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Chiffriren —
Österreich-Ungarn, Persien, Rumänien, Serbienu. Spanien, gestattet worden. Als eine gute An-leitung für Chiffriren gilt das Werk von Krohn,Buchstaben- u. Zahlensysteme für die Chifsrirungvon Telegrammen, Briefen u. Postkarten, Berl.1873, in welchem 6400 Systeme zur Wahl stehen.Schon Cäsar kannte eine Art Chifferschrift, indemer an seine Freunde durch Versetzen der Buchsta-ben schrieb. Im 16. und 17. Jahrh. befaßtensich mit der Chiffrirkunst eingehender Tritheim,Athanasius Kircher u. Bacon. Bgl. Kortum, An-sangsgründe der Entziffcrnngskunst von deutschenZifferschriften, Hann. 1782; Vergenne, Polizei-schrift, Eisenach 1793; Klüber, Kryptographik,Tüb. 1809; Martens, drücke ckiplomatigao, 4.Ausl., Lpz. 1851. CH. bezeichnet endlich auch«och das Handzeichen oder den Namenszug einerPerson (s. Monogramm). iagai.»
Chiffriren (v. Fr.), 1) ein Buch, die Blatt-seiten desselben mit Ziffern versehen. 2) Noten,die zu einem Baßtone gehörigen Accordintervalledurch Zahlen andeuten. 3) S. u. Chiffre.
Chigi-Albani, alte, von den Herren vonMa-ciareto abstammende Familie, welche in der Re-publik Siena bereits im 13 Jahrh. bedeutendeÄmter bekleidete und 1659 die römische Fürsten-wiirde erhielt. 1) Cristoforo u. 2) Marianowaren um 1400 im Besitze der Grasschaft Suera,die nachmals an den Papst Julius II. kam. 3)Agostino lebte unter den Päpsten Julius II.u. Leo X. bis Clemens VII. in den ersten Jahr-zehnten des 16. Jahrh. in Rom n. erwies sichhier als eifriger Förderer der Künste u. Wissen-schaften, stand in den freundlichsten Beziehungenzu Rafael, zu seinen Landsleuten Baldassare Pe-ruzzi u. Soddoma u. ließ, im Besitze großer Reich-thümer, mehrere bedeutende Gebäude in Rom,sowie den Palazzo della Farnesina in Trastevereerbauen; er st., nachdem er infolge der Plünder-ung Roms durch den Connetable von BourbonMai 1527 Rom verlassen, in seiner Heimath.4) Fabio wurde als Alexander VII. Papst(1655—67) u. berief seine Familie nach Nom,wo sie rasch znm höchsten Glanze stieg. 5) Ma-rio, Bruder des Vor., war 1662 Commandautder corsischen Garde, als dieselbe mit der Diener-schaft des französischen Gesandten in Rom in blu-tige Händel gerieth, welche einen Bruch mit Frank-reich u. den nachmaligen so erniedrigenden Ver-gleich zur Folge hatten; s. Rom (Gesch.). 6) Fla-via, Sohn des Vor., wurde 1657 Cardinal; erhatte 1664 als päpstlicher Legat die Aufgabe, denKönig von Frankreich wegen der Beleidigung desfranzösischen Gesandten zu besänftigen; st. 1693.7) Agostino erhielt von seinem Oheim, PapstAlexander VII., mehrere von der Familie Orsinin. Savelli erworbene Güter u. Lehen, 1659 auchdas Fürstenthum Campagnano in der römischenCampagna mit den dazu gehörigen Privilegienn. Rechten eines kaiserlichen Lehns und für sichu. seine Nachkommen die römische Fürstenwürde,wozu ihm Papst Clemens XI. noch das Mar-schallat der Heiligen Kirche u. das Hüteramt desConclave für sich u. seine erstgeborenen Nachkom-men verlieh. Später kam außer ansehnlichemBesitze in Nom selbst noch das Hcrzogthum Aric-
- Chihuahua.
