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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chile (Geogr,

Der Handel ist von großer Bedeutung und inmächtigem Aufschwünge begriffen; er hat sich inden letzten IS Jahren verdoppelt. Während imJahre 1862 die Einfuhr 17,227,000 u. die Aus-fuhr 21,994,000 Dollars betrug, waren dieseZiffern im Jahre 1873 auf 37,928,427, bezw.38,810,271 Doll, gestiegen, abgesehen von einerDurchfuhr von 4,590,886 Doll. Bon den einzelnenLandern waren hauptsächlich betheiligt:

Einfuhr Ausfuhrin MM. Doll.

England

18 ,.

IS,4

Peru

2,2

7 .»

Frankreich

6,7

1,2

Bolivia

0,2

5 ,g

Deutschland

4,2

0.5

Ver. Staaten

2,1

1,9

Argentina

1,1

0,1

Brasilien

0,8

0,2

Belgien

0,8

0,1

Rancho

0,0

1,5

Die Durchfuhr vertheilte sich hauptsächlich auf Peruu. Bolivia. Der Küstenhandel stellte einen Werthvon 41,688,955 Doll. dar. Unter den einge-flihrten Maaren zum Consum figuriren Banm-wollenwaaren mit 4,, raff. Zucker mit 2,«, Wollen-maaren mit 2,, gemahlener Zucker mit l,i, Stein-kohlen mit 1, Maschinen mit 1, Rindvieh mit 0,.Will. Doll. n. s. w. Bei der Ausfuhr sind her-! vorzuheben: Kupfer für 11,., Weizen für 5,.,

! Silber für 3,., Mehl für 2,», Gerste für 1,.Mill.

l Doll. u. s. w. Die Zölle betrugen 8,145,353 Doll,

f Für den Einfnhrhandel bestehen 13 Häfen, vonf denen Valparaiso, Constitucion, Coqnimbo, Talca-s ! huano, Caldera, Tome, Coronel u. Chanaral diei wichtigsten. Valparaiso behauptet davon entschiedendas Übergewicht. Es liefen im Ganzen 11,797Schiffe mit 8,078,915 Tonnen Gehalt ein u. aus,

! davon 5224 von englischer, 2573 von chilenischer, Flagge und 4000 verschiedener Länder. In derf Rhederei ist seit 10 Jahren eine bedeutende Min-i derung eingetreten (von 259 auf 78 Schiffe),j hauptsächlich wegen der Dampfschifffahrtsgesellschaf-j! ten, deren 6 mit 83 Dampfern bestehen, darunter> i die ?LeiLo-8tsLm-blariAab1on-6ompan^ allein- mit 56. Diese Gesellschaften machten 648 Reisen,t davon 124 nach Europa. Eisenbahnen waren ini Betrieb 991 km, davon 628 km Staats- u. 363km Privatbahnen, außerdem im Ban 308 km.Die verschiedenen Linien sind: Santiago-Valpa-raiso 184 km, nebst einer 44 km langen Zweig-bahn, Santiago-Enrico 185 km, Caldera-San-Antonio 150 km, Ovalle-Tongoi 68 km, Talca-hnano-Chillan 185 km, Coquimbo-Las-Cardas 62^ km, Carrizal-Alto-Carrizal 40 km u. San-Fer-nando-La-Palmilla 30 km. Zahlreiche Saumpfade,? i- Th. mit Schutzhäusern versehen, führen über die« Anden; schiffbare Flnßstrecken 1536 km. Telegra-; Phenlinien 4784km; eine submarine Kabel-Verbind-^ ung mit Peru wurde im Sept. 1875 sertiggestellt;dieselbe endet bei La Caldera, von wo eine Uber-landsverbindung mit Buenos-Ayres und Rio de! Janeiro besteht. Postverkehr (1872): 4,807,889Briefe und 5,614,858 Zeitungen rc. Die Ein-! Wanderung wird von Seiten der Regierungi fkhr begünstigt, u. das Einwandernngsgesetz vom

7 u. Statist.).

