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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chinesische Tusche Chimn.

die Geschichte als Feind der Literatur, wenigstensder alten, u. Verfolger ihrer Pfleger. Es wardies der kraftvolle Stammherr des ephemerenKaiserhauses Tsin (246208 vor unserer Zeit-rechnung) welcher, um lästige Berufung auf großeVorbilder des Allerthums künftig unmöglich zumachen, alle damals vorhandenen historischen u.politisch-moralischen Werke, insonderheit die King,verbrennen ließ. Die meisten Herrscher der Folge-zeit setzten eine Ehre darin, Handschriften zusammeln. Nach Ma-tuan-lin gab es in denJahren Kai-juan des Hauses Tang (713741)bereits so viele Werke aus früherer Zeit, daß sie53,918 Bücher ausmachten. Dazu kamen noch28,496 Bücher, die allein unter den Tang abgefaßtwurden. Seit Erfindung des (stereotypen) Bücher-druckes im 10. Jahrh. unserer Zeitrechnung wurdeman mit Sammlung von Handschriften immerlässiger, was Ma-tuan-lin wegen der unzähligenSchnitzfehler unwissender Holzschneider lebhaft be-klagt. Das Material der Bücher ist dünnes undmeist gelbliches Papier, gewöhnlich aus Baumwolle. Die Blätter werden, da sie wegen ihrerDünnheit nur auf einer Seite bedruckt werdenkönnen, gefaltet und an den offenen Seiten mitSeidenfäden zusammengeheftet. Die höchstens auseinigen hundert Blättern bestehenden Hefte (Bücher)haben an der Bruchstelle die Wiederholung desTitels nebst Angabe der Zahl des Blattes.Mehrere Hefte kommen in einen mit Hefteln ver-sehenen pappenen Umschlag. Man stellt die Bücheru. Umschläge nicht auf, sondern legt sie überein-ander mit dem Schnitt nach vorn. Bibliothekenhaben alle vornehmen und gebildeten Chinese»;größere gibt es in buddhistischen Klöstern, diegrößste, angeblich 400,000 Bde., ist die kaiserlichein Peking. Der vornehmste Büchermarkt soll inSutscheufu sein. Es gibt in China auch Bücher-Kataloge mit beigcsetzten Preisen. Schott.

Chinesische Tusche (Chinesische Tinte) wirdaus dem Ruße von mehreren Pflanzen u. Ölen,bes. des Sesamöls u. des Öls des Ölrettigs, be-reitet. Die Ingredienzien werden gemengt, derSaft eines Baumes u. thierischer Leim zur Ver-bindung, sowie zuweilen Kampher u. Moschus u.der Saft von Osrümmus tinotoris, zugesetzt u. derTeig in hölzerne Formen gedrückt. Die CH. T.ist gewöhnlich in 2 Zoll lange, 1 Zoll breite u.24 Linien dicke Stücken geformt. Sie ist völligschwarz, brüchig, aus dem Bruche glasartig, läßtsich in Wasser leicht zerreiben, sinkt in demselbenlangsam unter u. springt, auf die Haut gestrichen,nicht ab, wenn man diese runzelt. Auf den Stücken(Riegeln) sind chinesische Buchstaben angebracht,welche auch wohl vergoldet od. blau gefärbt u.das Fabrikzeichen sind. Eine geringere Sorte wirdin China aus Fichtenkohle gefertigt, welcher vor-her das Harz entzogen ist. Man macht die CH.T. in Europa ziemlich gut nach. Man nimmt da-zu Schalen von Aprikosenkernen, die in einemverschlossenen Tiegel verkohlt u. dann sein gepul-vert u. mit Gummiwasser abgerieben werden, auchfeinen Öl- od. Kienruß, der in einem verschlosse-nen Tiegel geglüht u. dann mit Gummiwasser,etwas Berliner Blau u. Ambra abgerieben wird.Auch gut geschlämmter Eiseumohr gibt eine schöne

schwarze Tusche. Um den angenehmen Geruch derCh-n T. nachzuahmen, mischtman etwas Moschus zu.

