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China (Gcsch.).
lag. Inzwischen hatte England an CH. denKrieg erklärt, u. 28. Juni langte eine englischeFlotte vor Kanton an und begann sofort mit 3Schiffen die Blokade des Flusses. Macao wurdefür neutral erklärt. Am 5. Juli wurde die InselTschn-san von Capitän Bremer genommen u. am6. Juli die Hauptstadt derselben, Tinghi, besetzt;Elliot beschoß Amoy u. vernichtete die Festungswerke des Hauptortes der Insel, segelte dannnach dem Golfe von Petschili und fuhr 11. Aug.in den Peiho ein, um in die Nähe der Haupt-stadt zu kommen u. die Übergabe seiner Depeschenan den Kaiser zu erzwingen. Es gelang, u. derKaiser beorderte 3 Mandarinen, um mit denEngländern Unterhandlungen zu eröffnen (welcheauch vom 27. Aug. bis 15. September gepflogenwurden), versprach auch einen Abgeordneten nachKanton zu senden, welcher dort mit Elliot ver-handeln sollte. Den 29. Nov. kam der Ober-commissär Kischan nach Kanton. Da die Chine-sen die Unterhandlungen in die Länge zogen, sowurden 9. Januar 1811 die Forts an derBocca Tigris beschossen u. genommen u. der chi-nesischen Flotte großer Schaden zugesügt. Am10. Jan. wurden von chinesischer Seite die Feind-seligkeiten eingestellt und 20. Januar ein Präli-minarfriede abgeschlossen, wonach die HandelsbeZiehungen wiederhergestellt und der Hafen vonKanton 10 Tage nach dem chinesischen neuenJahre wieder eröffnet werden sollte; den Englän-dern sollte ferner gegen Räumung von Tschn-sanu. des Forts Tschuen«pi die Insel Hong-kong abgetreten werden, aber die Erhebung der Zölle u.Abgaben daselbst für die chinesische Staatskassesortdauern; der Kaiser versprach 6 Mill. DollarsEntschädigung, u. zwar 1 Mill. sogleich und die5 anderen in gleichen Raten bis Ende 1816; dieofficiellen Beziehungen zwischen der chinesischen u.englischen Staatsregierung sollten auf den Fußgänzlicher Gleichheit gestellt, werden. Danachverließ die Flotte die Bocca, und ein Theil der-selben nahm von Hongkong Besitz. Aber wederentsprach jener Vertrag den Erwartungen der bri-tischen Handelswelt, besonders der OstindischenCompagnie (welcher für ihren Opiumhandel keineSicherheit u. keine Erleichterung bedungen war),noch war es den Chinesen Ernst, ihn zu hal-ten, und da die Ratification desselben bis zum
24. Februar nicht erfolgt war, so begannen am
25. Februar die Feindseligkeiten wieder. DieEngländer nahmen die Forts der Bocca Tigris,zerstörten die chinesische Flottille und eroberten18. März die Factoreien und die Vorstadt vonKanton. Am 20. März wurde ein Waffenstill-stand abgeschloffen, wonach der Handel offen undden Briten und anderen Kaufleuten Schutz zuge-sichert sein sollte. Da dieser den Beifall des Kai-sers nicht fand, im Gegentheil der GouverneurKischan zum Tode verurtheilt, das chinesischeHeer, unter dem kaiserlichen Neffen Jn-schan, be-deutend verstärkt u. ein Angriff auf die englischenSchiffe durch Brander versucht wurde, ließ Elliot25—26. Mai Kanton beschießen und trat vomSturme nur durch das Capitulationsanerbietenzurück. Am 27. Mai wurde den chinesischenTruppen außerhalb des Bezirkes von Kanton
freier Abzug gestattet, während unterdessen unter-halb der Stadt die englischen Schiffe die größleVerwüstung angerichtet, 2 Forts vernichtet nadüber 100 chinesische Kriegsschiffe verbrannt hatten.Nach der durch den chinesischen Minister Hu ab-geschlossenen Convention versprachen die Chine-sen, 5 Mill. Dollars, die sich im Nichtzahlungs-falle Tag für Tag steigern sollten, zu zahlenund die tatarischen Truppen 90 Icm von Kantonzurückzuziehen; die Engländer dagegen, die ge-nommenen Forts zu räumen, während der Ha-sen von Hongkong ihrem Handel offen bleibensollte. Die Zahlung der ersten 5 Mill. Dollarswar bis Anfang Juni erfolgt, von da an be-gannen aber die Chinesen Schwierigkeiten zu ma-chen u. wieder zu rüsten. Die Convention fandaber die Zustimmung der englichen Regierungnicht, sondern die Fortsetzung des Krieges wurdebeschlossen, u. um den Krieg energischer zu führen,kamen 10. August 1811 William Parker alsCommandant der Flotte u. Henry Pöttinger alsAgent in Macao an und begannen alsbald dieOperationen gegen die OKüste des Landes, umsich Peking zu nähern n. dort einen vortheilhaftenFrieden zu erzwingen. Am 26. August wurdeAmoy genommen, u. nachdem in Kulangsu, wel-ches den Hafen von Amoy beherrscht, eine Be-satzung zurückgelaffen worden war, ging es weiternördlich, zunächst gegen Tschusan, welche Inselnach der Einnahme der Hauptstadt Tschinghai,16. August, zum zweiten Mal von den Eng-ländern besetzt wurde; darauf wurde 9. OctoberNingpo zu Lande von Sir Hngh Gough und zuWasser angegriffen u. genommen, bei welcher Ge-legenheit die Mehrzahl der chinesischen Besatzung,um nicht in die Gefangenschaft der Engländer zugerathen, sich in den Fluß stürzte und umkam.Die Schwäche ihrer Truppenzahl und das Aus-bleiben von Verstärkungen nöthigte die Engländer,mit weiteren Operationen einzuhalten, was denhochmüthigen Starrsinn des chinesischen Hofeswieder steigerte; mehrere Angriffe der Chinesenwurden abgeschlagen. Die chinesischen Provinzen,in welchen bisher der Krieg geführt worden war,befanden sich in einer trostlosen Lage: nicht allein,daß die Sperrung der Flüsse durch die Engländerallen Handel lähmte u. daß die Aufbringung derContributionen auf ihnen lastete, auch alle Kriegs-kosten fielen auf sie. Als mit dem Frühjahre1812 das englische Heer auf 7000 Mann verstärktwar, wurden die Operationen in die reichen Cen-trumprovinzen zwischen Hoangho und Jantsckiangverlegt, 17. Mai Tschapu, ein Haupthafen jenesKüstenstriches, ebenso nach hartnäckigem Kampfe,welcher auch den Engländern viele Leute kostete,16. Juni die Fortificationen am Wusongkiang, u.19. Juni Schanghai, einer der Hanpthandels-plätze von Kiangnan, genommen. Die raschenFortschritte der Engländer u. die Noth, in welchedas Land durch die Occupatio» und die fastgänzliche Vernichtung des Handels gerieth, machteendlich auf den Kaiser Eindruck; schon nach demFalle Tschapns hatte er 2 Unterhändler, die Man-darinen Jli-pu u. Ke-jing, abgeschickt, aber Pöt-tinger hatte sie abgewiesen, namentlich da sie ohnekaiserliche Vollmacht gekommen waren. Am 6.
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