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China (Products, Bevölkerung).
großer Menge gewonnen, im W., Provinz Se-tschuan u. Jünnan, auch Steinsalz gesunden.Heiße Quellen, auch sogen. Feuerbrunnen (Gas-quellen) zeigen sich in Scheust u. Setschnan. Inder Pflanzenwelt bedingt die ungeheure Aus-dehnung des Landes ein wechselndes Bild nachder Zone. In den südlichen Provinzen erlaubtdas Klima noch den Anbau tropischer Producte:Zuckerrohr in Formosa (dessen Erzeugniß für dasbeste Asiens gehalten wird), Indigo in Jünnan,u. gedeihen Bananen, Palmen, Bataten u. a. derWärme bedürfende Bäume. Die NProvinzenliefern in Fülle Weizen, Gerste, Hirse, Tabak, ver-schiedene Erbsenarten (weniger Roggen), Kartoffeln;in den mittleren wird Baumwolle mit gutem Er-folge angebaut; die beiden Hauptprodncte abersind das unentbehrliche Nahrungsmittel des Volkes,der Reis in verschiedenen Sorten und der Thee,in ungeheurer Menge im Lande consumirt undexportirt, dessen Anbau und Gewinnung, beinaheüber die ganze Ebene verbreitet, mit ganz beson-derer Sorgfalt betrieben wird n. ihn zum erstenHandelsartikel Ch-s gemacht hat (s. u.). Nichtunwichtige Artikel des Exports liefern noch: derTalgbanm, der Zimmtbaum, namentlich inKuangsi,derKampherbaum, in ganzenWäldern auf Formosa,der Maulbeerbaum, durch das ganze Land zurSeidengewinnung angepflanzt. Von Früchtenfindensich: Pflaumen, Weintrauben, Pomeranzen,Mango, Ananas, Bohnen; von Gemüsen:. Wasser-melonen, Gurken, Kürbisse u. a. in Überfluß;von Arzneipflanzen in reichen Massen der Rha-barber u. auch Mohn, dessen Cultur bei der Volks-leideuschaft für das Opium mit gutem Absätze jetztbegonnen hat. Wälder dagegen von Bau- undNutzhölzern sind selten u. nur noch in gebirgigenStrichen zu finden; Wiesencultnr ist unbekannt.Vor der Dichtigkeit des Volkes in den Nieder-ungen hat das Wild sich längst in die Gebirgezurückgezogen. Von wilden Thieren Hausennoch: im S. Elefanten, Nashörner, Bären,Tiger, Leoparden, Panther, im SW. in Honanviele Affen (darunter der Gibbon), im W. vieleMoschusthiere, auf den höchsten Klippen wohnend,in verschiedenen Theilen Kamele, Wölfe, Luchse,wilde Hunde, Hirsche, wilde Schweine, Gazellen,Gemsen, Antilopen, Murmelthiere, Eichhörnchen(darunter auch fliegende), Zobel, Marder, Dachse,Zibethkatzen, Igel, deren Jagd im Winter be-trieben wird, da alle nur erdenklichen Arten vonWild zur Speise dienen. Die Hausthiere sindvon weit geringerer Zahl, als m Europa. Diegewöhnlichsten sind noch: Katze, Hund und dasüberall verbreitete Schwein, die beliebteste Nahr-ung des Landes; Ochsen, durchschnittlich sehr klein,werden nur als Zugthiere, zum Pflügen u. zumTreten oder Treiben in den Mühlen gebraucht;auffallender Weise ist die Milchwirthschast in CH.gänzlich unbekannt; Schafe werden aus der Mon-golei eingeführt; denPferden, die mager u. klein sind,Maulthiere vorgezogen; Ziegen fehlen gänzlich. VonVögeln sind Gold- u. Silberfasane CH. eigenthüm-lich; ferner finden sich Flamingo, Pelikane,Albatrosse,verschiedene Papageien, Paradiesvögel (namentlichaus der JnselFormosa), Kasuare, Kraniche, Störche,Reiher, Pfauen, Wasservögel, namentlich Gänse
u. Enten in unzählbarer Menge, Schnepfen,Tauben, zahlreiche Arten von Singvögeln, Eulen,Meerschwalben. Von Amphibien: viele kleineEidechsen, Schlangen (bis zu 24 Fuß lang), Fröscheu. Schildkröten, zur Nahrung verwandt. Fischesind in den Gewässern n. dem umspülcnden Meerein unermeßlichen Mengen, wie auch die künstlicheFischzucht schon seit lange bekannt ist. Von denJnsecten ist das wichtigste die Seidenraupe, amverderblichsten sind die Massen der Heuschrecken u.weißen Ameisen, eine allgemeine Landplage derTausendfuß. Wenig noch bekannt ist die Mengeder prachtvollen Schmetterlings- und Kaferarte'n.Vgl. Asien, S. 208.
