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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Cuiiia

stie oder der Dynastie Tai-tsing, 1645 bisjetzt. ^.) Bis zu den Händeln mit Eng-land, 16451828. Schun-tschi war zu Antrittseiner Regierung erst 7 Jahre alt; sein Oheimn. Vormund Ama-wang suchte ihm die Chinesenzu gewinnen, indem er mild regierte, sich meistnach chinesischen Gebräuchen richtete und die ein-heimischen Mandarinen in ihren Ämtern ließ.Zahllos waren die Schaaren der nach CH. strö-menden Mandschu, und trotz verzweifelten Wider-standes der Bevölkerung machten sie sich allmäh-lich bis 1651 zu Herren des ganzen Landes.Am meisten erbitterte die Chinesen der Befehl,daß sie auf tatarische Weise das Haar scheerenu. sich kleiden sollten. 1651 übernahm Schun-tschi nach dem Tode Ama-wangs die Regierungselbst; gutmüthigen Charakters, Freund der Wis-senschaften, Schüler des einflußreichen, zu den höch-sten Ehrenstellen beförderten Jesuiten Adam Schall,war der Kaiser den Fremden nicht abgeneigt; denPortugiesen wurde der Handel unter der Bedingung,die Oberherrschaft des Kaisers anzuerkennen, ge-währleistet, den Russen 1655 gestattet, eine Kara-wane jährlich nach Peking zu senden; allein dieholländische Gesandtschaft 1654 blieb resnltatlos.Schun-tschi starb 1661; ihm folgte sein SohnKang-Hi (eigentlich Schin-tsn). Die Mandarinensetzten eine' aus 4 Mitgliedern aus ihrer Mittebestehende Regentschaft ein, deren erstes Werk war,die Verschnittenen sogleich vom Hose zu vertreibenu. ein Gesetz zu erlassen, daß Verschnittene niemehr zu Staatsdiensten zugelassen würden. ImLande herrschte jetzt Friede; nur die Küstenstaatenwurden immer von Seeräubern beunruhigt undausgeplündert. Um dem zu begegnen, gab dieRegentschaft den unsinnigen Befehl, daß sich alleKüstenbewohner nach Verwüstung ihres Landesins Innere des Landes zurückziehen sollten. Ne-benbei wurden die Europäer, besonders die Mis-sionäre, hart bedrückt. Noch im jugendlichen Alterübernahm der Kaiser selbst die Regierung; durchschnelle Unterdrückung der Empörungen befestigteer in kurzer Zeit den wankeuden Thron derMandschu, bändigte die feindlichen Mongolen, er-oberte 1683 Formosa, von wo die Holländerverdrängt wurden. 1688 wurde Friede mit denRussen geschloffen, mit denen die Chinesen seit1684 wegen Grenzstreitigkeiten Krieg geführt hat-ten; 1721 wurden die Kalmücken u. Kalka dau-ernd der chinesischen Oberhoheit unterthänig undTibet mit seinem ungeheuren geistlichen Einflüssezur Anerkennung der Herrschaft von CH. gezwun-gen. Ein geborener Heerführer, war Kang-Hinicht weniger durch friedliche Eigenschaften her-vorragend ; er bereiste oft seine Provinzen u. ließdiesellicn von Europäern aufnehmen und Kartenentwerfen; er verringerte die Abgaben u. verbes-serte die Finanzen; er liebte die Wissenschaften u.schrieb selbst eine Abhandlung in der Mandschu-sprache in der Geometrie; er gründete Collegienu. Schulen, beförderte die Sprachstudien, ließ einchinesisches und ein Mandschu-Wörterbuch, unterBeihilfe der Jesuiten Werke über Anatomie, Me-dicin, Physik, Philosophie re. herausgeben, inPeking ein Laboratorium anlegen u. das Obser-vatorium besser einrichten; am meisten Vergnügen

(Gesch.).

ssand er in dem Umgänge mit dem Jesuiten Per-biest u. den französischen Missionären Gcrbillo»u. Bouret. Bereits 1671 gab er den Christen,welche die Regentschaft grausam verfolgt hatte,ihre Kirchen zurück, gegen Ende seiner Regierungzählte man schon 70 Jesuiten in seinem Reicheund die Anhänger des Christenthums nach Mil-lionen, aller Orten, selbst in Peking, prachtvolleKirchen. 1720 kam ein Handelsvertrag mit Frank-reich zu Stande. Auch die Engländer setzten sichzu dieser Zeit an der Küste bei Amoy fest. Furcht-bare Naturereignisse, Erdbeben in Peking 1674,erfüllten seine Regierung. Kang-Hi starb 1722.Die erste Regierungshandlung seines Sohnes u.Nachfolgers Jung-lsching (Schi-tsung) war dieVertreibung der christlichen Missionäre, wegender unter ihnen ausgebrochenen Streitigkeiten,aus allen Schulen des Reiches, nur einige behielter am Hofe. Jung-tsching war ein guter Fürst,er unterstützte die von Mißwachs heimgesuchtensüdlichen Provinzen u. die durch ein Erdbeben be<schädigten Einwohner von Petschili, beförderte denAckerbau und begünstigte gelehrte Mandarinen.Seinen Ruhm befleckte er jedoch durch grausameVerfolgung eines Zweiges seiner Familie; er st.schon 1735; kein Krieg u. keine Rebellion hatte»seine Regierung beunruhigt. Eifriger Anhängerdes alten Chinesenthums, stellte er die alte Cere-monie des Pflugführens durch den Kaiser wiederher u. beschränkte den Verkehr mit den Fremdensowol, als die Thätigkeit der Missionare trotz allerGesandtschaften. Unter ihm fingen der Genußdes Tabaks reißend schnell u. langsamer das La-ster der Opiumrauchens sich zu verbreiten an.Ihm folgte 1736 der älteste seiner illegitimenSöhne, Kien-lung (Kao-tsung). Siegreich im S.gegen die aufrührerischen Mongolen, so daß diechinesische Herrschaft bis zur Kirgisen«Steppeu. in die Kleine Bucharei über die Mohamme-daner in Kaschgar sich ausdehnte, verlor er 1767durch einen unglücklichen Feldzug die Herrschaft überBirma u. behauptete nur mit großen Anstreng-ungen die über Tibet. Die Christen wurden hartverfolgt, weil sie im Verdachte standen, an einer gro-ßen Verschwörung theilgenommen zu haben. Über-haupt ergingen 17461773 schwere Christenver-solgnngen, hauptsächlich durch die Mandarinen dereinzelnen Provinzen, durch die Streitigkeiten derMissionäre unter einander befördert, so daß dieZahl der eingeborenen Christen sich merklich ver-minderte. Auch die Verschwörung der Pi-lien-kiao(Secte der Wasserlilie) wurde entdeckt. Nach Co-chinchina schickte Kien-lung 1789 eine Armee ge-gen den Usurpator Longn-Hung, die aber von dem-selben vernichtet wurde (s. Annam, Gesch.). 17SSempörte sich Formosa, wo jedoch die Ruhe wieder-hergestellt wurde. 1797 unterwarfen sich auch diein die westlichen Gebirge zurückgedrängten, bisjetzt unbesiegten Urbewohner, die Miao-tse, demThrone des Kaisers; nachdem 1792 Nepal sichzur Tributzahlnng verstanden hatte. 1793 kamenEngländer (Lord Macartney) u. Holländer (vanBraan) nach Peking, um den Kaiser wegen seinerlangen Negierung zu beglückwünschen, ohne jedochdie gewünschten Handelsprivilegien zu erhalte».1798wurdeein Vertragmitden Russen abgeschlossen,