Naturwissenschaften.
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sstion und seine Anwendung im Griff hat, kann keinem Zweifel unterworfen sein. (S.Art. „Naturgeschichte" S. 117. Amn. ^ und „Naturgeschichtliche Ercurs."S. 128.)
Wenn nach allem dem hier Gesagten die Naturwissenschaften in formaler Hinsichteine wesentliche Seite des Geistes bilden und hierin auch durch kein anderes Fach,selbst nicht durch die Mathematik zu ersetzen sind, wenn sie allein den Schlüssel zumVerständnis der für den Menschen, welcher ja selbst in ihr wurzelt, so überaus wich-tigen Natur geben, wenn endlich unbeschadet anderer Bildungsfächer ausreichenderRaum für sie im Gebiet der Jugendbildung bleibt, so sollte man wohl denken, daßihnen die Stellung, die ihnen gebührt, an den Schulen überhaupt und auch an denGymnasien nicht vorenthalten werden könne. Sie werden aber, auch wenn ihnen die-selbe nicht infolge rationeller Erwägung gegeben werden sollte, bei dem gewaltigenEinfluß, den sie in unserer Zeit ans die ganze Gestaltung des Lebens ausübcn undbei der großen und allgemeinen Geltung, die sie sich erworben haben, ihre Stellungdennoch, das steht nicht zu bezweifeln, sich, soweit dies nicht bereits geschehen, unterden Lehrfächern der Schulen, die Gymnasien mit inbegriffen, erringen. Ihre Zulassungoder Nichtzulassung ist nicht mehr die Frage. Es handelt sich vielmehr darum, zu ver-hüten, daß sie in angemessener Weise Platz greifen, und dafür zu sorgen, daß sie durchdie rechte BchandlungSweise auch die Früchte wirklich tragen, die man von dem Unter-richt in denselben zu erwarten berechtigt ist. Die Leiter der Schulen, insbesondereauch die der Gymnasien, werden deshalb wohl daran thun, je nach den Bildnugszweckenderselben in sorgfältiger und vorurtheilsfreier Erwägung ihres Werths den Naturwissen-schaften nur eben die entsprechende Stellung einzuräumcn und sic durch richtige Auswahlund Lehrmethode zu wirksamen, aber die Zwecke des Ganzen nicht beeinträchtigendenGliedern desselben zu machen. Die einsichtsvollen unter ihren Freunden werden damitWohl zufrieden sein und ihre Gegner werden sich durch die Erfahrung überzeugen, daßdie Befürchtungen, die sie gehegt, der Begründung entbehren.
C. L. Kirschbaum.
Anmerkung. Die Nedaction nimmt keinen Anstand, der in dem obigen Artikelentwickelten und begründeten Ansicht über eines der wichtigsten Schulprobleme unsererZeit in der Encyklopädie das Wort zu verstatten, obgleich sie ihrerseits zur Zeit nochBedenken trägt, derselben in allen Stücken zuzustimmen. Die methodologischen Rath-schläge sind nach unserer Ansicht wohlerwogen und in hohem Grade beachtenswertst derWerth der naturwissenschaftlichen Fächer für die Bildung der Jugend wird Wohl nichtleicht irgendwo in ein so Helles Licht gestellt, ihr Verhältnis zu den übrigen Unterrichts-gegenständen nirgends so einleuchtend erörtert sein. Daß es für die realistischen Anstaltennothwendig sei, dem naturwissenschaftlichen Unterricht genügenden Raum zu gewähren,scheint auch uns unbestreitbar; aber schon die Volksschule wird nur unter besondersgünstigen Verhältnissen den von unserem Herrn Mitarbeiter geforderten Raum ver-fügbar machen können, weil sie sehr oft mit genauer Nolh im Stande ist, das zu leisten,was zuerst und vor allem von ihr gefordert werden muß (vgl. oben S. 177 Amn.), unddas Gymnasium, fürchten wir, kann die als Minimum geforderte Zeit nicht vollständigeinräumen, ohne an seinem Lebensprincip Schaden zu nehmen. Da unser Herr Mit-arbeiter sich entschieden als Freund einer gediegenen Gymnasialbildung ansspricht, so istdie im Folgenden versuchte kurze Begründung unserer Ansicht großenteils nicht gegenihn gerichtet.
Wir begnügen uns also nicht etwa mit der Hinweisung auf die einstweilen nochunerfüllbare Bedingung gehörig vorgebildeter, tüchtiger Hehrer; es ist wahr, daß ohnesolche nichts zu Stande kommt, das die Mühe und Zeit lohnte, und Landser mannhat Recht, wenn er in seiner Abhandlung „Zur Revision des Lehrplans höherer Schulen"(Berlin 1855) S. 21 sagt: „Eine Anstalt, die nicht in der Lage ist, einen fruchtbarenUnterricht in der Naturgeschichte ertheilen zu können, thut jedenfalls besser, die Zeitnicht daran zu verschwenden, auf denselben ganz zu verzichten, solange sie keinen ge-eigneten Lehrer hat, und dafür sich an diejenigen Disciplinen zu halten, in welchen siewirklich etwas leisten kann;" aber wenn einmal die Schulverwaltungen die Ueberzeugunggewonnen hätten, daß sie für alle höheren Schulen solche Lehrer haben müßen, so