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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
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Chiastolith

Kantons Tessin, an der Faloppia, Station derGotthard-Bahn; südl. Ort der Schweiz; 1383 Ew.

Chiastolith (Hohlspath, Min.), häufiger Ge-mengtheil des Chiastolithschiefers; bildet rhombischeSänlen von graulich-weißer bis gelblich-grauerFarbe, welche in schwarzen Thonschiefer einge-wach'en sind; Härte 56; spec. Gew. 2^3,ij;besteht ans kieselsaurer Thonerde; häufig imFichtelgebirges in den Pyrenäen, der Bretagneu. s. w. Die kohlige Substanz des Schiefers bildeteine centrale Ausfüllung der länglichen Säulen,oft auch die Kanten des Krystalls ersetzend, sodaß im Onerbruch die Form des griechischenBuchstabens / (Chi) erscheint, was den Namenveranlaßt hat. Meist ist die centrale Ausfüllungdes Krystalls an einem Ende dicker, als an demanderen, oder verjüngt sich von beiden Enden nachder Mitte zn. In den Pyrenäen erreichen sie fast30 cm Länge u. 5 om Dicke; sie werden dortverschlissen n. ihrer Kreuzfignr wegen als Amn-lete getragen. Lehmann.'

Chiastolithschicser, ein dunkelfarbiger, meistsehr homogen erscheinender Schiefer, in welchemviele Chiastolithkrystalle eingebettet liegen. DieserSchiefer bildet Zonen um Granitablagerungen undwird gewöhnlich für einen durch Granit meta-morphosirten Thonschiefer angesehen. Bei LesSalles de Rohan bei Pontivy fanden sich vielePetresacten darin. Lehmann.

Chiavari, Hanptort des gleichnam. Bez. derital. Prov. Genna, am Meerbusen Rapallo u. ander Mündung der Sturia, in reizender Lage,Station der oberital. Bahn; kleiner Hafen; Han-delsgericht; Gymnasium, Naut. Schule; Kathedrale;Ökonom. Gesellschaft; Spitzen- u. Seidefabr.,Kunst-tischlern; Handel; Sardellenfischerei; Weinbau;11,521 Ew. Geburtsort des Papstes Jnnocenz IV.CH. soll 1167 von den Genuesen erbaut worden sein.

Chiavenna (Kläven, lat. Olavenna), 1) Land-schaft in einem weiten Alpenthal der ital. Prov.Sondrio (Lombardei): 660 ssZIcm; 18,000 Ew.CH. hatte vormals eigene, vom Kaiser eingesetzteGrafen u. kam 1200 n. 1338 an die Herzoge vonMailand, welche es der Familie Balbioni in Lehngaben. Immer machten jedoch die Bischöfe v. Churu. der Kanton Graubünden auf CH., Bormio u. dasVeltlin Anspruch u. führten deshalb mehrere Kriege.Seitdem theilte CH. die Schicksale des Veltlin (s. d.),kam mit diesem 1512 an Graubllnden, 1797 andie cisalpin. Republik, 1805 an Napoleons Kö-nigreich Italien, 1814 an Österreich u. 1859 an dasneue Königreich Italien. 3) Stadt u. Hauptortdarin, in romantischer Umgebung, an der schäu-menden Maira, am Ansgange des Bergest-Thalsu. am Bereinigungspnnkte der Straßen vomSplügen u. Maloja nach dem Comer-See;6 Kirchen, in der San-Lorenzo-Kirche sehr alteReliefs; Hospital; Ruine eines unvollendeten Pa-lastes der Salis; bedeutender Handel, Baumwol-len- n. Seidenweberei, Papierfabrikation; trefflicheBierbrauereien; Schloßberg mit herrlicher Aus-sicht; Windlöcher (SorelU) an den Bergabhängen,zu Wein- u. Bierkellern benutzt; 3930 Ew.

Henne Am-Rhyn.*

Chic (fr.), Feinheit u. Eleganz in der äußerenEvcheinnna bei Personen n. Dingen.

Chicago.

