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Chinesischer Speckstein — Chinesische Sprache, Schrift u. Literatur. 769
Z Chinesischer Speckstein, so v. w. Agal-
^ matholith.
Chinesische Sprache, Schrift u. Literatur.
L.. Die ch. Spr. bildet im Vereine mit den anna-mischen, flämischen u. wenigen anderen Idiomender transgangetischen Halbinsel das sog. einsilbigeod. flexionslose Sprachengebiet, welches weit mehrBegriffe als Grundwörter zählt u. die Begriffetheils durch verschiedenartige Betonung eines u.desselben Grundwortes, therls durch bloßes enge-res Aneinandersprechen zweier dergleichen vermehrtoder verdeutlicht. Es gibt der Grundwörter nuretwa 500, der eigenthümlichen Betonungen oderStimmbiegungen (auch Accente genannt) in denDialekten SCHinas 8, im N. nur 5. Die gebil-dete Umgangssprache (Kuan-Hoa), im N. des gro-ßen Kjang-Stromes zugleich Volkssprache, enthältmit Hilfe der Unterscheidung durch die sog. Accentenach Prcmare überhaupt 1445 Wörter. Diese istweit abgeschliffener, als die Dialekte des S., indemsie von konsonantischen Auslauten nur n u. n§besitzt, während das SCHinesische noch L, in, p,k u. t als Auslaute aufzuweisen hat, jedoch meisthinter kurz gesprochenen Selbstlautern. Ein Grund-wort des NCHinesischen lautet ungefähr wie dnm-pses or, ol od. orl (wofür im S. immer ni, ,si)n. wird daher sehr verschieden umgeschrieben. Dievocalischen Endungen sind entweder einfach, oderDiphthongen; das die sogen. Triphthongen desKuan-Hua eröffnende i ist wahres j, man schreibtdemnach z. B. besser xjao, sjuan, als piao, siuan.Die Mehrung u. Verdeutlichung der Begriffedurch sog. Zusammensetzung geschieht nach ver-schiedenen Principien: man rückt zwei Wörter aneinander, die in einer ihrer verschiedenen Bedeut-ungen zusammenfallen; man legt eine Art vonDefinition in die Paarung n. s. w. Weitaus diemeisten dieser Composita werden in unseren chi-nesisch-europäischen Wörterbüchern noch vermißt.Die Nedetheile ergeben sich im Chinesischen regel-mäßig aus der Ordnung der Wörter im Satze;je nach dieser Ordnung kann ein und dasselbeWort Nomen, Verbum n. oft auch Partikel sein.Jeder Satz beginnt mit dem Subject, es folgtdas Verbum u. dann das Object. Jeder beschrän-kende od. näher bestimmende Ausdruck steht vordem Worte, auf welches er sich bezieht, also dasAdjectiv vor seinem Substantiv, der Genitiv vordem Nominativ, das Adverb vor dem Verbum,der Nebensatz vor dem Hauptsätze, die dem gan-zen Satze angehörende Partikel ganz zu Anfang;doch erleiden mehrere dieser Regeln schon in unge-bundener Rede oft Ausnahmen (so kann dasFrage-siirwort als Subject ans Ende gesetzt werden, n. ge-wisse Bindepartikeln folgen regelmäßig hinter demSubject); viel weiter noch geht die Willkür beiDichtern. Wo man Zweideutigkeit vermeiden will,da müssen Wörter aushelfen, die in gewissen Ver-bindungen Mehrzahl oder Verhältnisse der No-mina zu einander oder zu Verben bezeichnen, u.an Verben andere, die auf Vollendung, Bevor-liehen, Leiden Hinweisen. Die Schrist der Chinesenist ideologisch, aus einfachen oder zusammengesetz-ten Bildern der Begriffe, die sie erwecken soll,entstanden. Der Vorrath an Schriftzeichen über,bietet Len Sprachschatz in ungeheurem Grade, da.
