschaft gleichenNamens, zwischen Champagne, Lothringen u. Lüt-tich; vorher gehörte sie zur Grafschaft Ardenne.Die Grasen von Chiny starben 1227 aus, undChiny kam durch Heirath an die Grasen von Loß;1336 durch Erbschaft an die Herren von Heins-berg; 1370 durch Kauf an den Herzog vonLuxemburg.
Okiocoeos 7ö., Pflanzeugattung aus der Fa-milie der Ludigooss - Odioooeeogs (V. 1), klet-ternde oder aufrechte Sträucher mit runden Zwei-gen, gegenständigen, eiförmigen oder lanzettlichen,lederartigen Blattern mit großen, spitzen u. blei-benden Nebenblättern; Blüthen in einfachen od.zusammengesetzten, achselständigen Trauben mitklappigen Abschnitten der Blumenkrone u. fächeri-gem Fruchtknoten; Frucht eine kleine, zusammen-