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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chillon -

Roß County im nordamerik. Unionsstaate Ohio,am rechten Ufer des SciotoflusseS; lebhafter Handel;8920 Ew.; in der Umgebung Eisen- u. Stcin-kohlengrnben. 2 ) Stadt im Livingstone Countydes nordamerik. Uuionsstaates Missouri, Eisen-bahnknotenpunkt; 3978 Ew.

Chillon, Schloß im schweizer. Kanton Waadt,2 Stunden von Vevey auf einer Felseninsel, amäußersten östl. Ende des Genfer-Sees, mit dem Uferdurch eine Brücke verbunden. Das Schloß kommtseit dem 13. Jahrh. vor und wurde 1248 vonAmadeus III. von Savoyen zur Feste nmgewan-delt. Am 29. März 1536 eroberten es die Berner,die hier den seit 1530 auf Philipps von SavoyenBefehl in unterirdischen Kerkern gefangen gehaltenenFranz Bonivard (s. d.) fanden n. es zum Sitze derLandvögte machten. 173390 war es Staatsge-sangniß, dann Arsenal des Waadtlandes. Bei CH.1268 Schlacht zwischen Peter v. Savoyen n. denWaadtländern, wodurch Ersterer als Sieger Herrdes Waadtlandes wurde. Über CH. schr. Vullie-umi, Laus. 1851. Byron verewigte das Schloßin seinem k?risonsr ol Ost.

Chiloe, südlichste Provinz der südamerikan.Republik Chile; umfaßt gegenwärtig, nachdem seitder Errichtung der Provinz Llanquihue das fest-ländische Depart. Carelmapu davon abgetrenntworden, nur noch die große Insel Chilo'e mit denumliegenden kleineren Inseln, den Archipel derChonos-Inseln und den der Guaytecas. Officiellgeht die OGrenze bis zum Kamme der patagoni-schen Andes u. die SGrenze bis zur ColonieMagellanes. Die Provinz enthält tatsächlich! (von der officiellen Annahme abgesehen) 6216UM (113 f^M); 62,983 Ew., worunter vieledeutsche Colonisten. Die Insel CH., auch IslaGrande, welche den größten Theil der Provinzausmacht, ist durch die Maullin-Einfahrt in: N.u. den Golf von Ancud im O. vom Festlande(Provinz Llanquihue und Patagonien) getrennt.Sie ist sehr gebirgig, u. die Spitzen ihres meist^ aus Glimmerschiefer gebildeten Bodens erreichen628 m. Die Höhen sind mit dichten, fast un-dringlichen Waldungen bedeckt. Das Klima istsehr gleichmäßig n. verhältnißmäßig mild, aberaußerordentlich feucht. Die Vegetation ist wenigerergiebig, als auf dem chilenischen Festlande; an-! gebaut werden Bohnen, Lein, Kohl, etwas Ge-mibe u. Obst, besonders Kartoffeln; dagegen sinddie Wälder außerordentlich reich an gutem Bau-u. Nutzholz (Hanptansfuhrartikel); Pferde-, Rind-vieh-, Schaf- und Schweinezucht; Strandvögel,Fische, Austern u. a. Muscheln; angebant sind»ur die Küsten, namentlich die O- und NKüste.das Innere fast gänzlich unbekannt. Außer Holzkommen noch geräuchertes Fleisch (namentlich aus-gezeichneter Schinken) n. eingesalzene Fische zurAusfuhr, Colonial-, Manufacturwaaren u. dgl.^zur Einfuhr. Ureinwohner sind die Huilli-che,i M Auracanostamme gehörig; sic haben einen ge-nügen Grad von Bildung angenommen, ihreZahl wird auf 2030,000 geschätzt; sie bildennoch jetzt die überwiegende Mehrzahl der Be-völkerung; im Allgemeinen herrscht große Armuth;

! Hauptbeschäftigungen bilden Ackerbau, Viehzucht,!8ngd, Holzschlag, Holzhandel, Fischerei u. etwas

- Chimära.

