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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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China (Handel u. Verkehr).

führt von Baktrien über Kaschgar schon seit dem8. Jahrh., ein Weg von Samarkand über Knldschau. die Pässe des Thian-Schan durch die Wüste Gobinach Peking, eine viel betretene Straße durch dieSteppen am Ballhasch-See, aber in nördlicherRichtung ist die Handelsstraße über Maimatschin-Kiachta immer von Wichtigkeit gewesen u. hat inneuerer Zeit merklich an Bedeutung gewonnen,wie die Zahlenansweise darthun. Daß die Thee-ausfuhr zur See vom Jahre 1873 gegen 1872 von1,774,663 ans 1,617,763 Pikul znrückgegangen,anstatt, wie bisher, zuzunchmen, ist vorerwähntemUmstande zuzuschreiben. Nach S. hin besteht einWeg über Bhamo zum Jrawaddi, der durch dieim Bau begriffene Jrawaddi-Bahn ohne Zweifelenorm gewinnen wird. Eine ehedem stark betre-tene Handelsstraße aus Tibet nach Indien hat derpolit. Fanatismus der Chinesen seit lange gesperrt.Eisenbahnen bestehen z. Z. noch nicht in CH.,doch werden Anstalten dazu getroffen, da AnfangNov. 1875 ein Schiff voll Eisenbahn-Material u.Eisenbahnbau-Arbeitern von Manchester nach CH.abging, um dort die erste, circa 16 engl. Meilen(16 km) lange Eisenbahn zu bauen. Dieselbe wird dieStadt Shanghai mit dem Hafen-Vororte Woosungverbinden. Die enorme Bedeutung des Chines.Reiches für den Welthandel hat außerdem meh-rere Projekte einer Schieneuverbindung mit Europawachgerufen: eine russisch-deutsche Linie, die mitdem Ausgangspunkte, Nishnei-Nowgorod, die Ver-bindung mit Peking über Kiachta gewinnen soll;dann das englisch-indische Project, dessen Linieüber Kleinasien u. Persien nach Indien zum An-schluß an die Jrawaddi-Bahn laufen würde.Beide Linien erklärt jedoch v. Richthofen für un-ausführbar u. bezeichnet eine vom Hoangho beiSingan über Barkul nach Kuldscha am Jli lau-fende Linie als diejenige, welche die alleinigeMöglichkeit der Ausführbarkeit biete. Von dortaus würde sich diese Linie mit einer russischenLinie zu verbinden haben. Mit Japan steht CH.durch ein unterseeisches Kabel in Verbindung; einzweites nach Californien steht im Project. Wasdie chinesische Post betrifft, so besteht sie fast aus-schließlich für die Regierung, die officielle Corre-spondenz und der Privatbriefwechsel wird durchCommissionäre erhalten u. ist sehr unsicher. DieVerkehrsmittel zu Lande sind, wie erwähnt, intraurigem Zustande. Um den Chauffeebau küm-mert sich der Staat nicht; die Landstraßen werdenvon freiwilligen Stiftungen u. Beiträgen erhalten.Weg- u. Kanalabgaben gibt es nicht; ebenso istdie Benutzung der Fähren unentgeltlich, zu letzte-ren gewährt die Regierung eine Beisteuer.

Münzen, Maße u. Gewichte. Man rechnetnach Tael (Liang) zu 10 Mäß (Tsian, Tschun)ü 10 Landarm (Fen, Fun) ä 10 Kash (Li).Diese Eintheilung flilt zugleich als Grundlage fürdie Gewichtseintherlung. Geprägte Münzen inGold oder Silber gibt es nicht. Große Zahlun-gen werden in Gold- u. Silberbarren geleistet.Zur Basis dient der Tael in Silber 6 Ll2V-> Pfg- oder 1 Gewichts-Tael reines Silber ge-gen 1 Rechnungs-Tael mit Agio. Der Feingehaltder Silberbarren wird nach Procenten (Toques)bestimmt: die gewöhnliche Feinheit ist 0,gi u.

