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China
Mongolenfürsten folgte 1294 sein Enlel Timur(chinesisch Tsching-thung), weicher den Empör-ungen der Tataren- u. Mongolenfnrsten mit kräf-tiger Hand ein Ziel setzte; wohlwollenden Sinnessteuerte er mit allen Mitteln der Noth des Volkes;die ungeheure Anzahl der buddhistischen Bettel-mönche beschränkte er durch Gewaltmaßrogeln unddurch Besteuerung. Unter ihm kamen 1294, vomPapste Nikolaus IV. gesendet, die ersten katholi-schen Christen mit dem Minoriten Montecorvinonach Peking, welche jedoch, von den NestorianischenChristen dem Kaiser verdächtigt, große Hindernissefanden. Die Regierungen der folgenden Herr-scher währten sämmtlich zu kurze Zeit, als daß sieErfolgreiches für das Reich hätten unternehmenkönnen; wie bei allen asiatischen Staaten, fingdie Macht der Günstlinge an, die der Kaiser zuiiberwiegcn, ihre gegenseitigen Jntriguen undgroße Unglitckssälle, wie eine Hungersnoth 1342,versetzten das Land in Aufruhr. Der ChineseTschn-juan-tschang, ein buddhistischer Mönch, stelltesich 1355 an die Spitze der Empörer in Kiangnan,vereinigte die unter sich uneinigen chinesischen Re-bellenführer u. nahm Peking ein; er gewann dieZuneigung vieler Großen durch Klugheit unvMäßigung, u. nachdem 1368 die Mongolen wie-der nach der Tatarei gezogen waren, setzte er sichselbst auf den Thron u. wurde Stifter der Dy-nastie Ming.
V. CH. unter der Dynastie Ming (1386bis 1644). Tschu, als Kaiser Tai-tsong oderHong-wn, mit der Residenz in Nanking, ordnetemit kräftiger Hand die ganz zerrütteten innerenVerhältnisse des Landes, unterwarf sich nach undnach die übrigen chinesischen Fürsten u. die mon-golischen Häuptlinge u. stellte die alten Grenzendes Reiches wieder her. Ihm folgte 1398 seinEnkel Kien-wen-ti. Bald nach seiner Thronbe-steigung erneuerten sich die Thronstreitigkeiten mit^ seinen Oheimen, den Fürsten der einzelnen Pro-> vinzen; der Kaiser, von dem Fürsten von Jen,
^ Tschutai, 1403 entscheidend geschlagen, wurde ge-zwungen, in ein Kloster zu gehen; der Sieger be-mächtigte sich des Thrones unter dem NamenJong-lo (in der Ahnentafel heißt er Tai-tsong) u.verlegte die Residenz nach Peking. Der neueHerrscher, grausam aber thatkrästig, erwehrte sichmit Erfolg der Tataren, befestigte von Neuem diechinesische Herrschaft über Tonkin u. Cochinchina;>m Innern steuerte er vielen Mißbräuchen, na-mentlich dem Unwesen der buddhistischen Bettel-mönche. Unter seinen Nachfolgern berichtet dieGeschichte wieder von Aufständen der Cochinchinesen,erfolgreichen Einfällen der Tataren, die 1450 denKaiser Jing-tsung gefangen nahmen u. ein Jn-i terregnum von 7 Jahren herbeiführten, u. darausentspringenden Verwirrungen im Lande; die Ver-waltung des Reiches u. das Leben des Volkes,das unter Hiao-tsang (1487—1503) 53 MillionenMlt, gingen ihren regelmäßigen Gang. Diemast der Dynastie fing an zu schwinden, Eunu-chenwirthschaft sich zu verbreiten; Empörungen derrchnsfürsien waren die natürliche Folge. UnterSchi-tsung (1522—1567), einem Dichterfreunde,machten die Mandschn ihre ersten Angriffe auf diechinesischen NProviuzen, wurden die Seedistricte
(Gesch.).
von den Japanesen geplündert u. machten sich un-abhängig. Auch den folgenden Herrschern, Mu-tsnng (— 1572), Schin-tsung (— 1620) bliebenschwere Kämpfe mit den Mandschn, die immermehr in den NProvinzen (mit der Residenz inSchinjang, 1616) sich festsetzten, u. den Japanesenum Korea, 1592, aus dessen Besitz dieselben nurnach langen, wechselvollen Kämpfen vertriebenwurden, nicht erspart. In dieser Zeit fällt das ersteEindringen der Europäer zur See in die bis da-hin ihnen so gut wie unbekannten Landstriche. 1516segelte der Portugiese Peres d' Andrada von Ma-lakka ab und erreichte 15. Aug. 1517 die InselTamao im Perlenflnsse unterhalb Kanton; 1520wurde ihnen »erstattet, Handel zu treiben, 1553gründeten sie Macao; mit ihnen zugleich kamenMissionäre, vor allen der Jesuit Matteo Ricci,der durch geschicktes Anpassen des christlichen Sy-stems an chinesische Anschauungen sich viele An-hänger erwarb u. zuerst das Innere des Landesund 1600 Peking betreten durfte. Im Jahre1604 kamen die Holländer mit 3 Schiffen nachCH., wurden aber mit ihren Handelswünschen ab-gewicsen. Unter Hi-tsung (1620—1627) erlitten1622 dieselben unter Kaiserszoon, welcher denHandel mit CH. gewaltsam erzwingen sollte, durchdie eifersüchtigen Portugiesen in Macao eine Nie-derlage, ließen sich aber, obgleich anfangs vonden Chinesen sehr beunruhigt, auf einer derPonga-Jnseln nieder, wofür sie später Formosaerhielten. Unter Hoai-tsuug (1627—1644) mach-ten die Mandschu unter ihrem Khan Tai-tsung1635 einen neuen Zug gegen CH.; zum Unglückwaren im Lande selbst Empörungen ausgebrochen,welche eine kräftige Zurückweisung des Angriffesverhinderten. Räuber plünderten das Land, sam-melten Armeen, boten dem Kaiser Trotz u. theil-ten das Reich unter sich. Der berühmteste jenerBandenführer Le-tse-tsching bemächtigte sich nachblutigen Kämpfen der Provinzen Honan undScheust, tödtete alle Mandarinen u. erwarb sichdadurch, daß er dem Volke die Steuern erließ,die Zuneigung desselben; er wurde zum Kaiserausgerufen, nahm alle Festungen bis Peking underoberte 1644 diese Hauptstadt selbst durch Ver-rath eines Eunuchen. Der Kaiser Hoai-tsuug,von Allen verlassen, erdrosselte sich selbst; initihm endigte die Dynastie Ming. Ein letzterSprosse in Nanking konnte sich nur kurze Zeithalten. Während Le-tse-tsching Peking nahm u.den Kaiser stürzte, hatten die Mandschu ihre Machtimmer weiter ausgedehnt, mehrere mongolischeStämme u. Korea unterworfen u. standen drohendan Ch-s NGrenze. Mit ihnen verband sich derchinesische Feldherr Wn-san-knei gegen Le-tse-tschingu. stürzte denselben; aber unvermögend, die Ein-dringlinge wieder zu entfernen, mußte er zulassen,daß sie sich in Peking festsetzten u. ihres FürstenSohn Schuu-tchi als Kaiser ausriefen, womit dieHerrschaft der Fremden über CH. bestätigt war.Das schon bedeutend ausgebreitete Christenthumlitt unter diesen Kämpfen sehr und wurde ausden NProvinzen wieder ganz verdrängt nach demS., in welchem es dann in der folgenden Zeitimmer mehr abnahm.
VI. China unter der Mandschu-Dyna-