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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chiler Baschi

1859 brach ein Aufstand unter Gallo aus, dochunterdrückten denselben d.e Regierungstruppen un-ter General Vidanrri Leal durch den Sieg beiSerena (29. April). 1861 folgte aus Montt alsPräsident Jos. Joaq. Perez, unter welchem wie-der Grenzstreitigkeiten mit Bolivia ausbrachen.1866 wurde Perez wieder zum Präsidenten ge-wählt. Als jedoch im I. 1864 infolge der Be-sitzergreifung der Chinchas-Jnseln durch eine spa-nische Flotte in CH. lebhaftes Interesse für Bild-ung einer Union ^msrionnn, sich regte, geriethCH. mit Spanien in Mißhelligkeiten, u. der spa-nische Admiral Pareja forderte durch eine Notevom 17. Sept. 1865 befriedigende Erklärungenund überdies eine Ehrensalve von 21 Kanonen-schüssen für die spanische Flagge von Seiten derchilenischen Marine. Zrwückgewiesen, blMrie Pa-reja die chilenischen Häsen. Aber im Jan. 1365schloß CH. mit Peru, Ecuador u. Bolivia einenAllianzvertrag, das peruanische Geschwader ver-einigte sich mit dem chilenischen, u. beide hattendas Glück, 7. Febr. 1866 2 große spanischeFregatten zurückzujagen. Vergeblich suchte Kil-patnck, der nordamerikanische Geschäftsträger, zuvermitteln. Da jedoch die chilenisch-peruanischeFlotte sich unerreichbar vor der spanischen zurück-zog, ließ der spanische Admiral Nunez trotz derProtestation der fremden Consuln die offene Han-delsstadt Valparaiso 31. März 1366 bombardiren.

14. April hoben jedoch die Spanier die Blokadeaus u. verließen bald darauf die WKüste, u. seit-dem ist der Krieg zwischen Spanien u. Chile mitseinen Verbündeten faclisch, wenn auch ohne Frie-densschluß, beendigt. Nach dem Abzüge der spa-nischen Flotte haben Handel u. Finanzen des Lan-des sich rasch wieder zu erholen angefangen, undinsbesondere hat Valparaiso sich seitdem gehoben.Ein unbedeutenderer Krieg als der mit Spanienentbrannte 1868 mit den wilden Araucancrn,welche einen französischen Abenteurer, de Tonnens,als König Aurelius Anton I. an ihre Spitze ge-stellt hatten u. unter ihrem Häuptling Quilapandas chilenische Gebiet verwüsteten. Einen Friedenvereitelte der angebliche König im Febr. 1870;doch hatte er weiter keine Erfolge. Vgl. Araucanos,Dem 1866 bestätigten Präsidenten. Perez folgte

15. Sept. 1871 Feüerigo Errazuriz. Mit Argen-tinien hat CH. sert lauge Grenzstreitigkeitcn wegenPatagonien, die im Herbste 1875 noch fortdauerten.Bgl. Moliua, Geschichte der Eroberung von CH.,deutsch, Lpz. 1786; Gay, Historia cks 6b., 1844dis 61, 18Bde.; Eyzaquirre, Listoirs soolssiasti-gns, polib. st litbor. än 6bill, übers, von L.Poillon, Lille 1855; Ooftsooion äs lristoriaäorevös Ob. äosnmsntos ralativos n 1a bistvrianaoional, Santiago 186165, 6 Bde.

Kolpe." Handel u. Berlehr: Schroot.

Chiler Baschi, Oberschenk am Hofe des

^ Sultans.

Chiliade (v. gr. eil Hills), die Zahl 1000, Ab-

! lheilnng von tausend.

! Chiliarchos (gr.), 1) Anführer einer Chiliar-chie, welche aus 1024 Mann bestand. 2) Beiden Makedoniern, nach persischem Muster, derErste nach dem König, welcher demselben Allesdortrug, eine Art Staatskanzler.