Die gegenwärtige Bevölkerung, ein Gemischvon eigentlichen Chinesen, Mandschu, Mongolenu. Tibetanern, stammt nicht von den Ureinwohnernvon CH. ab, wovon nur noch Reste als Miao-tse,Si-fan u. Lo-lo in den südlichen Gebirgen u. derProvinz Fukian existiren. Die jetzigen Einwohnerdrangen ungefähr 3000 Jahre v. Ehr. von NW.her in CH. ein. Sie sind ein von der kaukasischenRace durchaus verschiedener u. mit den Mongolenstammverwandter Menschenschlag, die Mitte haltendzwischen dem leichtbeweglichen Hindu und demmusculösen, fleischigen Europäer, gewöhnlich etwa1 , 5 a ur (5 Fuß) hoch und untersetzt, mit einerNeigung zum Fettwerden; rundes Gesicht, niedrigezusammengedrückte Stirn, kleine, tiefliegende, weitauseinanderstehende, fast schielende Augen, unbe-haarte Augenlider, aber dichte Brauen, vorstehendeBackenknochen, kleine Nase, fleischige Lippe»,schwacher Bartwuchs, das Gesicht im Ganzen höchstausdruckslos, gelblicher oder krankhaft weißlicherTeint (bes. die Frauen), grobes, schlichtes, fastdurchaus schwarzes Haar. Schwer ist es, beiihrer Abgeschlossenheit allgemeine Charakterzügeaufzustellen; Fleiß, Arbeitsamkeit u. eine gewisseGeschicklichkeit zeigen sie daheim, wie in der Fremde;im Handel ist Betrügerei bei ihnen etwas Ge-wöhnliches; traditioneller Gehorsam u. Höflichkeitgegen die Oberen, vereinigt mit Zügen wilderRachsucht u. Reizbarkeit, Genügsamkeit in den An-sprüchen an das Leben u. Unmäßigkeit im Genuß(z. B. des Opiums); durchgängig gute Familien-oberhäupter, zeigen sie einzelne barbarische Sitten,die sich nur aus der durch die Übervölkerung be-dingten Gleichgiltigkeit gegen das Leben erklärenlassen; ihr Nationalstolz gegenüber dem Fremdenfindet in der tausendjährigen Cultnrentwickelung,ihr geringer Fortschritt in der traditionellen..Verehr-ung des Hergebrachten seinen Grund. Übrigensist dabei im Auge zu behalten, daß die Bekannt-schaft der Europäer mit CH. immer noch sehr ge-ring ist. Das Volk ist getheilt in Mandarinen(die höheren Beamten u. Gelehrten), Kaufleute,Handwerker, Bauern; als unehrlich gelten Schau-spieler, Kerkermeister u. A. Kasten u. Privilegiengibt es nicht, nur das Verdienst u. die Gelehr-samkeit entscheiden die hervorragende Stellung;dagegen seit dem 12. Jahrh. Sklaven, u. zwarebenfalls nur Staatssklaven (Verbrecher u. Kriegs-gefangene), jetzt auch Privatsklaven, d. h. solche,die sich selbst verkauft haben, oder Kinder vonSklaven. Freilassungen finden nicht selten statt;die Freigelassenen treten sofort in die Rechte eine-