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China (Ackerbau
mechanischen Spielereien, vorherrschend die Neig-ung zum Hazardspiel, mit Würfeln u. auf an-dere Arten. Auch das Schachspiel, wenngleich invon der indisch-europäischen sehr abweichenderForm, wird seit alten Zeiten eifrig geübt.
Die hervorragendste u. angesehenste Beschäf-tigung des chines. Volkes ist der Ackerbau, ebensosehr geheiligt durch uralte Tradition u. religiöseSitte, als unerläßlich zur Ernährung der Massendes Volkes. Nach altem Rechte gehört alles Landdem Kaiser, dem dafür eine bestimmte Abgabeentrichtet wird. Mit Ausnahme dieser u. derStrafbestimmung, daß der Nicht-Anban des LandesEntziehung des Besitzes nach sich führt, ist derBesitz des Einzelnen nicht beschränkt. Ein wesent-liches Hinderniß für eine erhöhte Cultur ist dieübertriebene Parcellirung des Landes, ebensofür die Entwickelung der Viehzucht. Hauptsächlichwerden gebaut Reis, Roggen, Gerste, Buchweizen,Hafer, Hirse, Bataten, Kartoffeln, Hlllsenfrüchte,Rüben rc. Der Ertrag des Bodens ist ein ver-schiedener: durchschnittlich rechnet man die Reis-ernte auf 8 bis 10 pCt. vom Werthe des Grund-stückes. Der Boden wird vorzugsweise mit Hackeu. Spaten, nur ausnahmsweise mit dem Pflugebearbeitet; die Ackergeräthschaften sind roh u. un-vollkommen; wo der Pflug angewandt wird, ist ersehr einfach, mit einer hölzernen od. eisernen Schar,n. wird von Ochsen oder Eseln gezogen; auchkennt u. benutzt man die Egge. Die Bewässer-ung geschieht durch eine große Anzahl überallhingeleiteter kleiner Kanäle, durch hydraulischeWasserpumpen u. Schöpfräder. Gedüngt wird,da bei der geringen Viehzucht der Stalldüngerselten ist, mit allem möglichen Unrath u. Schlamm,mit menschlichen u. thierischen Excrementen, mitWasserpflanzen u. faulenden Fischen; in der An-wendung u. Composition dieser Arten zeigen dieChinesen eine große Erfahrung n. Sorgfalt, beider nichts unbenutzt bleibt oder verloren geht.Das Feld hat keine Furchen, die Saat wird inReihen gesteckt. Die Wechselwirthschast ist nichtunbekannt, wenigstens baut man Korn u. Hülsen-frllchte in wechselnder Reihe. In den mittlerenProvinzen (namentlich zwischen Jangtsekiaug undHoangho) und im S. erntet man zweimal, imApril u. September (Aussaat Anfang März u.Ende Juli); doch schlagen bei Überschwemmungenob. Dürre bisweilen beide Ernten in einem Jahrefehl. Das Geerntete wird theils durch Thiereausgetreten, theils mit Walzen oder Schlägelnausgedroschen. Wiesencullur, ebenso wie Forst-wirthschaft sind den Chinesen unbekannt; unbedeu-tend der Obst- u. Weinbau. Große Sorgfaltwird auf dieCultivirung derTheepflanze verwandt;im S. baut man noch Zucker, Indigo, Baum-wolle, Maulbeerbäume u. Kampher. Die Vieh-zucht steht, wie angedeutet, hinter dem Ackerbaubedeutend zurück; Äeiden sind selten, als Futterdient das Stroh der Korn- n. Hülsenfrüchte.Pferde sind klein u. mager, werden nie zum Acker-bau benutzt, sondern nur zum Staatsdienste oderLuxus gehalten u. auch da wegen des allgemeinverbreiteten Gebrauches der Sänften höchst selten.Rindvieh (sehr kleine Race) n. Esel werden zumPflügen, nicht zur Fleischgewinnnng, gebrauche
, Industrie rc.).
