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wurde 10. Aug. dess. I., nachdem der Krieggegen Deutschland eine schlimme Wendung fürFrankreich genommen hatte, Minister des Innern,worauf er die Organisirung der Mobilgarde unddie Ausweisung der Deutschen auS Frankreicheifrig betrieb. Nach dem Sturze des Kaiserreichesam 4. Septr. verließ er Paris u. ging nach! Belgien. Später lebte er wieder in Paris.
! Chcvreul, Michel Eugäne, ausgezeichneterfrauz. Chemiker, geb. 21. Aug. 1786 in Angers;wurde 1813 Professor der Physik am Oxoäs 6star-Iswsgus, 1820 Examinator an der PolytechnischenSchule, 1824 Direktor der Färbereien u. Pro-sessor der ans Färberei angewandten Chemie beider Gobelins - Mannfactnr, seit 1826 Mitglied! der Akademie der Wissenschaften zu Paris und! 1836 Professor der Chemie am natnrhistorischen! Museum. Er stellte mehrere neue Fettkörper ans! thierischen Stoffen dar u. hat um die Analyseder Pflanzen n. thierischen Stoffe das größteVerdienst. CH. schrieb u. a.: Rsostsrostss sur Isosorxs gras ä'origins animale, Par. 1823; Oou-siäöratious gs'ieralss sur I'anal^ss orgauigus«t sur sss applieations, ebd. 1824, deutsch vonTrommsdorff, Gotha 1826; Osyous äsla clrimisapxliguss a 1a bsinturs, 1831, 2 Bde.; Os lalü äu ooutrasts simultane äss ooulsurs st äslassortimsnt äss ostssts ooloriss, 1839; Ostsa-ris äss olksts oyt. guo prsssntsnt Iss ötollss ässoie, Lyon 1846; Os 1a stagustts äivinatoirs,äu psnäuls sxploratsur et äss tadles tournan-tos, Par. 1854; Lsostsrostss ostimiguss sur 1a^ teiuturs, Par. 1862 ff.; Oss vouisurs et äs lsurs! explioations aux arts inäustrisls a I'aiäs ässi esroles cstromutiguss, ebd. 1864; Oistoirs ässeolluaissanees estimiguss, ebd. 1866; Oistoirsäss xrinoipalss opinions äs la naturs vstimigusäss eorps, ebd. 1869. Außerdem zahlreiche Ab-handlungen, namentlich über die Farben-Chemiein den banales äsllstim., u. den Oomxtss-rsnäus!>. im äouroal äss Lavants. r.
Chevreuse, Flecken im Arr. Rambouillet desstanz. Dep. Seine-et-Oise, an der Ivette; altesSchloß; Gerberei, Porzellanfabrik u. Glashütte;Getreide- u. Wollenhandel; 1892 Ew. Die BaronieCH. wurde 1545 vom König Franz k. zu einemHerzogthum erhoben, 1612 von Ludwig XIII.zu/einer Pairie; 1692 tauschte es Ludwib XIV.gegen die Grafschaft Montfort l'Amaury ein.
, Lbsvron (fr.), 1) eigentlich Dachsparren. 2)^ Aenstauszeichnnng im französischen Heere, sowolfiir Rang als Dienstalter bei Unteroffizieren undSoldaten, mittels eines od. mehrerer in derMitte gebrochenen Qnerstreifen von Tresse aufdm Ärmeln der Montirung; daher Ch-nö, 1)ein zum Unteroffizier Befördeter; 2) ein Veteran.
Chexbres, Dorf im Bez. La Vanx des schwei-zerischen Kantons Waadt, Station der SchweizerWBahn; prachtvolle Fernsichten; 800 Ew.
Cheyenne, 1) County im nordamerikanischenUnionsstaate Nebraska, n. 41° n. Br. u. 102 n.103° w. L. 190 Ew. 2) Poststation im nordame-rikanischen Unionsstaate Wyoming, an der Union-Pacific-Eisenbahn, u. 41° 7' n. Br. n. 104° 52'w. L., 2950 m ü. d. Meere; 3000 Ew; seit 1867entstanden.