Vierers Universal-Conversations-Lextton. 6. Aufl. IV. Daud.
her viele auf ganz gleiche Weile ausgesprochenwerden. Man darf aber darum nicht denken, jederdieser Charaktere stelle einen eigenen Begriff dar;denn vieler unnöthiger Synonyma zu geschweige!:,gibt es von jedem Schristzeichen eine gute An-zahl bloßer graphischer, zum Theil veralteterVarianten. Die Composita der mündlichen Sprachebleiben in der Schrift immer getrennt n. sind oftschwer zu erkennen; übrigens macht der gedrun-gene alte Stil von denselben sparsamer Gebrauch,als die in Romanen und Dramen uns vorlie-gende Sprache des täglichen Lebens. In den mei-sten Wörterbüchern hat man die Schriftzeichengewisser in der Zusammensetzung besonders her-vorspringender Theile nach der Zahl ihrer Stricheuntergeordnet. Diese Theile (für sich schon meistvon selbständiger Bedeutung) heißen Klassen-häupter (nicht Schlüssel), u. ihre Zahl ist seitunserem 17. Jahrh. auf 214 beschränkt. Die Zei-chen selbst haben im Verlaufe der Zeit manche Än-derung erfahren; aus den ersten Bildern ent-wickelte sich die aus steifen n. eckigen Zeichen be-stehende Tschnan-Schrift; da diese aber zuschwierig zu zeichnen war, erfand man unter derDynastie Han die Li- od. Kanzleischrift, derenschwerfälliger Charakter in der heutzutage ge-»ähnlichen Schrift etwas gemildert worden ist.Die davon abgeleitete Kursivschrift, Tsao (d. h.Gras), wird nur zuweilen bei Vorreden oderbei Werken leichterer Gattung angewendet; we-gen der darin leicht möglichen Zweideutigkeitenu. Jrrthümer ist ihr Gebrauch in öffentlichenActen verboten. Die Chinesen schreiben mit deniPinsel, die Zeichen von oben nach unten, die Zei-len von der Rechten zur Linken aneinandergereiht.Grammatiken der ch-n S. von Fonrmont, Par.1742; Morrison, Serampore 1815;, Remnsat,Par. 1822; Premare, Malakka 1831; Endlicher,Wien 1845; W. Schott (nach einem neuen Plan),Berlin 1857; dazu Nachträge u. Verbesserungenunter dem Titel: Zur chinesischen Sprachlehre,Berlin 1868; St. Julien. Par. 1870; Wörter-bücher von Glemona, Par. 1813, Fol.; Morrison,Macao 1815—22, 6 Bde.; Gonyalves, Macao1833; Medhurst, Batav. 1842, 2 Bde.; Wells-Williams, Kanton 1856; Lobscheid, Hongkong 1871.Von den Volksdialekten ist der von Tschintschenin Bayers Lluasnin sinienm, Petcrsb. 1730, u.der von Fukian in Medhnrsts klolclcösn vietio-narx, Macao 1832, bearbeitet. Der Anfang de,"Vater unser lautet: bsai tbian nxo-bsn^ tu tsebenxo-ben§ xuan or ininZ iejan-sobinb, d. h.:bist-im Himmel unser Vater welcher, wir wünschendeinen Namen heilig-sein.
L. Literatur. Die erste Stelle unter den dazugehörenden ungemein zahlreichen Werken nehmennach landesthümlicher Ansicht die klassischen (kanoni-schen, heiligen) Bücher ein, u. unter Liesen wiederhaben den ersten Rang die 5 uralten King, welcheKong-fu-tse selber ihre heutige Gestalt verdanken.Diese King sind: a) D-kin g (Buch der Verwandel-ungen), wahrscheinlich das älteste, enthält die 8 Kuamit ihren Erweiterungen u. soll von dem mythischenKaiser Fo-Hi, (s. China Gesch.) herrühren; an sieschließen sich die Erklärungen des Wen-wang, desTscheu-kung u. des Kong-sn-tse, die jedoch ebenso
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