wird durch aufgedrückte Stempel bezeichnet; esgibt Barren von ^ bis 100 Tael ä 37, ?16 Tael bilden 1 Katti. Gold ist nur Waaresein Preis ist durchschnittlich 22 Doll, für1 Gewichts-Tael fein Gold. Bon wirklich gepräg-ten Münzen existiren nur die Kash; sie sind ge-gossen, entweder aus reinem Kupfer, oder ausKupfermischungen (namentlich mit Blei, Zink oi>.Arsenik), rund, in der Mitte mit einem 4eckigenLoch zum Anreihen u. mit erhabenem Rande; aufdem Avers 4 Schristzeichen, wovon 2 den Werthder Münze, die 2 anderen den Ehrennamen derRegierungsepoche, welcher sie angehören, bezeich.neu; der Revers ist auf den älteren Münzen meistleer, auf den neueren in Mandschuschrift derWerth ».Münzhof darauf. Beim Gebrauche wer-den sie gewöhnlich ans Draht oder Schnüren ge-reiht; ihr Cours schwankt von 800 bis 1800 ausden Tael. Das früher ausgegebene Regierungs-Papiergeld ist jetzt aufgehoben; für den Verkehrcirculiren dagegen eine Menge den europäischenähnlicher Noten der concessionirten Privatbanken.Buch u. Rechnung der in den 6 Häfen ansässigenEuropäer wird gewöhnlich in spanischen Dollarsgestellt, u. dann 72 Doll. 100 Tael gerechnet.Maße: Längenmaße gibt es sehr verschiedene: a)das der Kaufleute: Tschih (Fuß) 0,^ m zu lOTsun ä 10 Fan; d) des Zollamtes der Tschih(mit der nämlichen Eintheilung) 0,ggg m; v)der Feldmesser --- 0,g m; dann noch der Ban-,Schneider- rc. Fuß mit geringen Abweichungen; derPu (Doppelschritt) ist 1,-°^m; Tschang (Ruthe)

3«g m; Li (Meile) 0,^^ Icm; im Groß-handel wird meist nach englischem Dard gerechnet.Feldmaß: King (Fn, Acker) zu 100 Muh ä bTschi u. 6,gi Ar. Getreidemaß: Sei (Scheffel

122, I) zu 2 Hwo ä 10 Schiu ( 10,^ I).Flüssigkeiten werden im Innern gewogen, in de»Hafenstädten nach dem englischen Gallon vermes-sen. Gewichte: Handelsgewicht: der Pikul (Ctr.),zu 100 Katties (1 Katty 604, 7 sg 8 ä 10Tael). Gold- u. Silbergewicht 1 Tael (37,

2 ) zu 10 Tschih (Maß) ä 10 Fen (Landarm)ä 10 Li (Kash) ä 10 Si ä 10 Hoot, der Fein-gehalt nach Hunderttheilcn.

Geschichte. I. Mythische Zeit. Das schon infrüher Zeit hervortretendeBestreben einzelner chines.Herrscher, alle Thatsachen der Geschichte ihres Rei-ches in annalistischer Form aufzeichnen zu lassen, hatzur Folge gehabt, daß in einer fortlaufenden, bis indie älteste Zeit hinaufführenden Geschichtschreibungdas chinesische von keinem anderen Volke der Welterreicht wird; vgl. chinesische Literatur. Wie beiallen Völkern ist auch bei den Chinesen die ältesteGeschichte in Dunkel gehüllt, dessen Aufhellungdurch in mythischem Gewände erscheinende Per-sonen und Ereignisse auch ihre Darsteller ver-sucht haben; den sicheren Boden der thatsächlichenGeschichte betreten wir erst, als die staatliche Ver-fassung, die socialen Sitten u. Gebräuche, die Be-schäftigung im Ganzen schon die Gestaltung an-genommen hatten, die sie noch heute uns zeigen.Zur Erklärung der vorherliegenden Zeiträumebleibt uns nur die Vermuthuug übrig, daß ingrauer Vorzeit ein Volk ungewisser Abstammungaus NW. in die Ebenen des jetzigen CH. eindran«.