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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chimay

Zusammensetzungen aus anderen Thieren; daherChimäre, Spiel der Einbildungskraft, nichtigerWahn (z. B. in Meyerbeers Oper, Robert derTeufel: Ja, das Gold ist nur CH.); chimärisch,abenteuerlich, unmöglich auszuführen. Riese."

Chimay, Stadt im Arr. Charleroi der belg.Provinz Hennegau, am Blanche, Station der Ch.-Bahn; Schloß mit Park; Spitzenklöppelei, Eisen-werke, Hohöfen; sehr schöner, weiß, schwarz, rothund gelb geaderter Marmor; 3100 Ew. CH.war früher eine Herrschaft u. gehörte den Herrenvon Cray, wurde aber 1470 vom Herzog Karldem Kühnen von Burgund zur Grafschaft und1486 vom Kaiser Maximilian für Karl von Croyznin Fürstenthum erhoben. Nach Karls Tode1527 erhielt CH. seine Tochter Anna u. vererbtees auf ihren Sohn, Philipp III., Herzog vonAerschot; nach Philipps Tode 1612 erhielt es dessenSchwester Anna, durch welche es an das HausArenberg u. endlich durch Erbschaft 1804 an dieGrafen von Caraman kam.

Chimay, 1) Joseph Philipp de Riqnet,Graf v. Caraman, Fürst von CH., geb. 21. Sept.1771, Sohn des 1807 verstorbenen Victor Mauricede Riqnet, Grafen von Caraman, u. der MariaAnna Gabriele von CH/; war bei Beginn derRevolution als Graf Caraman Dragonerosfizier,erbte 1804nach dem Tode seines Oheims, Phil. Gabr.Moritz Joseph, das Fllrstenthum CH., vermähltesich 1805 mit Therese, Gräfin v. Cabarrus (s. 2),wurde 1815 Deputirter des Departements der Ar-dennen, 1820 Mitglied der niederländischen ErstenKammer; er st. 2. März 1843. Der Fürstentitelwurde 1824 vom König der Niederlande bestätigt.8) Therese, Prinzessin von CH., geb. 31. Juli1775 in Saragossa, Tochter des Grafen Frantz. v.Cabarrus; vermählte sich mit dem ParlamentsrathdeFontenay, den sie von Madrid nach Paris be-gleitete, wo sie die Grundsätze der Revolution mitWärme aufnahm. 1793 ließ sie sich von ihrememigrirten Gemahl scheiden u. wurde Beschützerinvieler literarischen u. künstlerischen Vereine. Vorder Schreckensregierung floh sie nach Bordeaux,wo sie zwar auf Talliens Befehl verhaftet wurde,aber, vor diesen gebracht, einen solchen Eindruckauf ihn machte, daß sich ein zärtliches Verhältnißzwischen ihnen entspann u. Tallien von seinen extre-men Ansichten znrückkam. Das mildere BenehmenTalliens fiel auf; Therese wurde nach Paris ge-laden, dort verhaftet u. ihre u. Talliens Hinrichtungvon Robespierre beschlossen. Dieser Umstand trugauf Talliens Betrieb wesentlich zur Herbeiführungder Ereignisse des 9. Thermidor bei. Frau vonFontcnay, die sich darauf mit Tallien vermählte,theilte, indem sie unermüdlich darauf bedacht war,Unglücklichen u. Verfolgten beiznstehen, mit Jo-sephine Beauharnais, später Napoleons Gemahlin,die allgemeinen Huldigungen. Während Tallien'Napoleon aus seinen italienischen Feldzügen undnach Ägypten begleitete, vergaß ihn seine Gemahlinn. ließ sich von ihm scheiden. Napoleon, der ihrvor seiner Verbindung mit Josephine leidenschaft-lich ergeben war, gestattete ihr keinen Zutritt anseinem Hofe. Sie trat darauf in freundschaftlicheBeziehung zu Frau v. Stadl n. heirathete 3. Äug.1805 den Vorigen als ihren 3. Gemahl. Sie lebte

