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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chile (Gesch.).

len u. so eine gedeihliche Organisation herbeifüh-ren. Das Land war eine Gcneralcapitanie. Alsdie Franzosen sich Spaniens bemächtigten, ent-standen auch in CH. Unruhen; am 18. Juli 1810wurde der Generalcapitän Carrasco in Santiagoab- u. an seine Stelle der Marquis de la Plataals Präsident einer Rcgiernngsjnnta eingesetzt,welche Oberst Figueras Anfang April 1811 ver-gebens zu stürzen suchte; de Rosas, der Führerder Patrioten, scheiterte bei seinem Unternehmen,sich die Dictatnr zu verschaffen. Im Sept. 1811trat der erste Congreß zusammen. Der Ehrgeizder Brüder Carrera (s. d.) veranlaßte bald dar-auf einen Bürgerkrieg, infolge dessen die Spanierwieder die Oberhand bekamen. Erst durch Ge-neral S. Martin, der von Buenos-Ayres 1814einrückte, gelang es den Chilenen, 1820 das Landbis ans Chilod der spanischen Gewalt zu entreißen,nachdem schon 12. Jan. 1818 die Unabhängigkeits-erklärnng erfolgt war. Die Insel ChiloL wurdeerst 1825 durch General Freyre den Spaniernentrissen. In den nächsten Jahren bekämpftensich die beiden Parteien der Unitarier, welche eineneinheitlichen Staat, n. der Föderalisten, welche eineBundesrepublik wollten, n. gelangten abwechselndzum Siege. Der erste Oberdirector von CH., derIrländer O'Higgins, wurde wegen willkürlicherRegierung 1823 abgesetzt u. an seine Stelle Ge-neral Freyre gesetzt. Diesem folgte 1825 als Prä-sident der Admiral Blanco u. diesem 1827 Gene-ral Prieto. Nachdem Freyre noch einmal der Ge-walt sich zu bemächtigen gesucht, wurde er 17.April 1830 auf der Ebene von Lircay durch Ge-neral Prieto geschlagen u. dieser 5. April 1831als Präsident eingesetzt. Er eröffnete 1. Juni 1831einen neuen Congreß, stellte die Ordnung her,setzte sich mit Frankreich in Verbindung, ließ seit1833 auch spanische Schiffe in den chilenischenHäfen zu, hob mit Hilfe des Ministers u. Vice»Präsidenten Partales Len Handel, verringerte dieStaatsschuld u. errichtete eine Miliz, mit welcherer wiederholte Militäraufstände unterdrückte. DerGeistlichkeit gewährte er großen Einfluß. Seingeschlagener Gegner General Freyre reizte in-dessen in Peru den Protector dieses Staates,Santa Cruz, gegen CH. auf. Um ihn versam,melten sich Unzufriedene von der in CH. unter-drückten Militärpartei, u. im Juni 1836 segelteFreyre mit 2 peruanischen Schiffen zu einer Ex-pedition gegen CH. ab. Es entspann sich ein Kriegzwischen Peru u. CH., in welchem die Chilenensiegten u. die Küste von Peru besetzt hielten, bis1839 Santa Cruz aus Peru vertrieben ward.

Seit der Beendigung des Krieges mit Peru(1839) suchte der Präsident Prieto den Wohlstanddes Landes durch einen geordneten Staatshaus-halt zu heben. Auf diesem Wege folgte ihm auchder 1841 erwählte Präsident, General ManuelBulnes, indem er mit Mäßigung den Weg derReform einschlug. 25. April 1844 wurde einVertrag zwischen CH. u. Spanien geschlossen,welchem Spanien CH. als unabhängig anerkannte.Während der innere u. äußere Friede den natio-nalen Wohlstand hob, wurde die Stellung derbeiden Hanptparteien des Landes eine immerschroffere, u. die Radikalen traten der herrschenden

conservativ-demokratischen (zwischen beiden stände»die sogen. Progressisten) Partei in drohender Weistgegenüber. Im März 1846 brachen Aufstände derRadicalen in Santiago aus, die aber erfolglosblieben, und Bnlnes wurde in seinem Amte füreine zweite Periode bestätigt. Bei der 25. Just1851 erfolgten Neuwahl des Präsidenten der Re-publik wurde der bisher einflußreichste MinisterManuel Montt gewählt. Er behielt die Ministerseines Vorgängers bei, welchem selbst er den Ober-befehl über die bewaffnete Macht der Republikübergab. Eine Empörung der Radicalen, dieunter Leitung des Generals de la Cruz 7. Sept.ausbrach u. ein Vierteljahr lang Widerstand lei-stete, wurde von Bulnes besiegt, so daß zu An-fang des Jahres 1852 in CH. vollkommene Ruheherrschte. Die 10jährige Verwaltung des Präsi-denten Bulnes hatte gute Früchte getragen. Derdem Congreß vorgelegte Verwaltnngsbericht wieseinen Einnahmeüberschuß nach. Die Tilgung u.Verzinsung der Staatsschulden hatten ihren regel-mäßigen Verlauf. Der Handel war in fortwäh-rendem Steigen begriffen. Durch Übereinkunftmit mehreren europäischen Staaten, der NAme-rikanischen Union u. Brasilien wurden gegenseitigdie Differentialzölle aufgehoben und durch Gesetzvom 8. Mai 1851 ein neuer Zolltarif und neueZollgesetze eingeführt, welche der Handelsfreiheitgroße Zugeständnisse machten, ohne die Staats-einnahmen zu verringern. Wie alle südammka-nischen Regierungen, strebte auch CH., Einwande-rer ins Land zu ziehen, besonders in die Provin-zen Valdivia u. Chilo'e, u. Private u. Auswan-derungsvereine in Deutschland erwarben zu die-sem Zwecke dort Ländereien. I.Jan. 1852 wurdedie erste chilenische Eisenbahn zwischen dem HafenCaldera u. Copiapo dem Betriebe übergeben, u.bald folgten weitere Strecken. Eine Gesellschafterrichtete einen elektrischen Telegraphen zwischenValparaiso u. Santiago. Auch Montt wurde in-folge des in CH. zur Geltung gekommenen con-servativen Systems 30. Aug. 1856 zum zwei-ten Mal zum Präsidenten der Republik gewählt;er änderte bei dieser Gelegenheit das Ministerium.Unter seiner Verwaltung erhielt CH. ein Civil-gesetzbnch, Handelsgerichte, eine Disconto- u. De-positenbank in Valparaiso, eine Hypothekenvor-schußkasse, die mit dem Neujahr 1856 ins Lebentrat, ein Gesetz über Umwandelung des Zehntenin eine Grundrente für Kirche u. Schule, ein Ge-meindeverwaltungsgesetz. Ein vom Senat aus-gegangener Gesetzentwurf, wonach die früher ver-wiesenen Jesuiten in CH. wieder zugelassen wer-den sollten, wurde von der Zweiten Kammer (18S1jabgelehnt. Während der Besitzergreifung Nicara-guas durch Walker ergriff Montt mit Eifer denGedanken eines völkerrechtlichen Bundes der slid« u.centralamerikanischen Staaten zum Schutz n. Trutzbei Angriffen auf ihre Selbständigkeit nach Art desDeutschen Bundes. Im Sept. 1856 kamen Be-vollmächtigte Ch-s, Ecuadors u. Perus in Samtiago zusammen u. Unterzeichneten einen Völkerrechtlichen Bundesvertrag, wonach ein Bundestag,aus Gesandten der einzelnen Staaten bestehend,znsammentreten sollte, um den Zweck des Vertrage:zu erfüllen; Costa-Rica trat sofort bei. Im Äa: r