Bauinwollenweberei. CH. wurde 1658 von demSpanier Don G. H. de Mendvza entdeckt; dieUreinwohner nahmen die bald nachfolgendenSpanier anfangs freundlich auf; spätere Wider-setzlichkeiten wurden durch Waffengewalt gedämpft,u. von 1565 an gehörte CH. mit den umliegendenInseln der Krone Spanien. Aufstände zu An-fang des 17. und 18. Jahrh. wurden ebenfallsbald unterdrückt. Ms die Spanier 1818 ausChile vertrieben wurden, hielten sie sich hier nocheinige Zeit, mußten aber 1825 auch den Besitzdieser Insel aufgeben, worauf dieselbe der RepublikChile einverleibt wurde. Kolpe.»

Chiton, im 6. Jahrh. v. Chr., einer von den7 Weisen Griechenlands (s. Griechische Philosophie),Ephoros in Sparta; soll im Greisenalter in denArmen seines als Sieger von den OlympischenSpielen znrückgekehrten Sohnes vor Freude ge-storben sein. 3 Aufgaben, heißt es, erklärte CH.für die schwierigsten: ein Geheimniß zu verschwei-gen, die Zeit wohl anzuwenden u. eine Beleidig-ung zu ertragen. Auch legte man ihm 3 Sprüchebei: Lerne dich selbst kennen! Nichts zu viel!Bürgschaft bringt Leid! Die ihm zugeschriebenenSprüche aus Stobäos u. A. findet man in OrellisOprwonla Oraseornm sontsnbiosa und Mullachskbilosopiwrum §rasoornm IraAmonba, 1. Band,Paris 1857.

Chilongo (Cilongo, Kilongo), 1) Reich inder Landschaft Loango in SNigritien (WAfrika),dem Reiche Loango unterworfen. 2) Hauptstadtdes vor., an der Mündung des gleichnam. Flussesin das Atlantische Meer; ausgedehnter Handel,bes. mit Elfenbein.

Chilperich, 1) König von Burgund, SohnGunderichs; erhielt nach seines Vaters Todeeinen Theil von Burgund mit der Residenz inGenf, wurde von seinem Bruder Gundobald er-mordet. Seine Tochter Chlotilde heirathete denFrankenkünig Chlodewig. 2) CH. I., Sohn Chlo-thars I.; wurde 561 König eines Theils vonNeustrien, dessen Residenz Soissons war; 567König von ganz Neustrien bis 584, wo er beiChelles ermordet wurde; s. Franken. Aus Liebezu Fredegunde verstieß er seine 1. Gemahlin An-dovera u. ließ seine 2. Gemahlin Galasuinda,Athanagundes Tochter, ermorden, worauf erFredegunde heirathete. Er bereicherte das alt-hochdeutsche Alphabet mit dem Buchstaben R(d. i. ae), u. rr (Chilperichs Buchstaben). 3CH. II., eigentlich Daniel, jüngster Sohn Chil-derichs II.; war anfangs Mönch und 71672»während beständiger Kämpfe mit Karl Martell,dem Hausmeier von Anstrasien, König von Nen-strien (s. Franken).

Chiltern Hills, Gebirgszug in der englischenGrafschaft Buckingham, am linken Ufer der Themse,gegen 280 m hoch.

Chimära, 1) (gr. Myth.) nach Homeros eingräßliches feuerspeiendes Ungeheuer in Lykien,vorn Löwe, hinten Drache, in der Mitte Berg-ziege; nach Hesiodos Tochter des Tyvhaon unoder Echidna, 3köpfiges, flammenspeiendes Ungeheuer.Bellerophon (s. d.) erlegte sie. 2) Überhauptphantastische Geschöpfe mit Widder-, Pferde- oderMenschenkopf, Pferdeleib, Vogelfüßen, od. sonstige

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