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Chinesische Sprache,
dunkel sind, alsderText, u. zu vielfachen späteren Er-klärungen Anlaß gegeben haben (übersetzt von Re-gis u. herausgeg. von Mohl, Stuttg. 1834, 2 Bde.).b) Schu-king (Geschichtskanon), enthält Urkundenzur Geschichte der Kaiser Dao u. Schün u. der Dy-nastien Hia, Schang und Tschcu, französisch vonGaubil, Paris 1770, chinesisch u. englisch von Med-hurst, 1846. o) Schi-king (Liederkanon), enthältLieder zum Lobe edler u. Tadel böser Menschen, be-sonders fürstlicher Personen od. ihrer Beamten u.Schergen, jedoch auch von Politik freie lyrische Er-güsse; von Kong-fu-tse aus einer Menge alter Liederausgewählt, nach der lateinischen Übersetzung Dela Charmes herausgeg. von Mohl, Stuttg. 1830,in Auswahl verdeutscht von Rückert, Alt. 1833,u. B. v. Strauß, ebd. 1875. ä) Tschün-tsiu(Frühling u. Herbst, d. h. Blüthe u. Verfall),Chronik der Vasallenreiche, in welche China unterden Tscheu zerstückelt war, dem Kong-fn-tse ganzzugeschrieben; Ergänzungen u. Erklärungen dazu:Las Nei-uai-tschuen (die Überlieferung von innenu. außen) von Tso-kiu-ming, einem ZeitgenossenKong-fu-tses. s) Li-ki, d. i. Ritual-Denkschrift(so Mufiger als Li-king, Ritual-Kanon, genannt),eine Compilation aus viel späterer Zeit, enthaltendRegeln der Etikette u. Höflichkeit für alle Stände,Altersstufen und Verhältnisse des Lebens, häufigin die Moral hinübergreifend. Zu den klassischenBüchern zweiten Ranges gehören: a) Die vierBücher (Sse-schu), von unmittelbaren und mit-telbaren Schülern Kong-fu-tses theils zusammen-getragen, theils selbständig verfaßt, nämlich: an)Der Ta-Hjo oder Tai-Hjo (große Lehre), einMerkchen, worin Tseng-tse, des mehr erwähntenWeisen ausgezeichnetster Schüler, die wichtigstenLehren der politischen Moral, wie er sie aus desLehrers Munde empfangen, zusammenfaßt undseine Erläuterungen daran knüpft, bb) Tschuug-yung (vom Beharren in der rechten Mitte), phi-losophische Abhandlung von Tse-se, einem EnkeldeS Kong-fu-tse. so) Lun-yu (Gespräche), meistSprüche des Kong-fu-tse u. seiner unmittelbarenAnhänger, zum Theil in Reden u. Antworten,Alles von epigrammatischer Kürze, ckä) Meng-tse, Name des Verfassers u. seines Buches, welches,von stärkerem Umfang und viel rednerischer ge-schrieben, als die übrigen, Unterredungen über diebeste Art zu regieren enthält. Sein Verfasser,obgleich nur Schüler des Tse-se (s. vorher), wirddem Kong-fu-tse fast gleich geachtet, u. die Nach-kommen Beider sind der alleinige Erbadel Chinas.Die Sze-schu sind zusammen übersetzt in CoupletsOonkuoius Linarnm pttiloLoxillls, Paris 1687,Fol., von Pater Nodl, Prag 1711, und englischvon Collie, Malakka 1828, dann von Legge, derüberhaupt alle kanonischen Bücher neu überträgtu. mit Einleitungen, kritischen u. erklärenden Notenversieht, 1868 ff. Unter den europäischen Über-setzungen einzelner der Vier Bücher verdienenAbel Rbmusats Tschung-yung, Juliens Meng-tse,Par. 1824—29, 3 Bde., und I. I. HofmannsTai-hjo^Leyd. 1861, besondere Erwähnung. Dienächste Stelle nach den Sse-schu nimmt das Hjao-king (Buch vom kindlichen Gehorsam) ein, welcheserst im 8. Jahrh. unserer Zeitrechnung aufgefun-den wurde. Es enthält ein Gespräch des Kong-
