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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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China (Handel n. Verkehr).

Mein, eine Rechnenmaschine, Kettenbrücken, Feuer-spritzen, Artesische Brunnen, die Heizung n. Be-leuchtung mit Gas. Doch bei allen diesen Erfind-ungen gelang es ihnen nicht, über eine gewisse Stufegeistiger Entwickelung hinauszukommen, auf dersie stehen geblieben sind. Angenommen haben sievon europäischen Erfindungen Teleskope, Mikroskope,Barometer, Uhren, Spieldosen u. a., ferner suchensie neuerdings den Europäern in der Baukunstuachzuahmen; überhaupt sind sie im Nachahmengeschickt, weniger da, wo es ans eigenes tieferesNachdenken u. mathematische Genauigkeit ankommt.

Handel u. Verkehr. Bei der ungemeinenBorliebe der Chinesen für den Handel, verbundenmit ihrem unübertroffenen Geschick, läßt sich an-nehmen, daß CH. das erste Handelsland der Erdesein würde, wenn nicht einerseits seine politischeAbgesperrtheit bestände, anderseits das Lrnd-Ver-Ichrswesen in einem Zustande der größten Ver-wahrlosung wäre u. drittens dort der Schiffbauaus einem äußerst niederen Standpunkt stände.Die unbehilflichen, unpraktischen Dschonken eignensich nur für die Fluß-, bezw. Kanalschifffahrt u.den Kllstenverkehr. Letzterer ist dazu nicht sehrerheblich, von großer Bedeutung dagegen die erst-genannte, wie denn überhaupt der Binnenhandeläußerst lebhaft ist n. keine Stadt besteht, in dernicht regelmäßige Märkte stattfänden. Haupthan-delsstraße ist der Jantsekiang mit dem nach N.abzweigenden (aber in Verfall begriffenen) Kai-ser-Kanal, doch sind auch der Sikiang u. neuerdingsder in Annam mündende Songka von Bedeutung.Nähere Nachrichten über den Umfang und dieHauptrichtungen des Landhandels fehlen jedochbislang gänzlich. Anders verhält es sich mit demauswärtigenSeehandel, von demnachfolgendeAufstellung ein ziemlich genaues Bild geben wird.

Der Werth der Ein- u. Ausfuhr des auswär-tigen Seehandels bezifferte sich während derPeriode 186473, wie folgt:

Einfuhr. Thlr.

Ausfuhr.

1864

120,296,500

115,214,900

1866

160,786,100

119,812,200

1868

156,413,800

144,112,000

1870

156,064,000

132,245,300

1872

166,540,800

178,936,000

1873

163,842,100

165,420,800

Es liegt also die Erscheinung vor, daß die Aus-fuhr einen nm 4 pCt. stärkeren Aufschwung ge-nommen, als die Einfuhr. Die Ausfuhr ist aberbei dem ungeheuren Prodnctenreichthum des Lan-des gering zu nennen; sie wird, wenn erst alleSchranken gegen das Ausland gefallen sind, vor-aussichtlich einen ungeheuren Aufschwung nehmenu. die Einfuhr weit hinter sich lassen, besondersda dann auch die Prodnctionsfähigkeit des Landesmächtig angespornt wird u. eine große Anzahlvon Einfuhrartikeln ganz oder theilweise wegfallen,wenn nicht geradezu sich in Ausfuhrartikel ver-wandeln werden. Die Haupteinfnhrartikel waren;

1872. Thlr. 1873.58,667,000 61,924,200

Opium.

Baumwollengespinnsteu. Gewebe . . .Wollengewebe . . .Metalle.

54,201,600 45,610,1009,562,600 12,684,800

7,703,500 6,621,800

Rohe BaumwolleHolz ....Kohlen . . .Reis ....

Der Rest bestand

1872. Thlr. 1873.4,635,200 4,580,000

2,914,100 2,826,700

2,621,800 1,931,000

2,331,700 3,072,000

größtentheils ans Zucker u.

Glas. Die Ausfuhrwcrthe vertheilten sich, wie folgt:

1S72. Thlr. 1S73.

Rohseide ....

60,697,600

61,867,000

Verarbeitete Seide .

5,898,700

5,192,500

Thee.

Porzellan- n. Thon-

95,562,700

83,837,500

waaren ....

787,200

748,800

Zucker.

3,210,700

3,880,500

Cassia.

1,917,900

1,324,800

Verschiedenes . . .

10,861,200

8,569,700

Was die Länder betrifft, so behauptet Groß-britannien sowol bei der Einfuhr, wie der Ausfuhrdas entschiedenste Übergewicht, dergestalt zwar, daßes von jener 93"/o, von dieser 73"/ einnimmt. Beider Ausfuhr sind nächstdem am stärksten betheiligt dieVereinigten Staaten von NAmerika mit 10°/, dereuropäische Continent mit Ausnahme von Rußlandmit 5°/h>, Rußland u. Sibirien mit 3'///°, Austra-lien mit 3°/, Japan mit 2°/o rc. Der Schiffs-verkehr wies 1873 auf: 15,381 Schisse mit8,227,754 Tonnen; von letzteren entfielen auf dieDampfer 77°/g, auf die Segelschiffe 23°/o. Nachden einzelnen Flaggen waren die Schiffe:

BritischeAmerikanischeDeutscheChinesischeFranzösischeSiamesischeDänischeRussische

Schwedisch-Norw.SpanischeNiederländischeVerschiedene

6955

5001

1702

865

189

147

195

62

131

48

55

31

mit 3,645,557 T.

3,483,203 T.

492,033 T.

207,118 T.

151,233 T.

60,980 T.

51,448 T.

49,893 T.

29,368 T.

16,727 T.

12,368 T.

27,826 T.

Der auswärtige Seehandel hat sich erst seit demVertrage von Nanking vom 26. Äug. 1842 entwickelt,in welchem den Engländern die Häfen Futschen,Ningpo, Shanghai, Tschekiang u. Amoy geöffnetwurden, nachdem vorher Kanton der einzige offeneHafen gewesen war. Außerdem erfuhren die Ein-fuhrzölle eine Normirung auf durchschnittlich 5"/o.Nach den Engländern schloffen die NAmerikanereinen Handelsvertrag, woraus der Reihe nach diehandeltreibenden Nationen Europas nachfolgten,so daß jetzt 21 Häfen dem Verkehre ofienstchen.Regelmäßige Dampferverbindungen mit Europawerden nach Shanghai n. Hongkong durch dieenglische konmsulsr anck Orisnbal Oompan^ unddie französischen AwssaAsriss maritimes überAlexandria (Suez-Kanal) unterhalten; außerdemreist man aber auch über New-Dork Pacific-Bahn San Francisco.

Obwol der chinesische Ausfuhrhandel zum weitüberwiegenden Theil auf den Seeweg angewiesenist, so ist der Landweg keinesfalls ohne Bedeut-ung. Allerdings sind die Karawanenwege, die vorEntdeckung des Seeweges den Verkehr Ch-s nütdem Abendlande vermittelten, durch die Ungunstder politischen Verhältnisse verödet; eine Straße