18. November 1845 bietet den Einwanderernnach den südlichen Provinzen wesentliche Bonheile,doch verlangt dieselbe Aneignung der spanischenSprache. Deutsche finden sich namentlich in Val-paraiso, Santiago u. Valdivia n. sind sehr be-liebt. Sie haben, wie dies meist in dendurch romanische Volksstämme colonisirten u.bevölkerten Ländern der Fall ist, Sprache u.Nationalität treuer bewahrt, als in den von Eng-land aus angelegten Colonien oder den Staaten,die vorwiegend mit Abkömmlingen der Engländerbevölkert sind. Unter allen südamerikanischenStaaten erfreut sich CH. des besten Gedeihens,des blühendsten Wohlstandes. Münzen, Maßen. Gewichte: Man rechnet nach Pesos, 1 Pesoä 100 Centavos 4 Mark, geprägt werdenauch Stücke von 50, 20, 10 u. 5 Centavos. InGold prägt man Condores (37 Mark 80 Pfg.),Sobtones oder halbe Condores, Escudos oderViertel-Condores u. Pesos. Maße u. Gewichtesind gesetzlich die französischen Decimalen, doch wirdhäufig noch nach den spanisch-castilischen gerechnet.Die Fanega nahe 97 1, eine Gallone 4H I.Eine Fanega Weizen wiegt 155 Pfd. EinQnintal zu 100 Pfd. 46 kA, eine Arroba H Qnintal, die chilenische Vara 3 chilenischeFuß, u. der Fuß 279 mm. l50Varas bildeneine Cuadra 125,4 m; 36 Cuadras sind eineLegua zu 4513 m. Vgl. Gay, Historia tisioa )' poll-tioa äs 6b., Par. 184449, Perez-Rosales:Lssal snr 1s 6b11s, Hamb. 1857; Menendez :Llannal äs dsvAraüg, z- sstaäistisa, äs 6bi1«,Par. 1869; Philippi, Nachrichten über Valdivia,Kassel 1851; Mackenna: Iw 6b111 oonsiäsrs

sons 1s rapporb äs son sArlsnIturs et äs 1'sml-g;rat1on sniopssnns, Par. 1855; Anales äs lanmvsrsläaä äs 6b., Santiago 1843 f.; Tnnarlosstaälstieo äs In Rspnblisa äs 6bi1s, Santiagou. Chile, 186063.

Geschichte. In den ältesten Zeiten wurdeCH. von einem Volke bewohnt, welches ans meh-reren Stämmen bestand, die eine gemeinsameSprache redeten, Ackerbau trieben u. Metallarbei-ten fertigten. Der nördliche Theil jener Stämmewurde schon vor dem 16. Jahrh. von den Pe-ruanern unterjocht. 1535 machten die Spanierunter Diego Almagro den Versuch, sich des gold-reichen Landes zu bemächtigen, sie wurden aberzurückgeschlagen, u. erst 1540 gelang es Pedro deValdivia, festen Fuß zu fassen u. 1541 die StadtSantiago zu gründen. Nach u. nach wurden dieVölkerstämme in Nord-Ch. bezwungen, od. wan-delten aus, wogegen sich im 16. Jahrh. besondersGalicier u. mit ihnen Jesuiten in CH. niederlie-ßen. Nie gelang es indeß, die Araucos, welcheSlld-Ch. besitzen, zu unterwerfen, und im letztenFrieden von 1775 mußten die Spanier die Selb-ständigkeit dieses Volkes anerkennen. Auch Nord-Ch. genoß seit der spanischen Besitznahme wenigRuhe; seine Küsten wurden, besonders im 16. u.17. Jahrh., häufig von englischen u. holländischen^ Freibeutern (s. Flibustier) beunruhigt, u. innereUnfälle vermsachten, daß die Colonie in der Ent-wickelung der materiellen Hilfsquellen des Landes1 zurückblieb; erst 1742 konnte man das Land inä Provinzen, die Colonisten in Ortschaften Verthei-