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Chinesische Sprache,
aus dem 17. Jahrh. u. wurde im 18. neu auf-gelegt. Außerdem gibt es umfassende Werke übereinzelne Provinzen des Kaiserreiches u. von amt-lichen Quellen unabhängige Beschreibungen an-grenzender Länder, zum Theil in Form von Reise-berichten. Dahin gehören das Si-ju-wen-kjan-lu(Aufzeichnung des in den westlichen Ländern Ge-hörten n. Gesehenen), hauptsächlich das östlicheTurkestan beschreibend u. 1778 mit sehr primitivenKarten gedruckt; Bitschurius russische Übersetzung,1829; zwei Beschreibungen Tibets; das durchRemusats frauz. Version (1833) bekannt gewordene,sehr merkwürdige Fu-kue-ki, d. i. Bericht überbuddhistische Länder, von einem chinesischen Pilger,der 399—412 unserer Zeitrechnung Ostindien be-suchte, u. das noch wichtigere, ebenfalls von einemgeistlichen Pilger verfaßte Si-yu-ki (Kunde vonwestlichen Ländern), im Jahre 648 zuerst ver-öffentlicht. Den Bericht einer Gesandtschaft anden Khan der Turgut - Mongolen hat Staunten(1821) englisch herausgeg. Geschichte. Schondie ältesten chinesischen Kaiser und Lehnsfürstenhatten angeblich je zwei Annalisten, von denen dereine nur Reden, der andere nur Thaten verzeichnete.Dann erhielten vier Würdenträger dieses Amt.Endlich entstand (unter den Tang) ein noch jetztbestehendes Collegium Han-lin (d. i. Pinselwald)dessen Mitglieder, die gelehrtesten Männer desStaates, Alles, was Erhebliches geschieht, ox xro-kssso verzeichnen. So entsteht im Laufe jederDynastie eine officielle vaterländische Historie, dieaber zu Wahrung der Unparteilichkeit erst nachdem Erlöschen oder der Vertreibung der betreffen-den Dynastie das Licht erblicken darf. Dagegensteht es Jedem frei, aus eigener Kenntniß n. auseigene Verantwortung selbst das zeitgenössischeKaiserhaus historisch zu behandeln. Daß von denkanonisch geachteten Werken einige in das Fach derGeschichte gehören, haben wir oben gesehen. In demvon Kaiser Schi-huang-ti (s. China, Gesch. S. 754)veranstalteten Bücherbrande mag wol manche alteUrkunde ganz untergegangen sein. Was nochirgend zugänglich war, das ließ (140—87 vorunserer Zeitrechnung) ein Kaiser des Hauses Handurch Sse-ma-tan zusammensuchen u. so ein kri-tisches Werk vorbereiten, das dessen Sohn Sse-ma-tsjan unter dem Titel Sse-ki (historische Denk-würdigkeiten) herausgab. Mit den Fabelzeiten be-ginnend, kommen die Ssc-ki erst spät aus einiger-maßen sicheren Boden u. schließen 122 v. Chr. ab.Der von Sse-ma-tsjan befolgte Plan hat allenseinen Nachfolgern auf diesem besonderen Gebieteals Muster vorgescbwebt; die amtlichen Historiensind eine Art Eucyklopädien des Wissenswürdigenmit Beschränkung auf einen bestimmten Zeitraum;was aber die Übersicht äußerst erschwert, ist dieZerstückelung aller Begebenheiten, so zwar, daßman nur aus dem biographischen Theile umständ-liche Belehrung schöpfen kann. Die ganze Samm-lung (bis 1644 unserer Zeitrechnung reichend)besteht jetzt gewöhnlich aus 416 Heften in 61pappenen Umschlägen. Die Unbequemlichkeit ihrerBenutzung hat schon früh zu streng chronologischenAuszügen aufgefordert; den geschätztesten derselbenbegann Sse-ma-kuang unter den Tang, er erschienaber erst 1084 unter dem Titel Tung-kjan, d. i.