China.

nun abwechselnd in Savoyen auf den Gütern ihresGemahls u. zu Paris u. st. 15. Jan. 1835 aufibrem Schlosse Chimay. 3 ) Joseph, der ältereSohn der Vor., geb. 20. Aug. 1808; war 1839bis 1841 belgischer Gesandter in den Niederlandenu. 1842 beim Deutschen Bundestage und folgte1843 seinem Vater als Fürst von Chimay. Erwar 184647 Gesandter an den italien. Höfenn. von da ab, da er keinen Gesandtschaftspostenmehr annehmen wollte, noch mehrfach von KönigLeopold I. zu besonderen Missionen gebraucht; 1843bis 1856 saß er in der belgischen Kammer undwurde darauf Bürgermeister von Chimay. Er istseit 1870 Wittwer von Emilie von Pelagrat (geb.1808). Sein älterer Sohn Marie Joseph istgeb. 1836.

Chimborazo (Chimborafso), 4) Pik der Cor-dilleras in der südamerikan. Republik Ecuador,erloschener Vulcan; nach Humboldt 6528 m üb.d. M., nach Anderen 6041 in, die Schneegrenzebeginnt erst bei 4940 m. Bis 1817 hielt manihn für den höchsten Berg der Erde, jetzt kenntman in Amerika 5 höhere Spitzen u. noch höherein Asien; s. u. Berg. Er ist 1745 von Conda-mine bis auf 4624 m, 1802 von Humboldt undBonpland auf 5761 m, von Bonssingault ans5854 w erstiegen worden. Der Franzose Rhuiyu. der Engländer Brenchley gelangten 3. Novbr.1856 sogar bis in die Nähe des Gipfels. Mansieht ihn 290 irm weit. 2) Provinz der RepublikEcuador; 14,366 Hjstm (261 ^M); 197,105 Ew.(760 auf 1 ÜHIcrn); reich an Alaun, Schwefel u.Chinarinde; Hauptstadt: Riobamba (Bolivar).

Kolpe."

Oliimopbila Pflanzengatt, aus der Fam.

der lLrlonosns-Hz-poxibz'allsno, mit tief 5theiligemKelche, 5 Blumenblättern, 10 Staubblättern mitgetrennten Staubbeutelhälften, unterweibiger, denGrund des Fruchtknotens umgebender Scheibe,5fächeriger, 5klappiger Kapsel, bei welcher dieKlappen oben n. unten verbunden bleiben u. inder Mitte die Scheidewände tragen; die Blätterstehen in mehreren Scheinquirlen über einander,da die Stengelglieder zwischen den in verschiede-nen Jahrgängen gebildeten Laubblätteru mehrgestreckt sind; die mittelgroßen Blüthen stehen inDolden oder Doldentrauben. Arten: 6. nmbsUataMett, (kxroln nmb. 4).), mit ^ länglich-lanzett-lichen, scharf gesägten, in den kurzen Blattstielkeilförmig verschmälerten, oberseits vertieft netz-aderigen Blättern; in schattigen, trockenen Kiefer-Wäldern Deutschlands zerstreut. 6. maonlat»der vorigen ähnlich, mit weiß geflecktenBlättern; in NAmerika. Die Blätter beider Artendienen als harntreibende Mittel. Engter.

Chimpanse, Affe, so v. w. Schimpanse.

China ist die europäische Bezeichnung des unge-heuren Ländercomplexes im östl, Asien (s. d. Kartevon CH-), den von den ältesten Zeiten historischerKunde bis auf den heutigen Tag dasselbe Volk ineigenartiger, von Fremden abgeschlossener Cultur u.Verfassung besessen hat. Der Name, seil Len Ent-deckungen der Portugiesen im Abendlanüe üblich, istentstanden ans dem des alten Fendalstaates Tsin, derdem ganzen Lande 255 v. Chr. die Dynastie gab,daher die in England u. Frankreich übliche Aus-