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Chilidromi -
den vom Papstthum getrennten kleineren Serienherrschend und selbst vielen Protestanten währendder Religionsbedruckungen des 16. u. 17. Jahr-hundert tröstlich, übrigens nur von einzelnen pro-testantischen Theosophen und Schwärmern, be-fangenen Schriftanslegern u. katholischen Quie-tisten u. Mystikern ernstlich vertheidigt. Als Chi-liasten sind besonders zu nennen: P. Felgenhauer,I. Böhme, A. Comenius, R. Maton, Pordage,Antoinette Bourignon, Pet. Poiret, Pet. Serra-rius, Gichtel u. A.; im 18. Jahrh.: Petersen,Joachim Lange, Chimonius u. besonders Bengel,Burnet u. Whiston, die Swedenborgianer, Lava-ter, Jung Stilling mit ihren Anhängern; im 19.Jahrh. Frau v. Krüdener u. einige kleine süd-deutsche u. amerikanische Serien, besonders Ir-ving n. seine Anhänger; in neuester Zeit die Ge-sellschaft für Sammlung des Volkes Gottes inSchwaben, welche aus den Sturz der türkischenHerrschaft in dem Heiligen Lande im I. 1853gerechnet n. Jerusalem als den Punkt der Gründ-ung einer Gemeinschaft ausersehen hatte, in wel-cher die Idee des Sieges des Christenthums u.des goldenen Zeitalters realisirt werden sollte.Vgl. Sechs Perioden der christlichen Kirche, Heilbr.1851. Sie alle haben theils gröbere, theils fei-nere Ansichten über das 1000jährige Reich, undtheils mit sinnreichen Deutungen prophetischerStellen der Bibel, Daniel u. der OffenbarungJohannis u. mühsamen Berechnungen den Zeit-punkt des Jüngsten Tages zu bestimmen u. Gründealler Art für ihre Meinung zu häufen gesucht,theils sich einer besonderen göttlichen Inspirationdabei gerühmt. Der CH. ist in keiner Form inden Lehrbegriff einer christlichen Kirche ausgenom-men worden. Vgl. Corrodi, Kritische Geschichtedes CH., Lpz. 1781—83, 3 Bde., 2. Ausl., Zür.1794, 4 Bde.
Chilidromi (auch Chiliodromia und Cheli-dromia), eine der nördl. Sporaden in der Epar-chie Skopelos der griech. Nomarchie Euböa, östl.von der Insel Skopelos, etwa 18 km lang, 5 kmbreit; besteht aus einem von SW. nach NO. strei-chenden, theilweise mit Fichten bewaldeten Gebirgs-rücken, der Thonschiefer u. Kalkstein enthält. ImAlterthum hieß die Insel Jkos u. besaß 2 Städte,deren eine den Namen der Insel, Jkos, trug.Jetzt enthält sie ein oberhalb einer Bucht derSKllste gelegenes, von etwa 50 Familien bewohn-tes Dorf. Auf dem südlichen Theil der OKüstebezeichnen noch Manerreste und zahlreiche Gräberdie Stelle der einen alten Stadt; von der an-deren ist keine Spur mehr vorhanden, ebenso vondem Grabe des Peleus, welches man dort zeigte.
Kolpe.
Chilisalpeter (Natron-, Würfel- od. KubischerSalpeter, Salpetersaures Natron), sarblose oderlicht gefärbte krystallinische Masse von salzig küh-lendem Geschmack u. starker doppelter Brechung;er krystallisirt in stumpfen Rhomboddern, die manfrüher für Würfel hielt (daher kubischer Salpeter),mit einem Endkantenwinkel von 106" 30', alsoisomorph mit Dolomit; Härte 1—2; spec. Gew.2,i—2,,. In den Thoulagern der Ebene vonTamarugal in der Landschaft Tarapaca im süd-westlichen Theil von Bolivia finden sich bedeu-
— Chillicothe.
tende Lager dieses Salzes von durchschnittlich400 m Breite und zuweilen von 2—2,^ m Mäch-tigkeit. Der Gehalt an reinem salpetersauremNatron beträgt 20 — 85 pCt., doch ist er hierund da völlig rein; verunreinigt ist er gewöhn-lich mit Glaubersalz, kohlensanrem Natron, Chlor-calcium, Eisen und geringen Mengen von bor-saurem Kalk; die Reinigung des rohen Ch-s er-folgt in etwa 100 Werkstätten, welche in Alt- u.Neu-La-Noria zerstreut liegen. Diese mächtigenLager von Salpeter waren schon seit 100 Jahrenbekannt, jedoch erst 1820 wurde der erste CH. nachEngland gebracht; seitdem hat die Ausfuhr be-deutend zugenommen. Auch findet sich der Mirfelsalpeter in der Wüste von Atacama u. in denAnden, jedoch in weit geringerer Menge. Fastüberall hat der CH. wegen seiner Wohlfeilheit denKalisalpeter verdrängt, nur zur Herstellung desSchießpulvers kann er nicht angewendet werden,weil er an der Luft Wasser anzieht; auch in derSalpetersäurefabrikation ist man wieder von derVerarbeitung des Ch-s abgekommen, weil nichtnur der Kalisalpeter reiner, sondern das schwefel-saure Kali auch weit besser zu verwerthen ist, alsdas schwefelsaure Natron. Dagegen findet er inder Glasfabrikation, zur Herstellung von Kalisal-peter, sowie als Zusatz beim Einpökeln des Flei-sches u. namentlich als kräftiges Düngemittel inder Landwirthschaft Anwendung. In letzter Be-ziehung wirkt er auf alle Getreidearten, Hülsen-früchte, Wurzelgewächse u. Futterpflanzen gleichgut, hat vor dem Guano voraus, daß seine düng-kräftigen Bestaudtheile weit weniger flüchtig sind(weshalb er sich auch bei trockener Witterungwirksam erweist), daß er weit wohlfeiler u. keinerVerfälschung unterworfen ist u. bequem u. ohneNachtheil für die Gesundheit ausgestreut werdenkann. Der CH. eignet sich am besten für leichteBodenarten und wirkt am meisten bei trockenerWitterung auf nicht zu magerem Boden. Erwird gepulvert nicht zu reichlich ausgestreut, weiler sehr schnell treibt u. leicht Lagerfrucht bildet.Über die Art u. Weise der Entstehung des Ch-sin der Natur bestehen verschiedene Ansichten: nachEinigen bildet sich die Salpetersäure aus dem ver-wesenden Guano, nach Anderen bedingt die am-moniakhaltige atmosphärische Lust dieser tropischenGegenden unter gleichzeitiger Anwesenheit vonmineralischen Substanzen allein die Salpetersäure-bildung, wofür allerdings auch die BeobachtungenCollards de Martigny sprechen, welche beweisen,daß Ammoniak in Berührung mit atmosphärische!Luft u. Kalk direct in Salpetersäure übergeht.
Lehmann.'
Chilka, s. Tschilka.
Chillan, 1) Hauptstadt der Provinz Nuble inder südamerikanischen Republik Chile; 2 Schulen;Eisenbahnverbindungen mit Talcahuano n. Curico;12,655 Ew.; sehr fruchtbare Umgegend. CH. wurde1751 durch ein Erdbeben zerstört u. 8 km weitersüdlich wieder aufgebaut; 1850 durch Überschwemm-ung sehr beschädigt. 2 ) Vulcan in der Nähe dervor., in den Cordilleren, etwa 4000 m hoch; anseinem Fuße (2207 m Meereshöhe) Schwefelquellemit besuchter Badeanstalt.
Chillicothe, 1) hübsch gelegener Hauptsitz des