Druckschrift 
5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
Entstehung
Seite
970
Einzelbild herunterladen
 

Ä70

Naturwissensch asten.

düng selbst discreditirt. Die meisten Freunde der Naturwissenschaften täuschen sich miteinem Nechenexempel, indem sie an diesem und jenem Fache, am liebsten an den mitden meisten Stunden ausgestatteten alten Sprachen, eine wöchentliche Stunde abziehenund nun die Zuläßigkeit der Naturwissenschaften für das ganze Gymnasium herausbringen; das Papier des Lectionsplans ist geduldig, aber der Geist des Schülers istnicht wie ein Blatt Papier, das man mit Linien in beliebig viele Fächer theilen kann;Was ihm gedeihen soll, das muß er in sich aufnehmen, verarbeiten, sich assimilirenkönnen, dazu muß er Zeit haben und ein nicht nach vielen Richtungen hin zersplittertesInteresse. Das Streben nach allseitiger Bildung ist eine große Gefahr für die Bildungselbst, weil es statt zur Allseitigkeit zur Oberflächlichkeit führt und so den Schein fürdas Wesen nimmt. Die immense Mehrheit der Menschen kann nur durch gesundeEinseitigkeit etwas erreichen, indem sie in Einem Gebiete zu Hause ist und dasjenige, wassie von anderen bedarf, nur entlehnt, nicht ergründet. Nach unserer Ansicht wird es alsoin ein paar unteren Elasten unter Voraussetzung eines geeigneten Lehrers möglich sein,Gegenstände der Naturbeschreibung zur Uebung der Anschauung und Beobachtung imUnterrichte zu behandeln, und in den obersten Elasten werden zwei wöchentliche Stundenfür Physik ermittelt werden können und müßen (vgl. Landfermann a. a. O. S. 20);Wenn der Unterricht in der Chemie in dem Lehrplan eines oberen Gymnasiums Aufnahmefinden soll, so werden günstige äußere Bedingungen in besonderem Maße zusammentreffenmüßen; das Uebrige wird man dem Unterricht im Zeichnen und dem natürlichen Interesse desKnaben für die ihn umgebende Sinnenwelt zu überlassen haben. Es ist doch gut, wennder Jugend auch noch etwas frei bleibt, was sie nach eigener Lust und Neigung treibenkann, ohne daß es ihr die Schule mit Löffeln eingiebt, namentlich wenn es Gegenständesind, auf deren Betrachtung und Benützung sie die Wirklichkeit und das Bedürfnis injedem Augenblick hinweist. Knaben nnd Jünglinge von ausgezeichneter BegabungWerden mehr erstreben und erreichen; für die Einrichtung der Schulen und der Lehrpläneaber darf man den Maßstab nicht von Ansnahmen entlehnen. Für den Mittelschlagwird das von nns Geforderte hinreichen.

Berichtigungen.

S. 654.

L. 1

V.

u. lies!

! frühe statt früher.

. 663,

8

v.

u.

2 Mos. C 32 statt 2 Mos. I, 32.

.. 664,

1

v.

o. -

Ap -Gcsch. 7, 25 statt 6, 25.

. 683,

18

v.

u. ,

s-""

., «92,

. 9

v.

o. ,

Schammai statt Schemmei.

. 6S3,

, 8

v.

o.

Spruchweisheit statt Schulweisheit.

. 694,

1

v.

u.

u na ltt estam entl ich statt urtestamentlich.