Schrift u. Literatur. -
fu-tse mit Tseng-tse (s. o.), der cs aufgezeichnelhaben soll. Der in China geschätzteste Ausle-ger aller kanonischen Bücher der sogen. Religiondes Gelehrtenstandes ist Tschu-Hi, ein großerPolyhistor des 12 . Jahrh. unserer Zeitrechnung,von dessen Zeit man die Erstarrung des altenChinesenthums datiren kann. Dieser den Weisendes Alterthums beinahe nebengeordnete Mann w,rzugleich ein fruchtbarer selbständiger Autor: seinSjao-Hio (kleine Lehre), volksthümlich geschrieben,wurde unumgängliche Vorbereitung zum Studiumder King ersten wie zweiten Ranges, u. in seinemWerke Sing-li (Naturgesetze) philosophirt er überdie Räthsel des Daseins. Schon lange vor Tschu-Higab es übrigens auch einigermaßen selbständigeConfncianer, darunter der im 3. Jahrh. unsererZeitrechnung verstorbene Sun-king, angeblicherParadoxeuhascher, welcher nahe daran war, eineErbsünde zu statuiren. Sein Werk u. die Schriftenähnlicher verschieden beurtheilter Denker ansKong-fu-tses Schule sind leider noch fast unbekannt.Sehr zahlreiche Werke haben die Lehren derTao-ße, der Buddha-Gläubigen u. der eine Ver-einigung aller Glaubensmeinungen anstrebendenSynkretisten zu Tage gefördert. Die erstgenannteSecte hat den von ihr mißverstandenen wahr-haft großen Denker Lao-tße (sein Tao-te-king, in!Französische übersetzt von Julien, Par. 1842, insDeutsche von Plänkner, Leipz. 1870, u. V. vonStrauß, Leipz. im gleichen Jahre) an die Spitzeihres Pantheons gestellt. Eine große Sammlungihrer esoterischen u. exoterischen Werke (bis jetztkaum berührt) erschien im 16. u. 17. Jahrh.unserer Zeitrechnung unter dem Titel Tao-jinnui wai, d. i. lkao dominum interna (st) srtorna.
Die buddhistischen Bücher zerfallen in King (wel-ches Wort hier für das sanskritische Sutra steht),geistliche Liedersammlungen u. populäre Empfehl-ungen der Heilslehre oder Erläuterungen ihrerDogmen; nur die King sind aus dein Sanskritübertragen, z. B. das Kin-knang-king (Snwarna-Prabhäsa), d. i.. Sutra Goldschein, u. viele andere.
Zu den belangreichsten Schriften chinesischer Bud-dhisten gehört das Tsing-tu-wen (Belehrung überdie verklärte, Welt) welches Schott in seiner Ab-handlung: Über den Buddhismus in Hoch-Asienu. in China, Berl. 1845, auszugsweise übersetzt ^hat. Der Verfasser ist Apologet und gewiffer-maßen Synkretist. Bekanntschaft mit dem Chri-stenthum hat theils Einfluß auf neuere Metaphh-siker gehabt, z. B. in dem Sing-li-tschin-tjuan,d. i. wahre Erklärung der Naturgesetze, welches1753 erschien, theils auch Gegenbestrebungenhervorgerufen, z. B. in dem Sching-yu-knang-hjun, d. i. umfassende heilige (kaiserl.) Belehrung,einer volksthümlichen Pflichtenlehre, englisch von sMilne, London 1817, welche beiläufig vor der 'christlichen Lehre warnt. Anderer moralischen lVolksbücher gibt es eine große Zahl unter ver-schiedenen Titeln, z. B. Lampe des finsteren Hauses(Ngan-schi-teng), Herzerhellender kostbarer Spiegel(Ming-sin-pao-kjan) rc. Sprachkunde. DieChinesen haben ihren Sprachschatz bei Zeiten inWörterbüchern untergebracht, die meist entwedernach Endlauten der den Schriftzeichen entsprechen-den Grundwörter, oder nach mehr oder minder