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5 (1866) Nachhülfecurse - Philologenverein
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Naturwissenschaften.

matischen der Oberclassen dadurch getrennt wird, kann auch keinen Nachtheil bringen,da der Gang des letztem ein längst schon festgestellter ist und deshalb der Lehrer derPhysik und Mechanik weiß, was er von Mathematik voraussetzen kann, und nebenbeiwird dadurch auch der Hintansetzung der experimentalen Methode vorgebeugt. DieWeise der naturwissenschaftlichen Forschung und die wissenschaftliche Methode der Ma-thematik sind wie die Objecte beider, bei aller Unterstützung, die sie einander leisten,so verschieden, daß schwerlich, Wer für das eine entschiedene Neigung hat, sie auchfür das andere haben wird. Es liegt also diese Trennung des naturwissenschaftlichenUnterrichts von dem mathematischen ganz in der Natur der Sache und wird sich des-halb, so ungleich auch die Theilung ist,*) anderen Trennungsvorschlägen gegenüberbewähren und Geltung verschaffen. Wenn die naturwissenschaftlichen Lehrstunden denLehrer der Naturwissenschaften nicht voll beschäftigen, so wird er immerhin noch inMathematik', oder Was sich außerdem besonders empfiehlt, im geographischen Unterrichtverwendet werden können, denn dieser schließt sich auf der einen Seite eben so eng anden naturwissenschaftlichen an, wie auf der anderen an den geschichtlichen, und diephysische Geographie kann eigentlich nur von einem naturwissenschaftlich gebildetenLehrer in der rechten Weise gelehrt werden. Man kann einmal nicht bloß für die be-schreibenden Naturwissenschaften bei der geringen Ausdehnung, in der sie wenigstensan den Gymnasien gelehrt werden, besondere Lehrer anstellen, sic müßen noch weitereFächer übernehmen, und da ist es doch wohl am besten, wenn in erster Linie dies dieNächstliegenden sind, die ohnehin als Hülfsfächer der beschreibenden getrieben werden müßen,also die physikalischen Naturwissenschaften und Mathematik, in zweiter Linie die Geo-graphie, im Nothfall aber auch Sprachunterricht in Unterclassen. (Vgl. übrigens denArt.Naturgeschichte" S. 117 Anm. **.) Wo ein Gymnasium nicht über einentüchtigen Lehrer der Botanik und Zoologie zu verfügen hat, da ist es allerdings besser,daß der Unterricht in diesen Fächern ganz unterbleibt, als daß er in fruchtloser odergar den Sinn für die Natur ertödtender Weise gegeben wird. An den Realgymnasienwird selbst eine Theilung der naturwissenschaftlichen Fächer nöthig sein, da in demMaß, wie es da bei der größeren Ausdehnung der einzelnen Gebiete erforderlich ist,ein Lehrer, für den ohnehin die Stundenzahl eine viel zu große sein würde, nicht diesämmtlichen Gebiete beherrschen kann. In welcher Weise diese Theilung, in die auchdie mathematischen Fächer hineinzuziehen wären, zu bewerkstelligen ist, läßt sich nichtso für alle Fälle bestimmen, die Specialitäten der zur Verfügung stehenden Lehrerwerden dabei das Maßgebende sein. An den niederen Realschulen und höheren Bürger-schulen wiederholen sich die Schwierigkeiten, die sich bei den Gymnasien ergeben,Wenn man sich nicht mit einem geringeren Maß wissenschaftlicher Bildung begnügenwill. Daß außer einer vollkommenen wissenschaftlichen Befähigung, um gerade dienaturwissenschaftlichen Fächer in der ihnen eigenen Weise lehren zu können, auch eineentschiedene und gewandte Lehrerpersönlichkeit nöthig ist, die Lehrmaterial wie Schülerin gleicher Weise zu beherrschen versteht und die ihr Wissen vollkommen zur Dispo-

*) Es wird hierdurch allerdings das Studium der naturwissenschaftlichen Gymnasiallehrer

ein sehr umfassendes und schwieriges, allein nicht dadurch, daß man so viele Fächer von ihnenfordert, sondern daß unter diesen die beschreibenden Naturwissenschaften sind, die das Studiumso vieler Fächer voraussetzeu. Deshalb wird auch für die Zukunft kein lleberfluß an tüchtigenLehrern dieser Fächer sein, da außer der Schwierigkeit und Weitschichtigkeit des Studiums die-selben viel weniger lohnende Anwendungen gestatten, als die physikalischen. Dazu kommt noch,daß an Gymnasien immer nur die elementaren Partien in Unterclassen gelehrt werden, waseinen wissenschaftlich durchgebildetcn Zoologen und Botaniker nicht allzusehr anziehen wird, wennauch die Erfahrung zeigt, daß bei dem offenen Sinn und lebhaften Interesse gerade dieses jugend-lichen Alters für solche Dinge der Unterricht in den genannten Fächern für den Freund der Jugendetwas sehr ansprechendes hat. Es gehört deshalb eine besondere entschiedene Neigung dazu, sichdiesem speciellen Zweig des Lehrfachs zu widmen, die dann aber auch die besten Erfolge verspricht.