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China (Gcsch.).
wodurch diesen, die aus Peking u. 1764 auch ausKiachta entfernt worden waren, der Handelsver-kehr an dem letzteren Orte wieder erlaubt wurde.Doch hörten die Streitigkeiten u. Störungen des-selben nicht auf. Kien-lnng besuchte nur seltendie Provinzen u. verließ Peking nur, um zu ja-gen; auch am Kriege nahm er nie persönlich An-theil; er war gerecht, aber auch grausam; schriebin Versen u. in Prosa, beförderte die Literaturu. legte 4 schätzbare Bibliotheken an; auch gaber mehrere ältere Bücher von Neuem heraus.Nachdem er 60 Jahre regiert hatte, legte er 1796zu Gunsten seines 5. Sohnes Kia-king die Re-gierung nieder u. starb 1799 im 88. Lebensjahre.Kia-king besaß alle Fehler, aber keine einzige Tu-gend seines Vaters; um das Reich u. die Regier-ung kümmerte er sich gar nicht, sondern führteein ausschweifendes Leben u. ein grausames, des-potisches Regiment. Eine lange verbreitete Ver-schwörung wurde 1803 grausam unterdrückt. Ge-gen die allen Verkehr störende Piraterie vermochtedie kaiserliche Flotte, selbst mit Hilfe der Euro-päer, nichts auszurichtcn; erst die Uneinigkeit derFührer Tsching-ji und Pao stellte in Etwas dieOrdnung her. Sämmtliche Kllstenstädte wurdengeplündert, sogar Peking u. der Palast des Kai-sers waren bedroht. 1815 erfolgte die gänzlicheVerbannung der Katholiken, deren Verfolgung u.Ausrottung 1811 begonnen hatte, u. Schließungihrer Kirchen. Unter Kia-king kam 1807 Morri-son, der erste protestantische Missionär, nach Kan-ton, der auch zuerst die Bibel ins Chinesischeübersetzte u. welchem 1817 Milne nach CH. folgte,der mit Morrison das Anglo-Chinesische Collegiumin Malakka gründete, worin junge Chinesen undEngländer in den gegenseitigen Sprachen unter-richtet wurden. Der Handel mit den Ausländern,namentlich den Russen, u. Amerikanern nahm, allerStörungen ungeachtet, in dieser Zeit einen nichtunbeträchtlichen Aufschwung. Kia-king starb nacheiner unruhigen Regierung 1820, u. ihm folgte1821 sein 2. Sohn Tao-kuang, ein friedliebenderMann, unter dem die Autorität des Kaisers mehru. mehr zu einer ideellen sank, die reelle Leitungder Staatsangelegenheiten den Händen der Man-darinen anheimfiel. Der Aufruhr im Innernwüthete lange fort: Empörungen der Mohamme-daner, der Miao-tse, der Formosauer mußten be-kämpft werden, auch wurde das Reich unter ihmdurch Überschwemmungen, Erdbeben u. Mißwachsheimgesucht. Das Christenthum machte nach wievor wenig Fortschritte in CH.; denn die Schülerder Missionäre setzten sich harten Verfolgungenaus. Bemerkenswerth vor Allem ist aber die Re-gierung dieses Kaisers durch die ersten ernstlichenVerwickelungen mit Europa.
L. Die Händel mit England. Die Eng-länder, die schon 1596 eine indeß verunglückteExpedition nach CH. sendeten, konnten erst gegenEnde des 17. Jahrh. festen Fuß mit ihrem Handellassen. Die Gesandtschaft 1793 (s. oben) stimmteden Hof zu Peking wenigstens freundlicher gegensid. Da aber die Opiumeinfnhr aus Ostindienaus eine bedenkliche Weise znuahm, so erließ derKaiser strenge Verbote dagegen. 1808 besetztendie Briten Macao, mußten aber die Stadt bald
wieder räumen. Der Handel wurde seitdem mehru. mehr beschränkt, und eine Gesandtschaft unterLord Amherst, 1816 nach Peking geschickt, bliebresultatlos. Seit 1823 wurde zwar der Opium-handel erneuert, doch erließ der Vicekönig vonKanton 1828 ein strenges Verbot gegen den ge-sundheirs- u. sittengefährlichen Genuß dieses Giftes,u. der Handel wurde von den Engländern ausMangel an Absatz eine Zeit lang eingestellt. Ge-waltthätigkeiten gegen die englische Factorei in Kan-ton u. gegen solche Chinesen, die mit den Eng-ländern in Verbindung standen, veranlaßen dieEngländer, 1831 mehrere Kriegsschiffe dorthin zuschicken, ohne daß es jedoch zu Feindseligkeitenkam. Ein neuer Streit entstand 1834, wo LordNapier als erster Bevollmächtigter Englands nachKanton ging und sich daselbst niederlassen wollte,ohne dazu vom Kaiser oder vom Vicekönig dieErlaubniß zu haben. Alle Chinesen mußten ihreenglischen Herren verlassen, der Handel wurdegesperrt, und Lord Napier mußte die Stadt ver-lassen. Unterdeß wurde Opium in immer stei-gender Menge durch Schmuggler zur See einge-führt, die bewaffnet die chinesischen Regierungs-schiffe bekämpften; trotz aller Edicte, welche auf dasOpiumrauchen barbarische Strafen setzten, wurdeder Genuß immer allgemeiner u. die Ausfuhr derGelder, die hauptsächlichste Besorgniß der chinesi-schen Behörden, naturgemäß immer größer. An-fangs 1839 wurde Linse-tsieu, Gouverneur vonHu°kuang, mit außerordentlicher Vollmacht nachKanton geschickt und erließ daselbst 13. März1839 ein Edict, daß alle Opinmkisten ohne Wei-teres ausgeliefert werden sollten. Zugleich wur-den Truppen in Kanton zusammengezogen undzahlreiche Boote im Tigerfluß stationirt, so daßdie Fremden in der Factorei eingeschlossen waren.Der englische Bevollmächtigte Elliot protestirtevergeblich gegen das Edict; die Maßregeln derChinesen wurden verschärft, und er sah sich indie mißliche Lage versetzt, 27. März die engli-schen Kaufleute aufzuforderu, ihr sämmtlichesOpium an die chinesischen Behörden auszuliesern.Außerdem wurde aller Handelverkehr bis zumAustrag der Sache sistirt. 20,283 Kisten Opiumwurden ausgeliefert, und das ganze Quantum(gegen 4 Mill. Psd. St. Werth) in einen Wasser-behälter geschüttet u., um den Genuß ganz un-möglich zu machen, mit Salz u. Kalk vermengt.Einen zweiten Streitpunkt führte die Tödtungeines Chinesen durch englische Matrosen herbei,worauf die Chinesen mit Repressalien drohten u.die Engländer zur Flucht von Macao auf dieSchiffe zwangen. Am 4. Sept. kam es schon inder Bai von Haoling, wo der englische AdmiralElliot Lebensmittel einnehmen wollte, zu Feind-seligkeiten, ani 7. September wurde ein Angriffder chinesischen Kricgsdschonken bei Tschuenpi mitVerlust zurückgeschlagen; weitere Verhandlungenzur Wiederherstellung des Verkehres blieben ohneErfolg, derselbe wurde sogar den Neutralen ge-sperrt. Anfang 1840 wurden sämnnliche Euro-päer aus dem Lande gewiesen; die Ausrüstungeiner Flotte und der Marsch eines chinesischenHeeres nach Macao unter Jih chczeugten, daß einernstlicher Krieg gegen die Europäer in der Absicht