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China
Juli segelte die Flotte, 70 Fahrzeuge stark, vonSchanghai nach dem Jantsekiang und erschien16. Juli bei der Festung Tschin-kiang, die 21.von Gough angegriffen, nach heftiger Gegenwehrgenommen, aber wegen der durch das Fieber u.die Cholera vergrößerten Gefahr für die Gesund-heit der Truppen wieder aufgegeben wurde. Amg. Aug. erschien die englische Flotte vor Nanking;schon Tags darauf sollte die Stadt gestürmt wer-den; da erschienen Jli-pu u. Ke-jing, nun auch mitkaiserlichen Vollmachten versehen, um die Frie-densunterhandlungen wieder anzuknüpfen. Pöt-tinger nahm das Anerbieten an, und 29. Augustwurde der Friedensvertrag auf dem englischenSchiffe Cornwallis im Hafen von Nanking unter-zeichnet; die Bedingungen des Friedens vonNanking vom 29. Ang. 1842 waren: Briten u.Chinesen verhandeln künftig auf dem Fuße völ-liger Gleichheit; außer Kanton werden noch dieHäsen von Amoy (Emuy), Futschen, Ningpo undSchanghai geöffnet; der Handel daselbst ist füralle Nationen frei, u. ebenso werden dort fremdeConsuln zugelassen; der Tarif für Ein- u. Aus-fuhr, sowie für die Binnenzölle wird noch festge-setzt; außerdem zahlt CH. 21 Mill. Dollars, theilsals Kriegskosten, theils als Entschädigung für diefrüheren Verluste der englischen Kaufleute, allegefangenen Briten werden freigegcben u. die InselHongkong auf ewige Zeiten an Großbritannien ab-getreten, dagegen Tschusan zurückgegebeu. Am7. Dec. 1843 brach zu Kanton ein schnell ge-dämpfter Volksaufstand aus, in welckem die eng-lische Factorei zerstört wurde; 25, Januar 1843publicirte Jli-pu den 1. September vom Kaisergenehmigten Friedensvertrag. Ein am 9. Oct.1843 Unterzeichneter Ergänzungsvertrag mit Groß-britannien gewährte den Kaufleuten Erlanbniß, inden 5 Hafenstädten Grundstücke zu pachten, umHäuser darauf zu bauen, setzte fest, daß keinFremder über eine gewisse Grenze landeinwärtsgehen dürfe rc.
0) Vom Frieden zu Nanking bis zumAusbruch der inneren Unruhen, 1843 bis1848. Nachdem infolge des Friedens von Nan-king im Juli 1843 das neue Handelssystem inKraft getreten war, wonach der Handel allen Na-tionen in den 5 genannten Häfen freigcgebenwurde, schlossen zuerst 3. Juli 1844 die Ver. Staatenvon NAmerika zu Wanghia einen Handelsver-trag mit CH., welcher den Amerikanern noch mehrBortheile gewährte, als den Engländern, nament-lich rucksichtlich der Einfuhr von Blei; einen glei-chen auch Frankreich 24. October 1844, welches,»>s Schutzmacht der Christen in CH. auftretend,sowol Straflosigkeit der zum Christenthum über-getretenen Chinesen, als auch überhaupt Duldungdes Christenthnms n. Gestattung der Erbauungvon Kirchen sich ausmachte. Jndeß entsprach dasToleranzedict den mündlichen Zusagen nicht, underst bei einer neuen Zusammenkunft des französi-schen u. chinesischen Bevollmächtigten wurde fest-i gesetzt, daß die Kreuz- u. Bilderverehrung der! Christen, die öffentliche Predigt der christlichen' üehre, die Erbauung von Anbetungsorten (derName Kirche konnte nicht erlangt werden) gestattet
die inzwischen verhafteten Christen freigegeben
(Gesch.).
werden sollten. Übrigens beschränkte sich dieseDuldung bloß auf die 5 Hafenstädte. Jndeß machtesich der Haß der Chinesen gegen die Fremden invielen Anlässen Luft, im Januar, Juni u. Juli1846 in Kanton, durch Bedrohung der fremdenFactoreien mit Feuer, in demselben Jahre durcheinen Angriff auf Macao, infolge einer durchdie Portugiesen ungerecht auferlegten Steuer aufdie chinesischen Handelsschiffe. Daß außerdem selbstdie Regierung in Peking nicht ernstlich die denFremden zugestandenen Rechte schützen wollte, be-wiesen die Abherufnng des den Europäern freund-lichenGouverneurs vonKanton u. die Weiterungen inAusführung der Verträge. Eine erneute Drohungmit dem Bombardement Kantons, im April 1847,schreckte wohl die chinesischen Behörden, konnte aberdie erbitterte Stimmung des chinesischen Volkesnicht mildern, die sich in zahlreichen Gewaltthätig-keiten gegen die Engländer Luft machte. Es darfübrigens nicht unerwähnt bleiben, daß auch diesees nicht daran fehlen ließen. 1848 wurden derchinesische Gouverneur Ke-jing durch Sen, derenglische Davis durch Bonham ersetzt; des Letzterenenergisches Auftreten machte die Chinesen vorsich-tiger u. die Behörden strenger; zugleich wurde injedem der 5 Häfen, zum Schutze der Engländer, einKriegsschiff stationirt. Im Oct. 1848 schloß auchder Papst, durch einen Gesandten unter Vermit-telung des französischen Geschäftsträgers, einenVertrag mit CH. Um die schon seit längerer Zeitdie Ostküste beunruhigenden u. selbst Kanton be-drohenden chinesischen Seeräuber zu vernichten,machten die englischen Schiffe oft Jagd auf die-selben u. brachten ihnen namentlich im September1849 in der Nähe von Kanton eine große Nieder-lage bei, auch die 40 Schiffe starke Flotte des be-rüchtigten Shap'ng-tsei wurde 21. u. 22. Octoberbei Hainan vernichtet. Als 1849 von den Eng-ländern die Öffnung der Thore Kantons gefordertwurde, erfolgte von Peking eine abschlägige Ant-wort, weil die Behörden in Kanton Beleidigungengegen die Fremden nicht verhindern könnten. Auchmit den Portugiesen kamen die Chinesen in Con-flict, indem einige Chinesen den portugiesischenGouverneur von Macao, Amaral, ermordeten, ohnedaß von dem Commissär Sen eine GenugthnungLasür gegeben wurde. Am 24. Febr. 1850 starbder Kaiser Tao-kuang im 69. Lebens- n. 30. Re-gierungsjahre an den Folgen eines Schreckens übereine Feuersbrunst in Peking, u. ihm folgte sein19jähriger Sohn Jn-schn, unter dem Namen Hien-fong; sein Vormund wurde der vormalige Gou-verneur von Kanton, Ke-jing, auf den die Eng-länder viel Hoffnung setzten. Jndeß berechtigteder erste Regierungsact des Herrschers keineswegszu solchen Hoffnungen, denn er hielt es für nöthig,zu erklären, daß er den Himmel u. die Nationum Vergebung bitte wegen der Schande, die unterder Regierung seines Vaters durch die den Frem-den eingeränmten Vortheile dem Reiche zugefügtworden sei, u. bereitete Maßregeln zur Absperrungvor, die nur durch den großen innere« Aufstandnicht zur Ausführung kamen.
v) Die Unruhen im Innern des Reiches.Inzwischen waren im Innern des Landes theilsdurch Hnngersnoth, theils durch den Haß eilige-