PiererS Universal-Tonversations-Lexikon. 6. Aufl.

Chiliasmus (v. Gr.), die Erwartung eines1000jährigen Reiches ungestörter Wonne u. Herr-lichkeil auf Erden, unter der Negierung des Mes-sias, an welchem die vom Tode auferweckten From-men theilhaben würden. Diejenigen, welche sol-chen Glauben hegen, heißen Chiliasten od. auchApokalyptiker, da sie besonders prophetische Ent-hüllungen darüber in der Offenbarung Johannis(Apokalypse) zu finden glauben. Der jüdische,ans Weissagungen des A. T., Apokryphen u. rab-binische Sagen gestützte, in seiner Ausmalung die-ser Herrlichkeit grobsinnliche CH. erwartete diesesReich nach der Ankunft des Messias (s. d.), derchristliche CH. bei der Wiederkunft Christi nachder Auferstehung der Todten. Daß dieses Reich1000 Jahre dauern sollte, behaupteten christlicheLehrer, weil, wenn nach Psalm 90, 4, ein TagGottes 1000 Jahre ausmache u. daher in den 6Schöpfungstagen 6 Jahrtausende irdischer Müh-seligkeit vorbedeutet wären, der 7. Ruhetag dasVorbild eines Jahrtausends vollkommener Freiheitvon allen Übeln sein müsse. Der CH., verwandtden Dichtungen der Heiden von einer goldenenZeit, die er aus der Vergangenheit in die Zu-kunft übertrug, u. mit den messiauischcn Hoffnun-gen aus dem Judenthnm in das Christenthnmübergegangen, konnte als Frucht des Glaubensan den Sieg des Guten über das Böse wol un-ter den Christen beliebt werden, Schriften, wiedie Apokalypse u. mehrere Apokryphen des N. T.,erzeugen u. auch in manchen Verheißungen JesuNahrung finden, aber wegen seiner Befangenheitim Äußeren u. Sinnlichen weder durch den Geistder Lehre Jesu, noch durch die alte KirchenlehreBestätigung erhalten. Er war daher zwar wegender Drangsale in den ersten 3 Jahrhunderten,wo nur Gnostiker n. Alexandrinische Lehrer, z. B.Origenes, ihm widersprachen, gemeiner Glaubeder Kirchenlehrer, wie des Papias, Justinus Mar-tyr, Jrenäns, Tertullianns, u. der ganzen Christen-heit, aber nach ihrem Triumph über griechischesu. römisches Heidenthum, eine den Fanatikern u.Juden überlaffene, ja von den größten Kirchen-lehrern, z. B. Augustinus u. Hieronymus, ver-worfene Privatmeinnng. Der letzte bedeutendeChiliast war Lactantius. Desto fester hielten dieJuden an diesen Hoffnungen, die von deren Rab-binern bis ins 11. Jahrh. mit abenteuerlichenEinfällen bereichert u. sortgebildet wurden. DerCH. wurde im I. 1000, wegen Erwartung desJüngsten Tages, und während der Kreuzzllge aufkurze Zeit auch in der Christenheit wieder angeregt;er erfüllte namentlich beim Herannahen des Jah-res 1000 die ganze Christenheit mit Furcht wegendes Weltunterganges und rief insbesondere tolleUmherzüge der Flagellanten hervor; gewann dannaber erst im Jahrhundert der Reformation, besonders durch die Wiedertäufer, wieder stärkeren Ein-fluß, indem diese die Herrlichkeit des 1000jährigenReiches durch den Umsturz aller bestehenden Ord-nung gleich selbst zu verwirklichen meinten; außer-dem durch die Theosophen aus der Schule desTheophrastus Paracelsus, durch phantastische Exe-geten, wie Cvl. Curio, Johann Erasmo u. MartuBorrhäus, und durch Schwärmer, wie ValentinWeigel. Im 17. Jahrhundert war der CH. unterIV. Band. 47