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China
sleischler Chinesen gegen die herrschende Mandschu-Dynastie eine Gährung ausgebrochen, welche mehru. mehr den Charakter einer politischen Revolu-tion annahm. Zahlreiche u. kecke Räuberbandendurchzogen seit 1848 die Provinzen Kuangsi undKuangtong, u. Seeräuberflottcn beunruhigten dasReich im S. u. SO. Anfangs war die Plünder-ung ihr einziger Zweck, staatsgesährlich wurde dasUnwesen erst, als im Äug. 1850 der Geheimbundder Dreifaltigkeitsmänner den Augenblick benutzteund einen Aufstand zum Ausbruch brachte, dessenerklärter Zweck war, die mandschurische DynastieTai-tsing zu stürzen und das Haupt des Bundes,einen Mann, der sich für den Abkömmling derletzten echt-chinesischen Fürsten der Ming-Dynastieansgab, unter dem Herrschernamen Tien-teh zumKaiser von CH. zu machen. Die Aufständischenkündigten sich überall als Befreier des Vaterlandesvom Joche der Mandschu (Tataren) an, ans derenLasten u. Tyrannei sie in ihren Proklamationenbesonderen Nachdruck legten, u. da der Wunsch,eine chinesische Dynastie zu haben, von Vielen ge-theilt wurde, so fanden sie öffentlich u. geheimgroßen Anhang u. bekamen eine Masse freiwilligeru. erzwungener Kriegsgelder, welche sie in denStand setzten, ihr Heer täglich zu vergrößern. Denalten Glanz des Chinesischen Reiches wiederherzu-stellen, war ihr Zweck; die Schriftzeichen Tai-ping,L. h. allgemeiner Friede, standen ans ihren Fah-nen, die Häuptlinge gaben sich selbst diese Namen.Außerdem wollten sie die Verhältnisse der Gesell-schaft nach den Ideen der Communisten n. Socia-listen vollständig umgestalten. Damit Hand inHand ging eine beabsichtigte Umwälzung der reli-giösen Verhältnisse, was sich zunächst darin zeigte,daß sic überall die Tempel zerstörten, die vomVolke verehrten Götterbilder vernichteten u. auchdie Klöster der chinesischen Mönche u. Nonnen (Bon-zen) verwüsteten. Sie traten selbst als Begründereiner neuen Religion auf, die sie Schang-ti-huoi(die Schang-ti-Religion) nannten. Mit Schang-ti benannten vor alter Zeit die Chinesen dashöchste Wesen; nachdem aber die in CH. jetzt herr-schenden Religionen eingeführt worden waren, be-diente sich desselben ausschließlich als eines tech-nischen Ausdruckes die Secte der göttlichen Vernunft,d. h. die chinesischen reinen Deisten. Als nun spä-ter die Jesuiten in CH. der römisch-katholischenConfessio» Eingang zu verschaffen suchten, bedien-ten sie sich, nin sich von den Deisten zu unter-scheiden, des Wortes Tien-tschu, d. h. Herr desHimmels (welches auch die Bezeichnung der ka-tholischen Missionen geblieben ist), wogegen dieprotestantischen Missionen das Wort Gott entwedermit Schen-ti od. Schang-ti übersetzen. Indem alsodie Aufständischen den letzteren Ausdruck wählten,erwarben sie nicht nur den Beifall ihrer einhei-mischen philosophischen Religionsparteien, sondernschieden sich auch von den wenig zahlreichen undverfolgten Anhängern des Tien-tschu, wie sie aufder anderen Seite sich den mächtigen Engländerndadurch näherten. In der That wurde dies derPunkt, woran die englischen Missionäre die Hoff-nung knüpften, daß die Aufständischen der Annahmeder protestantischen Religion willig sein würden;ihre Staatsmänner die Muthmaßung, daß sie in
(Gcsch.).