Chica, ein von den Eingeborenen Guianasn. Brasiliens durch Gährenlassen der Blätter vooLiAiwnia Linon Lnmb. (s. d.) gewonnenes Farb-material, welches in blntrothen Kuchen als Linea,Lnrajurn oder Vsrinsilion amsrieanum in denHandel kommt u. ans welchem durch Anskochenmit Alkohol ein rotherFarbstoff, das Chica-Roth,bereitet wird. Dasselbe löst sich mit rubinrotherFarbe in Alkohol.

Chicago, Hauptstadt der Grafschaft Cook u.größte Stadt, wie auch bedeutendster Handelsplatzim Staate Illinois (Vereinigte Staaten von Nord-Amerika), an der SWKllste des Michigan - Seesu. an beiden Ufern des gleichnam. Flusses, inursprünglich sumpfiger Gegend, aber durch Kunstin neuester Zeit um 34^ m über die Flächeder Prärie emporgehoben; schöne, sich recht-winkelig durschneidende Straßen, nieist mit Alleenbepflanzt u. mit Gas beleuchtet; zahlreiche Kirchen,darunter Lseoncl Lroobz-tsrinn Limrolr (pracht-volles Gebäude im gothischen Stil), Gerichlshans(mit großem Gefängnis)), 4 große Park in derStadt; Universität, mcdicinisches College; mehrereFreimaurerlogen, Sternwarte, großartiges Opern-haus u. viele kleinere Theater; Hospitäler, Marine-Hospital; zahlreiche Börsen, Banken; große Ge-werbthätigkeit, namentlich Maschinenfabriken, Eisen-bahnwagen u. Utensilien, Ackerbau-Geräthschaften,Gerbereien, Fabriken von Leder-, Holz- u. Eisen-waaren, viele Mühlen; der Gesammtwerth der in-dustriellen Fabrikate wurde 1870 zn 128 Will.Doll, angegeben; ungeheurer Viehmarkt; groß-artiger Handel, namentlich in Getreide, Mehl,Bauholz, Rindvieh n. den oben genannten Fabrik-artikeln (im I. 1872 wurden z. B. versandt:3,583,451 Bnshel Mais, 3,517,981 Bushel Weizen,2,267,400 Pfd. Schweinefleisch); der Holzhandelumfaßte 1600 Mill. Kubikfuß, n. der Gesammt-werth der Handelsprodncte wurde auf 450 Mil-lionen Dollars geschätzt; Hafen mit Leuchtthurm;lebhafte Dampf- u. Segelschifffahrt auf demgleichnamigen Flusse und dem Michigan-See (dieRhederei ist im Besitze von 600 Schiffen); durchden Jllinois-Michigan-Kanal u. dessen Verbind-ungen mit dem Mississippi, durch die CanadischenSeen u. deren Kanalsystem mit dem AtlantischenOcean, durch zahlreiche, sich nach allen Seiten hinverzweigende Eisenbahnen (14 Hanptlinien) mitallen größeren Städten der nördl. u. östl. Staa-ten, dem Mississippi-Thal rc. verbunden. Die Lagevon CH. ist eine sehr gesunde; fruchtbare u. wohlangebaute Umgegend; eine mit Dampfkraft ge-triebene Wasserkunst (mit 400,000 Dollars Kostenerbaut u. 1867 vollendet) versorgt die Stadt mitreinem Wasser durch einen 2 Meilen langen Tunnelaus dem See, ebenso ein artesischer Brunnen.Unter dem Chicago-Flusse ist ein 333 in langerStraßentnnnel erbaut worden. Die Einwohner-zahl betrug 1870 schon 298,977, gegen 29,963im I. 1850, u. wurde 1873 auf 367,400 LN-gegeben. Die Vereinigten Staaten errichteten hier1795 ein Fort; 1830 standen erst 12 Hütten;aber es begann von da an die Erbauung derStadt. Dieselbe wurde im Oct. 1871 von einemfurchtbaren Brande heimgesucht, wobei 17,450Gebäude zerstört wurden, was einen Schaden von