Schrift u. Literatur.
allgemeiner Spiegel (Spiegel aller Begebenheiten;,u. wurde später bis 1566 fortgesetzt, auch „niCommentaren versehen. Um die Mitte des 12 .Jahrh. unternahm es der berühmte Tschn-hi(f. o.), den wesentlichen,Inhalt des Tung-kja»in Form summarischer Übersichten auszuziehe,,'die Übersichten ließ er der umständlichen Erzähl-ung in größerer Schrift vortreten u. fügte dem-zufolge dem alten Titel noch Kang-mu, d. i. Aus-zug (des Gewebes) und Augen (Maschen), bei.Auch dieses Werk wurde fortgesetzt u. selbständigcommentirt; endlich erschienen Abkürzungen dessel-ben, z. B. das Kang-kjan-yi-tschi, d. h. Spiegeldes Aufzuges, zu bequemer Kenntnißnahme. Da-neben entstand das Tung-kjan-ki-se eines ge-wissen Jnan-ki-tschung, welcher gleich Tschu-Hiunter den Sung II. lebte. Die neueste Ausgabeist von 1642. Der Verfasser vermeidet die An-ordnung nach Materien u. die streng chronologischedazu und folgt der Ordnung der Begebenheiten.Jede Katastrophe wird demgemäß ohne Unter-brechung im Zusammenhangs erzählt, mit Über-schriften, die ans den Hauptinhalt verweisen, eineMethode, die mit der unserer europ. Historiker amnächsten verwandtist. Eine Ergänzung, die Gesch. derMing umfassend, erschien 1658. Der selbständigenbiograph. Werke u. Berichte über einzelne histor.Episoden ist eine große Zahl. Die Numismatikist seit unserem 6. Jahrh. Gegenstand verschiedenervon Ma-tuan-lin citirter Werke gewesen, und imJahre 1826 erschien ein Tsjan-tschi-sin-pjan(neues Werk zur Münzenkunde). Alte Jnschristenauf Stein u. Metall copirt u. erklärt das Kin-schi-tni-pjan (1805) in 160 Büchern. Statistiku. Gesetzgebung. Von statist. Werken ist be-sonders das große, auch für die Topographie desReiches sehr wichtige Tai-Tsing-hoei-tjan, d. i.gesammelte Satzungen der großen Tsiug (s. o.) znerwähnen, welches in 100 Büchern alle Hos- u.Staatsbehörden mit ihren Amtsverrichtungen ken-nen lehrt, neueste Ausg. 1818; ein Auszug ausdemselben schon 1774 veranstaltet. Zur Gesetz-gebung gehört der Criminalcoder Tai-Tsing-lju-li,von 1646—1815, verschiedene Male durchgesehenu. erweitert, englisch von Staunton, Lond. 1818.Ferner gibt es eine riesige Sammlung Ki-tjao-li,d. i. Jahreszeiten-Gesctze, von welcher jedes Hestsämmtliche im Verlauf einer u. derselben Jahres-zeit erlassenen Gesetze enthält; ein Ko-tschang-tjao-li,d. i. Verordnungen, die Staatsprüfungen betreffend(1825), von welchen Morrison in seinem chines.-engl. Wörterbuchs eine fruchtbare Übersicht gibt tt.Natur- u. Heilkunde. Die erstere ist eigent-lich bloße Beschreibung, d. h. Zusammenstellungvon Merkmalen der beseelten u. unbeseelten Natur-dinge, dann u. wann mit Zurückführung gewisserEigenschaften derselben auf dieses oder jenes Ele-ment u. ohne Ausnahme mit Hervorhebung ihresGebrauches in der Heilkunde. Die meisten Werkedieser Art sind Pen-tsao betitelt, d. h. Kräuter-buch, weil das Reich der Gewächse in denselbenursprünglich allein vertreten war u. jetzt noch denweitaus größten Raum einnimmt. Das berühm-teste Pen-tsao mit dem Zusatze Kang-mu, d. i. Netzu. Maschen (vgl. o.), erschien 1596 u. hat einengewissen Li-schi-tschin zum Verfasser. Es beginn'-