Chinesisches Wollhuhn (Seidenhuhn), s. u.Cochinchinahuhn.

St.-Chinian, Stadt im Arr. St.-Pons desfranz. Dep. Herault, an der Bernasobre; Tuch.Fabrikation, Spinnerei, Weißgerberei rc., Verfertig-ung von Wollkratzen; 3772 Ew.

Chinidin (Conchinin, Chem.) 62082^0,,eine dem Chinin isomere Base; findet sich in allenechten Chinarinden, besonders reichlich in denPitayorinden, welche zwischen 1 u. 2 "/ davonenthalten. Die bequemste Darstellung geschieht ausdem Chino'tdin (s. d.), aus welchem es mit Ätherausgezogen wird. Der Verdunstungsrückstand wirdin Schwefelsäure gelöst, mit Ammoniak neutrali-sirt, darauf durch Seignettesalz Chinin und Ein«chonidin als weinsaure Salze niedergeschlagen u.das Filtrat mit Jodkalium versetzt. Das beimStehen sich abscheidende jodwafferstoffsaure CH.wird durch Ammoniak sreigemacht u. nach mehr-fachem Reinigen aus Alkohol umkrystallisirt. ESkrystallisirt hieraus in großen, glasglänzendcuPrismen mit Krystallwasser, welche an der Lustunter Wasserverlust rasch verwittern, in Wasser,selbst in kochendem sehr schwer, leichter in Äther,am reichlichsten in Alkohol löslich sind. Die Lös-ungen drehen die Polarisationsebene des Lichtesnach rechts, schmecken sehr bitter, reagircn schwachalkalisch u. fluoresciren nach dem Ansäuern blauwie die des Chinins. Die Krystalle werden bei126" wasserfrei, schmelzen bei 168" u. zersetzen sichbei höherer Temperatur. Mit Säuren bildet esmeist gut krystallisirende, neutrale u. saure Salze,sowie auch mit vielen Metalloryden (Antimonoxyd,Silberoxyd rc.) Doppelsalze. Über seine arzneilicheWirkung sind keine genauen Versuche angestellt.

Clären.

Chinin (Chem.) O20821A2O2, organische Base;kommt in den Chinarinden, den Rinden verschie-dener Cinchonaarten zusammen mit dem Cinchonin,an Chinasäure (s. d.) gebunden vor. Am reichstenist das Alkaloid in der Königschinarinde (6dimlepsin, Odins, Oslisszm) enthalten (23°/o), auswelcher es auch meist dargestellt wird. Die ge-pulverte Rinde wird mehrfach mit salzsäurehalti-gem Wasser ausgezogen, die Lösung mit Natrium-carbonat versetzt, wodurch die Basen CH. n.Cinchonin in Freiheit gesetzt u. gefällt werden.Der durch Leinwand abgepreßte Niederschlag wirdmit kochendem Alkohol ausgezogen, die Lösungmit verdünnter Schwefelsäure neutralisirt u. derAlkohol abdestillirt. Beim Erkalten krystallisirt daSschwefelsaure CH. aus (während das schweselsaureCinchonin in der Mutterlauge bleibt) u. kanndurch Thierkohle u. mehrfaches Umkrystallisirengereinigt werden. Aus der Lösung des schwefelstCh-s fällt Ammoniak die reine Base aus, welcheaus ätherischer Lösung in seidenglänzenden, 3 Mol.Krystallwasser enthaltenden Nadeln auskrystallisirt.Das durch Ammoniak gefällte CH. trocknet zu eineramorphen weißen Masse, welche geruchlos ist n.sehr bitter schmeckt. In kaltem u. kochendemWasser ist es sehr schwer löslich (1 Th. CH. M900 Thln. kochenden W.). Alkohol u. Äther lost»es leicht, ebenso Chloroform, flüchtige u. fette Ole.