— Chczy.
Cheyne, 1) Georg, ein s. Zt. sehr geschätzterschottischer Arzt, geb. 1671 in Kinroß-Shire;studirte in Edinburgh unter Pitcairn, ließ sich,30 Jahre alt, in London nieder, gab anonymdas mehrere Auflagen erlebende Werk: Osteor^,or Xsequut ok aouts uuä slow keavsrs, London1702, heraus u. ließ diesem 1704: Oluxionummststoäus iuvsrsa folgen, das ihm, obwol starkangefochten, die Mitgliedschaft der Königl. Gesell-schaft in London einbrachte; 1705 erschien der ersteTheil seiner Ostilosopstioal priusiplss ok rsligiou,der zweite 1715, beide in das Dänische n. Ita-lienische übersetzt, nur entsprach sein wüstes Le-ben leider den darin niedergelegten Anschauungennicht. Er ließ folgen: Ossax ou tsts gout, Lond.1822, u. Ossa^ ou stoaltst unä lang liko, ebd.1724, letzteres nach Haller das beste Buch überDiätetik ins Französische, Deutsche u. Lateinischeübertragen; den meisten Ruf brachte ihm ein:Osts Onglisost inalaä^, or u treutiss ok all Iciuäs,ok splssu sto., Lond. 1733, u. 1740 die: Naturalmststoä ok ouring tsts äissasvs ok tsts boä^.Seine Stellung als Arzt (er gehörte der sogen,mechanischen Richtung an) kennzeichnete er durchdie Schrift: Os übras natura osusgus laxasmorbis, Lond. 1725. Er starb 1743 in Bath.
Thamhayit.
Chezy, 1) Antoine Leonard de, berühmterOrientalist, geb. 15. Jan. 1773 zu Nenilly, gest.31. Aug. 1832 zu Paris; sollte Ingenieur werden,hatte aber zu große Vorliebe für die schönen Wissen-schaften u. speciell für die orientalischen Sprachen,weshalb er sich auch unter de Sacy n. Langlesdem Studium des Arabischen und Persischen wid-mete. Als erwähltes Mitglied der Franz. GelehrtenGesellschaft, sollte erl 798 Napoleon nach Ägyp-ten begleiten, mußte aber wegen eines bösartigenFiebers, das ihn in Toulon überfiel, nach Pariszurückkehren, wurde dann 1799 Xttaosts au oa-stiust äss mauuserits orisutaux äs la Oibliotsts-gus nationale u. erwarb sich als solcher ein gro-ßes Verdienst um die Classificirung der vielenarab. u. pers. Handschriften, womit Frankreichinfolge seiner Siege im Orient bereichert wordenwar. Die Pariser Bibliothek war auch reich anindischen Handschriften, worüber aber kein franz.Orientalist Auskunft geben konnte, weil das Stu-dium des Sanskrit damals noch nicht in Frank-reich Angeführt worden war. Als nun 1803 derberühmte engl. Orientalist A. Hamilton, ein gründ-licher Kenner des Sanskrit u. der Sauskru-Lite»ratur, nach Paris gekommen war und die Erlaub-niß erhalten hatte, diese Handschriften zu durch-forschen, da faßte CH. infolge seiner Bekannt-schaft mit diesem Gelehrten den Plan, sich auchdem Studium des Sanskrit zu widmen, u. ob-gleich er wegen der damaligen großen Beschränkt-heit der Hilfsinittel zur Erlernung dieser Spracheaußerordentliche Schwierigkeiten zu überwindenhatte, so gelang es ihm doch, durch unermüdlichenFleiß u. regen Eifer nach einigen Jahren sichauch auf diesem Gebiete gündliche Kenntnisse znerwerben u. die Regierung 1815 zu veran-lassen, einen neuen Lehrstuhl für Sanskrit imOollsgs äs Oranos zu errichten u. denselben ihmzn übertragen. Mit dieser neuen Stellung wurde