cia in die Hände der CH. 8) Fürst Agostino,erhielt beim Aussterben des Hauses Albani, ausdem seine Mutter stammte, die Majoratsgütcr derAlbani u. fügte deren Namen u. Wappen zu demder CH.; er st. 10. Nov. 1855. 9) Fürst DonSigismunds, geb. 24. Aug. 1798; war Ge-neralcontroleur der päpstlichen Posten u. bekleidetdas Oberst-Erbamt eines Marschalls der HeiligenRömischen Kirche u. Hüters des Conclave. Seinältester Sohn, Don Mario, Fürst von Cam-pagnano, ist geb. 1. Nov. 1831 u. vermählt mitder Prinzessin Antoinette von Sayn-Wittgenstein-Ludwigsburg. 10) Don Flavio, Bruder desVor., geb. zu Nom 31. Mai 1818; diente bis1848 als Offizier in der päpstlichen Nobelgarde,trat dann in den geistlichen Stand über, wurdeals Erzbischof von Mira in xartibrw Nuntius inMünchen, dann in Paris, wo er sich als Diplo-mat ganz besonders bewährte; am 22. Dec. 1873zum Cardinal-Priester ernannt, lebt er seit 1874,der Nuntiatur in Paris enthoben, als Hausprälatdes Papstes in Rom. Lag".
Chignolo, Name von 3 Gem. in Italien; ambedeutendsten: C. Po, Flecken im Bez. Pavia dergleichnamigen ital. Provinz, Station der Oberital.Bahn; 4858 Ew.
Chignon (fr.), 1) Genick. 2) Langes Haar,nicht in einen Zopf geflochten, sondern in eineWulst hinaufgeschlagen u. im Nacken mit einemKamme festgesteckt; oft von falschen Haaren. DieseHaartracht war schon ebenso wie die falsche wieder-holt Modesache. Vgl. Haar n. Haartracht.
Chihuahua, 1) mexikanischer Bundesstaat;216,865 Hssicm (3938 HsM) groß; grenzt nördl.mit dem Rio Grande an die Vereinigten Staaten(Neu-Mexico u. Texas), östl. an Cohahuila, südl.an Durango, westl. an Cinaloa u. Sonora undliegt größtentheils auf einer 1600 m hohen, wüstenn. vegetationslosen Hochebene, nur zum kleinerenTheil am OAbhange der Sierra Madre; diesesGebirg bildet einen großen Wall, welcher dasLand von dem niedrigen Sonora trennt; die Bol-sons de Mapimi, bergige, zum größten Theilwüste u. nur von Indianern durchstreifte Strichevon ungeheurer Ausdehnung, reichen von der süd-östlichen Spitze des Staates bis hinauf zur StadtCH.; Flüsse zahlreich, die bedeutendsten: RioFuerte, Rio Mayo, Rio Jaqui, Rio de Conchos.der dem Rio Grande zuströmt; unter den großenSeen sind zu nennen: der Tlahualila od. Cay-man im S., Patos, Candelaria, Guzman imN., sämmtlich ohne Abfluß; das Klima ist imAllgemeinen mild und gesund, doch eignet sichder Staat mehr zur Viehzucht, als zum Ackerbau.Die Erzeugnisse des Landbaues sind Mais,Weizen, Gerste, Hülsenfrüchte u. alle Garten- u.Baumfrüchte der gemäßigten Zone, auch wird jetztim S. Wein u. Baumwolle mit Erfolg angebaut;die Viehzucht bringt Pferde, Rindvieh, Schafe,Schweine, Ziegen, jedoch ohne große Nutzung, dader Verkehr äußerst schwierig u. Lurch die Coman-ches oft völlig verhindert wird. Die Indianerleben noch in alter Weise von der Jagd, lassen djeFrauen den Ackerbau betreiben und fertigen ansLen Fasern einer Art Alo's (Lachugnilla) Seiler-waaren; einige nur sind ansässig. Der Bergbau