ihnen eine chinesische Reformpartei vor sich hätte,,deren Lehren auch einem christlichen Moralist^zur Ehre gereichten und mittels deren man dirchinesische Binnenland eröffnen könnte; ihre Aden,!teurer den Glauben, daß die Anhänger des Tie»,teh ein Junges CH. seien, welche die Revolutiondurch ihre Reise, um die Welt in CH. durchsührenwürden. Im Äußern unterstützten die Ausrühmdurch ihre Neuerungen diese Ansicht; neben ande-ren Annäherungen an die alt-chinesische Trachtverbannten sie den von den Mandschu eingesührteoZopf. So erweckten sie das Interesse derMissio-näre, sogar des englischen Gesandten; viele Enro-päer traten in ihre Dienste. Die europäischen Kars-leute ließen sich die Sache um so mehr gefallen,als in der allgemeinen Verwirrung die verhaßtenkaiserlichen Zollstätten fielen u. ein schwunghafteru. gewinnreichsr Schmuggelhandel ins Innere da-bei in Aussicht stand. Unter solchen Umständen, n. ,da das Kriegswesen der Regierung durch die Kriege! s tmit den Engländern in seiner Schwäche bloßgestellt ^ s. -war, mußte der Fanatismus bald weitere Kreisensergreifen. Während die Regierung in Peking iu> > ß sAnfang die Bekämpfung des Aufstandes, als etwa! ^ (!oft Wiederkehrendes, den Provinzialregierungen!«überließ, ergriff sie, als sie die Nachricht erhielt, 8daß sich unter dem Namen der Gesellschaft der IGottesverehrer in Kuangsi eine neue, zahlreiche ^politisch-religiöse Secte gebildet habe, welche dem IAufstande gutgeschulteHeerschaarenzusührte, ernster!, IMaßregeln, und den Anstrengungen der Mandschu- HGenerale Lin-tsi-sin u. Wu-lan-tai gelang es auch "1852, den größten Theil der Aufrührer bei Jnng-nan in Kaust aufzureiben und Tien-teh zu fangenund zur Hinrichtung nach Peking zu senden; einenRest aber ließ der Zwiespalt der kaiserlichen Füh-rer entkommen, der bald wieder zu gefährlicherGröße anschwoll. Der Führer der Aufrührer wurdenun der Stifter der Secte der GottesverehrerHong-siu-tsiuen. Er war 1813 in einem kleinenDorfe des Districts Hua, nicht weit nordöstlichvon der Stadt Kanton, geboren, in seiner Jugendzum Schullehrer gebildet u. 1833 in Kanton durchBekanntschaft u. Lectüre der Bibel mit dem Ehri-stenthnm bekannt geworden. Diese Lectüre u. Ner-venkrankheiten vermehrten seine Abneigung gegendie chinesische Religion u. seinen Hang zum Mh<sticismus; er glaubte in dem Gott der Bibel denGott der alt-chinesischen Zeit wiederzufinden, wel-chen der erste Monarch der Tschan-Dynastie beiseiner Thronbesteigung feierlich angerufen hatte, n.bildete sich ein, von Gott ausersehen zu sein, di^Welt, d. h. nach seinen Begriffen CH., zur Bel-ehrung des wahren Gottes zurückzuführen. Es ge-lang ihm, Anhänger seiner Lehre zu finden; einerseiner eifrigsten Jünger, Fnn-jun-san, gründete inKuangsi unter dem Namen der Gottesverehrer dieneue Secte, welche sich zu seiner Lehre bekannte.; ,Hong-siu trat 1847 an die Spitze derselben, n.>nach dem Tode von Tien-teh an die Spitze desjAufstandes, als dessen Zweck er nicht die Wieder-! ^einführung der Ming-Dynastie, sondern die Errichl-I ;ung einer neuen, an Stelle der Mandschu, be-Izeichnete. Er eroberte zuerst Hanjang u. Hanken^wichtige Städte am Jantsekiang, bemächtigte!sich der dort liegenden Tausende von Dschonken, ,
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