Schafe werden nur eingeführt (namentlich aus derMongolei). Das Haupthausthier in CH. ist daskurzfüßige, hängebäuchige (vorzugsweise sogen,chinesische) Schwein, dessen man sich zur Fleisch.Nahrung bedient; außerdem hält man viel Geflü-gel, besonders Enten, u. brütet die Eier in Ösenaus. Bienenzucht war früher stärker; Jagd nuran u. in den Gebirgen des SW., W. u. NW.'an den Küsten, in Flüssen u. Seen ist reich;Fischerei, Krebs- u. Austernfang; künstliche Fisch-zucht wird in CH. stark betrieben; Perlenfischerei,namentlich im Meerbusen von Tonkin, in derNähe der Insel Hainau. Die Seidenzucht ist inCH. einheimisch u. wird stark betrieben. Berg,bau auf edle Metalle wird bei dem scheinbar ge-ringen Vorkommen wenig betrieben, mehr gräbtman nach dem weit verbreiteten Kupfer, Eisen,Zinn, Quecksilber, Blei, Arsenik n. Steinkohlen;auch bereitet nian Salz (anfänglich aus dem See-wasser, seit 620 n. Chr. durch, Austrocknen derLandseen) in großer Menge. Über das Hütten-wesen der Chinesen gibt es keine sicheren Nach-richten; die Amalgamirkunst kennen sie höchstwahrscheinlich nicht; doch müssen sie im Legirensehr geschickt sein, da mehrere Metallmischungendas Silber in Klang u. Farbe ziemlich täuschendnachahmen. Es sind dies Mischungen theils ausKupfer u. Arsenik, theils aus Kupfer, Zinn u.Stickel, aus denen die Chinesen ihre Gefäße berei-ten u. die auch in Europa unter den genanntenNamen od. als Weißkupfer (Ar§snb llaobs) häufigVorkommen n. ursprünglich aus CH. bei uns ein-geführt wurden. Gewerbethätigkeit, Kunst-jleiß u. Erfindungen. Die Seiden- u. Baum-wollenweberei (Nanking) der Chinesen, ihre bis jetztnoch in Geheimniß gehüllte Lackbereitung, ihre Holz-,Elfenbein-, Stroh- u. durchsichtigen Horn-Arbeiten,seinen, weißen, bunten, vergoldeten u. versilbertenPapierarten aus Bambus, der inneren Rinde desPapier-Maulbeerbaumes u. Baumwolle, fernerGlas, künstlichen Blumen, Porzellan, Feuerwerk,ihre Kunst zu färben, zu legiren rc. sind wahrhaftbewundernswerth. In der Seidenproduction über-trifft CH. alle Länder der Erde; ihre seidenenGewebe sind vorzüglich, die Anwendung u. Ver- !breitung derselben höchst mannigfach (Gewänder,Hemde, Strümpfe, Schuhe, Stiefeln, Mützen rc.);weniger geschickt sind sie im Bedrucken derselben.Die europäischen Wollenzeuge werden dagegen vonden chinesischen nicht erreicht; die Tuchfabrikation >steht auf sehr niederer Stufe. Die chinesischen ^Handwerker bilden besondere Vereine mit bestimm- ;ten Satzungen, Festlichkeiten u. dgl.; doch herrscht ^vollständige Gewerbefreiheit, Recht der freien ^Association u. freien Niederlassung; sie arbeiten imeist auf offener Straße, oder ziehen umher. Viele ,Erfindungen waren den Chinesen früher bekannt,als den Europäern: Papier, Magnetnadel n. -Compaß bald n. Chr. Geb., ebenso das Schieß- ^Pulver, das sie jedoch nur zu Feuerwerken be- lnutzen (ihre Schießwaffeu sind immer noch vor- ^zugsweise Bogen), Bücherdruck (mit geschnittenen ;Holztafeln) Ende des 6. Jahrh. n. Chr., Druck 'mit beweglichen Typen Mitte des 11. Jahrh. n.Chr., ferner Glocken (wahrscheinlich durch denBuddhismus eingeführt), Schnellwage, Decimal-